Was wird aus ehemaligem Gebäudekomplex Hotel Hannover? | Schaumburger Wochenblatt

Was wird aus ehemaligem Gebäudekomplex Hotel Hannover?

Im ehemaligen Pflegebereich (re.) wurde mit Sanierungsarbeiten begonnen. (Foto: gk)
Im ehemaligen Pflegebereich (re.) wurde mit Sanierungsarbeiten begonnen. (Foto: gk)
Im ehemaligen Pflegebereich (re.) wurde mit Sanierungsarbeiten begonnen. (Foto: gk)
Im ehemaligen Pflegebereich (re.) wurde mit Sanierungsarbeiten begonnen. (Foto: gk)
Im ehemaligen Pflegebereich (re.) wurde mit Sanierungsarbeiten begonnen. (Foto: gk)

An besonders exponierter Stelle präsentierte sich über viele Jahre das Hotel Hannover in Bad Nenndorf, direkt vis-à-vis des Kurparks – eine erste Adresse für Gäste der Kurstadt. Doch diese Zeit ist längst vorbei – es sei denn, eine entsprechende Investition lässt den Gebäudekomplex neu aufleben. Seit Langem steht er leer, einschließlich der ehemaligen Räumlichkeiten einer Pflegeeinrichtung und eines Tanzlokals.

Monatelang stand das Objekt zum Verkauf, wahlweise als Gesamtkomplex oder in einzelnen Gebäudeteilen, unterstützt durch die Rudnick Immobilien GmbH. Ohne Erfolg. Die Eigentümer – die für die Redaktion nicht erreichbar waren – setzten schließlich gemeinsam mit Rudnick Immobilien auf einen Landesgartenschaueffekt, der jedoch nicht eintrat, wie das Immobilienbüro gegenüber dieser Zeitung bedauernd erklärte.

Ein vollständiger Abriss des Komplexes, um Freiflächen für einen Neubau mit neuer Bestimmung zu schaffen, gilt als ausgeschlossen, da der vordere Teil im Bereich der Fußgängerzone unter Denkmalschutz steht.

Man habe die Objekte zwar zur Vermarktungsunterstützung noch inseriert, aber an und für sich sei jetzt wieder alles an die Eigentümer zurückgegeben worden. Ein Teil im oberen Bereich an der Buchenallee – die Räumlichkeiten des ehemaligen Betreuten Wohnens – werde saniert. Mehr sei dem Büro aktuell nicht bekannt.

Die Vertragslage gestalte sich aus Sicht von Rudnick Immobilien im Moment etwas schwierig, was an der Aufteilung der Gebäudeteile und der begonnenen Sanierung liege. Letztere mache entsprechende Verkaufsgespräche „nicht einfacher“. Es müsse somit von Fall zu Fall erneut geklärt werden, welcher Teil verfügbar ist und was er kostet, da teilweise bereits Geld investiert wurde.

Was aktuell seitens der Eigentümer für die Nutzung geplant ist, sei dem Immobilienbüro nicht bekannt. Ebenso wenig, ob das Objekt überhaupt noch verkauft oder anderweitig genutzt werden soll.

Der Stadtverwaltung ist der Eigentümer bekannt. Was die Sanierung im ehemaligen Pflegetrakt anbelangt, werde dort die Einrichtung eines Boardinghauses angestrebt, so der Kenntnisstand von Stadtdirektor Mike Schmidt. Über weitere Informationen verfüge er nicht, erklärte er dieser Zeitung, zeigte sich über diese Entwicklung allerdings auch nicht erfreut.

Mit einem Boardinghaus ist mit einem zusätzlichen Parkplatzbedarf zu rechnen. Ein Boardinghaus – auch „Serviced Apartment“ genannt – ist ein Betrieb, der möblierte Apartments für längere Aufenthalte vermietet und hotelähnliche Dienstleistungen anbietet. Das Konzept verbindet die Flexibilität und den Service eines Hotels mit der Privatsphäre und dem Wohnkomfort einer eigenen Wohnung.

Typische Gäste sind Geschäftsreisende, beispielsweise für mehrmonatige Projekte, Expats oder Menschen, die sich in einer neuen Stadt erst in Ruhe eine feste Wohnung suchen.

Während Hotels auf Tagesgäste ausgerichtet sind, liegt die Mietdauer in Boardinghäusern meist bei einigen Wochen bis hin zu mehreren Monaten. Diese Einrichtungen bieten einen gewissen wirtschaftlichen Vorteil: Ab einer gewissen Aufenthaltsdauer sind Boardinghäuser pro Nacht meist deutlich günstiger als klassische Hotelzimmer. Zudem sinken die Raten oft, je länger man bleibt.


Winfried Gburek
Winfried Gburek
Freier Redakteur Schaumburger Wochenblatt
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