Ein Stern für das Restaurant Mohn | Schaumburger Wochenblatt

06.07.2026 09:32

Ein Stern für das Restaurant Mohn

Restaurant Mohn hat seit Juni einen Michelin Stern. (Foto: bb)
Restaurant Mohn hat seit Juni einen Michelin Stern. (Foto: bb)
Restaurant Mohn hat seit Juni einen Michelin Stern. (Foto: bb)
Restaurant Mohn hat seit Juni einen Michelin Stern. (Foto: bb)
Restaurant Mohn hat seit Juni einen Michelin Stern. (Foto: bb)

Mohn rückt (endgültig) ins Scheinwerferlicht der Spitzengastronomie

Das kleine Fleckchen im Landkreis Schaumburg mit seinen gerade einmal 800 Einwohnern dürfte auf so mancher Landkarte eher mit Mühe gefunden werden. Und selbst viele Schaumburger werden bei der Frage nach dem genauen Standort wohl erst einmal überlegen müssen. Im Guide Michelin ist der Ort nun aber angekommen, und zwar mit Nachdruck: Dank Laura Überschär und Joris Hogervorst steht Hohnhorst plötzlich dort, wo sonst eher große Namen aus Metropolen und Gourmet-Hochburgen auftauchen.
Denn zur Michelin-Verleihung am 23. Juni in Frankfurt am Main waren sie aus besonderem Anlass dabei; das Restaurant Mohn ist ab sofort prämiert. In Frankfurt wurden die neuen Sterne für Deutschland vergeben, und die Auszeichnung für das Restaurant Mohn sorgte dafür, dass der kleine Ort aus dem Schaumburger Land nun in der bundesweiten Gastronomieszene mitspielt.

Große Küche abseits der Großstadt

Das Restaurant Mohn hat es geschafft und ist nun in der aktuellen Deutschland-Ausgabe des Guide Michelin aufgenommen. Da zeigte sich, dass große Küche nicht zwingend in großen Städten stattfinden muss. „Wir waren schon immer der Meinung, dass man ein Kleinod gerade ‚auf dem Dorf‘ finden kann.“ Im Herbst 2024 eröffnete das Paar das Lokal und setzt dabei auf perfekt abgestimmte Menüs mit regionalen Produkten und bietet, anders als die meisten Restaurants in Schaumburg, eben keine klassische Speisenkarte mit Dutzenden Gerichten an.

Auf den Spuren einer lokalen Legende

Das Konzept und natürlich die Qualität und Umsetzung der Speisen haben einen herausragenden Erfolg, der nun auch mit dem Stern weithin sichtbar wird. Damit findet sich das Mohn in guter Gesellschaft, denn bis vor ein paar Jahren hatte auch das Schmiedegasthaus Gehrke in Riepen den Versuch gewagt, Spitzengastronomie „aufs flache Land“ zu bringen. Das La Forge by Gehrke gibt es zwar nun seit ein paar Jahren nicht mehr, es hatte aber auch über 20 Jahre einen Michelin-Stern erkocht.

So geht das mit den Sternen

Die Zahlen hinter der neuen Sternenvergabe zeigen, wie hart umkämpft die Spitze der Gastronomie bleibt. Insgesamt wurden 339 Restaurants ausgezeichnet, darunter 20 neue Ein-Sterne-Restaurants, vier neue Zwei-Sterne-Restaurants und ein einziges neues Drei-Sterne-Restaurant.
Die Sterne bedeuten nicht nur Ehre, sondern auch enorme Aufmerksamkeit – und für Orte wie Hohnhorst einen seltenen Moment im Rampenlicht. Wo sonst Ruhe, Dorfleben und ländliche Beständigkeit den Ton angeben, wird plötzlich auf höchstem Niveau über Küche, Können und Konsequenz gesprochen.

Ein Aushängeschild für die ganze Region

Dass ausgerechnet ein so kleiner Ort nun deutschlandweit in den Schlagzeilen landet, ist mehr als nur eine Randnotiz. Es zeigt, wie stark gute Gastronomie Identität stiften kann. Jetzt gibt es auch Lob von allen Seiten für Laura Überschär und Joris Hogervorst. Ein Michelin-Stern ist eben nicht nur eine Auszeichnung für ein Restaurant, sondern auch ein Aushängeschild für eine ganze Region. Joris Hogervorst hat sich damit einen Platz auf der kulinarischen Landkarte erkocht, und das mit diversen Stationen bei Spitzengastronomen wie dem mit zwei Sternen ausgezeichneten Jante Hannover.

Was genau ist eigentlich ein Michelin-Stern?

Der Michelin-Stern ist die wohl begehrteste Auszeichnung in der Gastronomie. Er steht für echte Handwerkskunst, für Können in Zubereitung und Präsentation. Bewertet werden Qualität der Produkte, Geschmack, „Persönlichkeit“ der Gerichte und die Konstanz der Leistung. Der Stern ist also ein Urteil über das, was auf dem Teller passiert, und nicht über das, was rundherum glänzt.
Die Geschichte dieser Auszeichnung reicht weit zurück. Der Guide Michelin vergibt Sterne seit 1926, ursprünglich als Orientierung für Reisende auf der Suche nach guten Orten zum Essen. Seit 1931 gibt es das heute bekannte Drei-Sterne-System.

Welche Kategorien gibt es?

Im Kern sind es drei Stern-Kategorien: 1 Stern: eine Küche voller Finesse, einen Stopp wert. 2 Sterne: eine Spitzenküche, einen Umweg wert. 3 Sterne: eine einzigartige Küche, eine Reise wert. Dazu kommen weitere Auszeichnungen, die im Guide Michelin ebenfalls Gewicht haben. Der Bib Gourmand steht für besonders gutes Essen zu einem fairen Preis-Leistungs-Verhältnis, während der Grüne Stern seit 2020 Restaurants mit vorbildlichem Engagement für Nachhaltigkeit auszeichnet.

Warum das so viel bedeutet

Ein Michelin-Stern ist kein nettes Schulterklopfen, sondern für viele Küchen der Ritterschlag schlechthin. Er bringt Aufmerksamkeit, ebenso wie Erwartungen mit sich.
Der Michelin Guide Deutschland 2026 ist ab dem 27. Juli in Deutschland und Österreich im Handel erhältlich. Auf 480 Seiten empfiehlt er mehr als 1.240 Restaurants.

. (Foto: Christian Kutschera)
. (Foto: Christian Kutschera)

De-tail-liert

In aller Munde auf Tour – heute im Restaurant Mohn in Hohnhorst
Restaurant Mohn hat seit Juni einen Michelin Stern. (Foto: privat)
Restaurant Mohn hat seit Juni einen Michelin Stern. (Foto: bb)
Restaurant Mohn hat seit Juni einen Michelin Stern. (Foto: privat)
Restaurant Mohn hat seit Juni einen Michelin Stern. (Foto: privat)

Nadine Dressler
Nadine Dressler
Redakteurin Schaumburger Wochenblatt.

Nadine Dressler ist seit Anfang 2024 als Redakteurin beim Schaumburger Wochenblatt tätig. Sie betreut schwerpunktmäßig die redaktionellen Belange der Bereiche Bückeburg, Obernkirchen, Auetal und Bad Eilsen. Vereine und Initiativen können können ihre Pressemitteilungen gern direkt an n.dressler@schaumburger-wochenblatt.de senden.
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