Zur Aufführung: Jim Watt, der mit seiner Freundin Helen Foster zusammenlebt, steckt in der Klemme. Er hat seinen aus den USA nach London angereisten Chef zum Abendessen eingeladen. Der verlangt von seinen Mitarbeitern, dass sie ordentlich verheiratet sind. Jim glaubt, es sei ein Leichtes, seine Freundin für einen Abend als Ehefrau auszugeben. Aber Helen ist über dieses lieblose Angebot so entrüstet, dass sie mit Aplomb („du bist die Stradivari unter den Arschgeigen”) die Szene und die Wohnung verlässt. Als die Putzfrau Edna Chapman sich pfiffig ihrem Chef als Ersatzehefrau andient, ergreift er diesen Strohhalm. Aber ihr Auftritt veranlasst Jim, sie möglichst oft in die Küche zu schicken. Die Gäste, Bill McGregor und seine Frau Nancy, reden nach der Begrüßung bei reichlich Scotch über die Werte der Gesellschaft, wonach dem Geld keinerlei Bedeutung zukommt. Dennoch verbringen sie die meiste Zeit vor dem Computer, um mit Aktien zu spekulieren.
Doppelt ironisch gebrochen wird ihr Tun, weil die abgebrühten Börsenprofis mit den naiven Tipps der Putzfrau Riesengewinne einfahren. Dann wird es turbulent: Helen kehrt reumütig zurück, die Putzfrau verteidigt ihr Terrain, und zu allem Überfluss hat auch die Sekrtärin Terri Pringle plötzlich Zeit, ihrem Chef beizustehen. Drei Frauen sind nun zuviel. Das Durcheinander mit Verwechslungen, Beschuldigungen, Versteckspiel und Ausreden wird von den Schauspielern mit Lust am ironischen Detail und mit Freude am Spektakel ausgespielt.
Oskar Wedel führt das Ensemble von ruhigem Beginn zielstrebig hin zu den Verwicklungen und der überraschenden Lösung. Hartmut Bock spielt die Rolle des stressgeplagten Jim Watt, der dauernd lavieren und improvisieren muss, glaubwürdig und eindrucksvoll. Ulrike Serbent-Knieps Spiel in der Rolle der selbstbewussten, aber auch liebevollen Freundin Helen ist ein Genuss. Angelika Hitzek verkörpert den Wandel von der Putzfrau zur Hausfrau meisterhaft, ihr Outfit mit silbernen Gamaschenhosen und blonder Lockenpracht ist ein Höhepunkt des Abends. Ihre Aufgabe als Sekretärin Terri, die auf Männerfang aus ist, erfüllt Natalie Koller mit Raffinesse und List. Hinter der Bühne wirken Anneliese Maskun als Souffleuse, Michael und Matthias Bahe zimmerten das zweckmäßige Bühnenbild.