Früher ging es auch ohne Baumkataster. Doch heute ist Grünflächenmanagement gefragt. Das Lichtraumprofil für ungehindertes Befahren von Straßen mit Baumbestand durch Feuerwehr, Müllabfuhr und Anlieferer erzeugt sich nicht von allein. Um dem Baum nicht zu große Schnittwunden zuzufügen, die später zu statisch problematischen Einfaulungen führen, muss ein Pflegeplan erstellt werden. Weiterhin wird jeder Baum auf Standsicherheit überprüft. Dies und mehr soll mittels Baumkataster erfasst und anschließend ausgewertet werden, sagt Bad Nenndorfs Stadtdirektor Bernd Reese. Der Verwaltungsausschuss hat hierfür grünes Licht gegeben. Das umfangreiche Datenmaterial aufzustellen ist Aufgabe von Christiane Matthaei. Wenigstens 6.000 stadteigene Bäume – sollen es sein. Finanz- und Sachargumente haben die politischen Gremien nach langer Beratungsdauer doch bewogen, eine zertifizierte Baumkontrolleurin mit der Datenerfassung zu beauftragen. Vor Ort erfolgt die Aufnahme des Baumes mit seinen Stammdaten, ähnlich einer Patientendatei. Danach folgen Aussagen zur Stand- und Bruchsicherheit und die Beurteilung des Gesundheitszustands. Der Baum wird sozusagen auf „Herz und Nieren” abgeklopft, sagt Reese. Alles zusammen mündet in eine Pflegeaussage. Dem Prozedere liegen anerkannte Regelwerke zugrunde, die als gute fachliche Praxis gelten. Der Pflegebedarf soll nach Dringlichkeit und in sinnvoll gebündelten Arbeitsaufträgen zusammengefasst werden. Natürlich wird auch ohne Baumkataster der Baumbestand von Bad Nenndorf gepflegt, aber durch die neuen Anforderungen der Rechtsprechung ist ein Kontrollnachweis sowie Pflegenachweis zu führen. Diesen Anforderungen kommt die Stadt Bad Nenndorf jetzt nach.