Man wolle gemeinschaftlich gegen Aufmärsche angehen, so die klare Positionierung des Rates zum Beginn der Diskussion. Jens Obenaus übte Kritik an der Festlegung, allein gegen Rechtextremismus zu sein. Auch gegen Linksextremismus müsse man sich klar aussprechen, so der CDU-Ratsherr. Auch FDP-Ratsherr Andreas Fedler wollte der Formulierung in der Vorlage, die sich allein auf die Ablehnung von Rechtextremismus bezog, so nicht zustimmen. Am Ende einigte sich das Gremium auf Vorschlag von Bürgermeisterin Gudrun Olk darauf, sich in der Resolution klar gegen „jedwede Art von Extremismus und Gewalt” auszusprechen.
Im Wortlaut heißt es: „ Die Stadt Bad Nenndorf ist eine weltoffene, tolerante Stadt mit einer demokratischen und solidarischen Gesellschaft. Wir wollen, dass sich alle Bürgerinnen und Bürger und alle Gäste - gleich welcher Herkunft, Religion oder Nationalität - in unserer Stadt wohl fühlen und frei und unbehelligt leben, lernen und arbeiten können.
Wenn Menschen aufgrund ihrer Herkunft, Nationalität, Kultur oder sozialer Stellung angefeindet oder diskriminiert werden, verstößt das nicht nur gegen das Grundgesetz, sondern stört auch das friedliche Zusammenleben und schadet dem Wohl und Ansehen der Stadt Bad Nenndorf. Gewalt und jedweden Extremismus lehnen wir grundsätzlich ab.
Wir wollen nicht zulassen, dass unsere Stadt von fremden- und ausländerfeindlichen Organisationen und Personen jährlich wiederkehrend als Veranstaltungsort missbraucht wird und für Aktivitäten genutzt wird, die gegen die Demokratie und Menschenwürde gerichtet sind. Wir begegnen der rechten Szene ebenso geschlossen und energisch. Wir haben aus der Geschichte gelernt, dass die Demokratie ihren Angreifern gegenüber wehrhaft sein muss. Wir fordern die verantwortlichen Stellen auf, alle rechtlichen Möglichkeiten auszuschöpfen, um ein Auftreten rechtsextremistischer Gruppen in einem so genannten „Trauermarsch” in 2011 in Bad Nenndorf zu verhindern.
Der Rat der Stadt Bad Nenndorf spricht sich gegen Rassismus, Antisemitismus und Extremismus sowie gegen die Verbreitung ihrer Ideologien aus und unterstützt die Aktivitäten gesellschaftlicher Gruppen gegen Rechtsextremismus in unserer Stadt.
Alle Menschen in unserer Stadt und darüber hinaus rufen wir wieder dazu auf, sich jetzt und zukünftig an friedlichen Protesten und Aktivitäten gegen das Auftreten von Rechtsextremisten und Neonazis in Bad Nenndorf 2011 zu beteiligen und damit an die vielen ermutigenden Ansätze der letzten Jahre anzuknüpfen.
Zivilcourage ist erwünscht und wird gefordert. Die Beteiligung vieler Menschen wird nach innen wie nach außen verdeutlichen, dass alle gesellschaftlichen Gruppen in Bad Nenndorf bereit sind, sich ihrer Verantwortung zu stellen und aktiv mitzuwirken. Die Stadt Bad Nenndorf muss ein Ort der Demokratie und Toleranz bleiben. In ihr haben die Feinde der Demokratie keinen Platz!”