Ab und an kam die leidenschaftliche Imkerin in ihrem Vortrag auf die „alten Drecksweiber“ zu sprechen und Tipps, sich von solchen nicht erwischen zu lassen. Die „Drecksweiber“ waren dabei solche Honigbienen, die besonders zum Stechen neigen. Um klare Worte war die Wissenschaftlerin nicht verlegen, wenn es galt, ihre Aussagen verständlich und einprägsam zu formulieren. Ergänzt mit einer gehörigen Portion Humor, machte sie die Fachtagung der Schaumburger Imker zu einem Erlebnis für die Teilnehmer.
Die Veranstaltung stand unter dem Motto „Imkerei mit Herz und Hirn“ und Aumeier gab viele praxisnahe Hinweise, um beim Wirtschaften mit den Bienenvölkern kraftraubende unnötige Arbeiten zu vermeiden. Ein anderes Schwerpunktthema war der Schutz gegen die Varroa-Milbe. Das Tierchen schädigt die heimischen Honigbienen so schwer, dass die Völker zusammenbrechen, wenn sie nicht durch Maßnahmen des Imkers geschützt werden. Die Minikiller schwächen die Larven, ebenso wie Arbeiterinnen und Drohnen direkt, indem sie ihnen Körpersubstanz absaugen. Dazu schwächen sie deren Immunsystem und übertragen gefährliche Viren, unter anderem solche welche die Flügel der Tiere verkümmern lassen. Aumeier klärte über Möglichkeiten zur Bekämpfung auf. Wann und wie ist der Milbenbefall zu kontrollieren, welche Maßnahmen sind einzuleiten? Dabei warnte Aumeier davor, auf vermeintliche Patentlösungen zu setzen, die für hohe Summen angeboten werden. Schall funktioniere nicht, Heizwaben würden nicht funktionieren und Drehbeuten würden nicht funktionieren. „Wir haben es alles getestet und es funktioniert nicht“, betonte Pia Aumeier. Sie erläuterte die Behandlungsweise mit Ameisensäure und Oxalsäure. Ein großer Fortschritt sei, dass mittlerweile auch das Verdampfen vom Oxalsäure erlaubt ist.
Pia Aumeier forscht seit 1995 zu Honigbienen und Varroa, ist selbst Imkerin und sammelte praktische Erfahrungen unter anderem an Landesanstalten und Universitätsinstituten. Sie bildet seit vielen Jahren Neu-Imker aus und gehört zum Autorenteam des Bienenjournals. Die Ausrichtung der Veranstaltung übernahm der Imkerverein Obernkirchen und Umgebung. Wichtig sei dabei die Unterstützung des WBG, wie Jeannette Belitz, stellvertretende Vorsitzende des Vereins erklärte. Die Schule stellte die Aula zur Verfügung, Oberstufenschüler übernahmen die Bewirtung. Auch viele interessierte Imker aus Nachbarregionen Schaumburgs nahmen teil. Foto: bb