Die Analyse hat zum einen ergeben, dass gegen einen Technikfachmarkt mit einer Ausdehnung von 1500 bis 1600 Quadratmetern Fläche wohl kaum juristisch vorgegangen werden könne. Denn das machte Gutachter Andreas Gustafsson unmißverständlich klar: Es wird mit Sicherheit Attacken von den Nachstädten geben. Große Probleme werde mit Einwänden aber vor allem der Landkreis Schaumburg als Genehmigungsbehörde bekommen, so der Experte. Der Bau eines Fachmarktes für Zoobedarf, der sich auf 700 Quadratmeter ausdehnen soll, sei auch ohne Bedenken zu realisieren.
Für einen Sport-Fachmarkt wie „Decathlon” oder „Intersport” auf der grünen Wiese sieht der Gutachter dagegen schlechte Karten. Denn damit würde die Stadt ihr eigenes Zielkonzept Einzelhandel unterlaufen. Und das wäre wiederum mit einer Klage angreifbar. Sportartikel seien nicht allein Fußbälle oder andere Ausrüstungsgegenstände, sondern eben auch Bekleidung oder Schuhe. Und damit stehe ein großflächiger Fachmarkt in der „Bückethaler Landwehr” klar in Konkurrenz zur eigenen Innenstadt. Allenfalls ein Spezialist für Angelbedarf oder Radsport sei möglich. Einen Fachmarkt für Fahrräder gibt es bereits an der Piepmühle in unmittelbarer Nachbarschaft.
Eine Lösung, um doch noch einen Sport-Fachmarkt zu erreichten wäre, das Zielkonzept in diesem Punkt umzuschreiben. Davon riet der Gutachter ab. So etwas käme bei den Genehmigungsbehörden gar nicht gut an und außerdem würde man mit der Änderung das ohnehin schwache Zentrum noch weiter schwächen. „Sie müssen aufpassen, dass in der Bückethaler Landwehr keine zentrumsrelevanten Waren angeboten werden, sonst stirbt die Innenstadt”, mahnte Gustafsson.
Der Sprecher der Wählergemeinschaft Nenndorf hielt das Konzept für „schlüssig und nachvollziehbar”. Es gehe nach Auffassung von Frank Steen darum, unterschiedliche Nutzer für das Gebiet zu bekommen. SPD-Fraktionssprecher Volker Busse setzt auf Gespräche mit dem Investor Part AG, um Interessenten für die neuen Flächen im Fachmarktzentrum zu finden. Den Konflikt mit dem Zielkonzept Einzelhandel sieht Busse pragmatischer: „Wir können nichts schützen, was nicht da ist”, umriss er eine mögliche Konkurrenzsituation zwischen Anbietern im Zentrum und in der „Bückethaler Landwehr”.
Der bei der Sitzung anwesende Gisbert Vogt, Vorstand der Part AG, muss jetzt wohl seine Pläne ändern, denn die Chancen auf Etablierung eines Sportfachmarkt sind allem Anschein nach gesunken. Großen Handlungsbedarf sieht er bei einem Technikmarkt. Nach seinen Informationen sei in Wunstorf geplant, den 1600 Quadratmeter großen „Expert”- Markt zu vergrößern. Und in Stadthagen würde die Nachricht von einem „Media-Markt” die Runde machen.