Denn zum ersten Mal ist sie es selbst, die auf dem Treppchen steht. Deutsche Meisterin im Ponyreiten ist die Lüdersfelderin bereits. Vor Kurzem gewann sie das Bundesnachwuchschampionat der Ponyspringreiter in Vehrden und ist damit an ihrem ersten Etappenziel angekommen. Unzählige Male hat Jacqueline sich und ihr New Forrest Pony Moorlands Marcia auf Turniere in ganz Deutschland vorbereitet. Neben dem Wagen, der mit allen möglichen Utensilien ausgestattet werden muss, kommt bei der vier- wie zweibeinigen Dame das Äußere an erster Stelle. Jacqueline wäscht am Vortag eines Turnieres ihre „Marcie” nicht nur besonders gründlich. Sie striegelt das Pony, kämmt Mähne und Schweif. „In die Mähne werden dann kleine Zöpfchen eingeflochten”, erklärt Jacqueline. Durch diese Arbeiten vorab stimmen sich Pony und Reiterin aufeinander ein. Das ist sehr wichtig für Turniere wie das Bundesnachwuchschampionat. Dort wird nicht die Schnelligkeit bewertet sondern das perfekte Zusammenspiel zwischen Reiter und Pony.
Am Vorabend eines Turnieres muss Jacqueline früh ins Bett. Gemeinsam mit ihrer Mutter und Trainerin Birgit Blaeser-Grobosch geht es morgens sehr früh los. „Ich bin zum Glück kein Morgenmuffel”, sagte Jacqueline. Anders ginge es da ihren Freundinnen, die ab und zu mit zu den Turnieren kämen. Die hätten eher Schwierigkeiten, um 4 oder 5 Uhr morgens startklar zu sein. Doch dem Teenager sind die Turniere wichtig und das Hobby soll irgendwann zum Beruf werden. „Mein Traum ist es schon, nach ganz oben zu kommen.” hat Jacqueline ihr Ziel klar vor Augen. Dafür ist sie gern circa 50 Tage im Jahr auf Turnieren unterwegs. Keine geringere als Meredith Michaels-Beerbaum ist ihr großes Vorbild. Neben den guten Leistungen der Ausnahmereiterin beeindruckt Jacqueline der Weltranglisten-Platz von Michaels-Beerbaum. Denn sie führt im Springreiten die Weltspitze an.
Auf nationaler Ebene hat Jacqueline mit 15 Jahren im Ponyreiten alles erreicht. Für die Zukunft stehen neben den Großponys bereits zwei Top-Pferde im Stall. Die Hannoveraner „Crazy Coca Cola” und „Woronova” warten darauf, mit Jacqueline in den Wettkampf zu gehen. Bis dahin heißt es für die Lüdersfelderin aber weiterhin, viel zu trainieren. Immer mit der vollen Unterstützung ihrer Eltern. Da bleibt neben der Schule und dem zeitintensiven Spring- und Dressurtraining wenig Zeit für Freunde, Kino und die ersten Partys. Doch die Freundinnen von Jacqueline haben Verständnis. Die beste Freundin Saskia hat sogar das gleiche Hobby und reitet fast täglich selbst bei den Groboschs. So ist also der ungewöhnliche Teenager mit wenig freier Zeit und klaren Vorstellungen von der Zukunft doch wieder ganz normal. Nur, dass Jacqueline sich wohl daran gewöhnen muss, wegen ihrer Leistungen in Zukunft häufiger die Nationalhymne zu hören.
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