„Der Name ist Programm” machte Gabriele Dransfeld von der AWO-Beratungsstelle „BISS” als Sprecherin deutlich. In der Präventionsarbeit müsse verstärkt auf die Rolle der Kinder vor dem Hintergrund häuslicher Gewalttaten stehen. „Sie sind Augen- und Ohrenzeugen und dabei das schwächste Glied in der verhängnisvollen Kette”. Sie dankte allen Akteuren für den Einsatz bei der Organisation der Ausstellung und der begleitenden Fachvorträge im „Haus Kassel”. Und den Sponsoren, mit dabei die Volksbank in Schaumburg, Marktbereich Bad Nenndorf. Die Ausstellung ist von kommenden Montag an eine Woche in Rinteln im Ratskeller zu sehen. Im Rahmenprogramm spricht dort am Dienstag, 8. März, der Diplom-Sozialpädagoge Kurt Thünemann zum „Spannungsfeld Kinderschutz-Frauenschutz”.
Beim Thema „Gewaltschutz” sei Schaumburg besser aufgestellt als mancher andere Landkreis, zeigte sich Schöttelndreier in seiner Ansprache als Schirmherr überzeugt. Er erinnerte daran, dass laut Statistik 80 Prozent der Betroffenen später selber gewalttätig würden. Man solle nie die Augen vor diesen Vorfällen verschließen. Gewalt in Familien sei längst keine Privatsache, machte er deutlich. Und Ausstellung wie diese seien wichtig, um die Gesellschaft für dieses Thema noch mehr zu sensibilisieren.
Die Eröffnung der Ausstellung war bestimmt von einer eindrucksvollen szenischen Darstellung von Mitarbeiterinnen der Arbeitsgruppe, textlich erarbeitet von Ingetraud Wehking vom Beratungszentrum „Basta” und Annette Schedewy vom Kreisjugendamt. Zusammen mit Sozialarbeiter Christian Moritz vom Theater „Vinolentia” aus Hannover führten die Akteure mit Dialogen in das Thema „Gewalt in der Familie” ein. Schlagworte wie Ekel, Panik, Verzweiflung, Wut zierten einen Vorhang, der am Ende zu einem Band zusammengefügt durch die Zuschauerreihen gezogen wurde. Nach den Worten von Gabriele Dransfeld stand diese Aktion als Sinnbild für eine Zielsetzung der Ausstellung „In einem gut geknüpften Netzwerk den Kindern helfen”. Foto:pd