Licht ins Dunkel sollte der Vorentwurf vom Architekturbüro Blancke bringen, zumindest was die Optik anbelangt und die Verträglichkeit mit der Umgebung. Doch die grob aufgezeichnete Parkpalette mit 80 Stellplätzen auf vier Ebenen erregte die Gemüter im Vereinsheim. Nicht nur, dass der Planer nur ungenaue Angaben darüber machen konnte, wie viele Bäume denn dem Bauwerk weichen müssen. Während in der Tischvorlage zu lesen war „...ist davon auszugehen, dass im gebäudenahen Bereich Bäume gefällt werden müssen”, konnte Zuhörer Michael Kosian Details beisteuern. Nach seinen Berechnungen müssten sieben alte Bäume und eine Kiefer entfernt werden, um Platz für die Parkpalette zu schaffen. Auch bei der Nord-Süd-Ausrichtung zeigte der Planer Unsicherheiten.
„Wer ist für so ein Ding überhaupt verantwortlich?” erregte sich Heike Beiersdorfer, Vorsitzende der Nenndorfer Wählergemeinschaft (WGN). Was nützen alle tollen Sanierungsmaßnahmen in der Innenstadt, wenn so ein „Klotz” da hingestellt wird, wollte sie wissen. Die Frage nach der Verantwortlichkeit für seine solche Parkpalette wurde von den Politikern beantwortet. Cornelia Jäger (CDU) gab zu, dass das Modell „wenig aussagekräftig sei”, bekannte sich aber zu einem „Ja” zum Bau weiterer Parkmöglichkeiten in der Innenstadt. „Die Frage ist nur, wie lässt sich das locker und leicht darstellen”, so ihre Einschätzung, die sie als Zuhörerin kundtat. Aus dem Publikum meldete sich auch SPD-Ratsherr Fritz Varwig zu Wort. „Es geht nicht darum, wo die Nenndorfer ihre Autos hinstellen, es geht darum, für die Besucher genügend Parkplätze vorzuhalten”, erinnerte er. Die Wandelhalle als Austragungsort für Großveranstaltungen oder Tagungen sei für eine optimale Vermarktung auf Parkplätze angewiesen. Und SPD-Fraktionssprecher Volker Busse erinnerte daran, dass der Verwaltungsausschuss den Auftrag für den Bau einer Parkanlage zwischen Kurhausstraße und Poststraße erteilt habe.
Ansgar Werner (CDU) interessierte sich dafür, wie viele Stellplätze sich Bad Nenndorf „überhaupt leisten kann” und ob es Fördergelder für die Errichtung einer Parkpalette auch geben wird, wenn diese nicht bewirtschaftet wird. Werner geht von Kosten in Höhe von 800 000 Euro aus, die auf die Stadt entfallen. Er kann sich auch vorstellen, auf dem in Frage kommenden Areal „ganz normal auf ebener Erde” Parkplätze zu errichten. Er forderte die Verwaltung auf, die genauen Zahlen für diese Variante zu ermitteln.
Frank Steen von der WGN brachte die Zukunft des Thermalbad-Parkplatzes wieder in die Diskussion. Eine Parkpalette an der jetzt favorisierten Stelle hält er nach wie vor für ein „Fremdkörper”. Fraktionskollege Erwin Biener setzte mit seiner Bewertung „Eine Verschandelung” noch eines drauf. Er bemängelte, dass in der Tischvorlage keine Wirtschaftlichkeitsberechnung für eine Parkpalette aufgeführt war. Steen kann sich eine Bürgerbefragung zu dem Thema vorstellen. Dabei würde man herausfinden, ob die Bürger das wirklich wollen. Volker Busse gab in Richtung Steen zu bedenken, dass ein kombiniertes Park-, Geschäfts- und Wohnhaus gegenüber der Therme viel zu teuer käme. Der SPD-Fraktionssprecher plädierte vehement für zusätzliche Parkplätze für die Besucher der Wandelhalle. Der Ausschuss einigte sich nach längerer Aussprache darauf, auf neue, aussagekräftigere Darstellungen warten zu wollen. Auch soll geklärt werden, ob die Zahl der Etagen in der Parkpalette reduziert werden kann. Foto:pd