Stattdessen wurde mit 16 von 27 Stimmen Marlies Matthias von der CDU in dieses Amt gewählt. Mit Christine Cronjäger von der SPD als 2. Stellvertreterin wurde das neue „Dreier-Team” komplettiert.
Die oberste Repräsentantin der Kurstadt bleibt Gudrun Olk. In der von WGN-Fraktionssprecher Frank Steen beantragten geheimen Wahl konnte die SPD-Ratsfrau 18 von 27 Stimmen erzielen. Auf Biener, der schon bei den Kommunalwahlen als möglicher Kandidat von der WGN seinen Hut in den Ring geworfen hatte, entfielen neun Stimmen- immerhin zwei mehr, als die WGN an Stimmen im Rat zur Verfügung hat. Die CDU benannte keinen eigenen Kandidaten.
Bei der Wahl für den ersten Stellvertreter von Olk gab es die nächste Schlappe für die WGN. Der von Frank Steen benannte Biener als WGN-Kandidat konnte sich in der geheimen Abstimmung nicht behaupten. Die von CDU und SPD/Linke nominierte Marlies Matthias erreichte 16 Stimmen, bei sieben Nein-Stimmen und einer Enthaltung.
Auch bei der Wahl des zweiten Stellvertreters von Olk hatte die WGN das Nachsehen. Anstatt sich an die von Steen zitierte „gute alte Sitte” zu halten, dass die größte Fraktion den Bürgermeister, die zweitgrößte Fraktion den ersten Stellvertreter und die drittgrößte Fraktion - also die WGN - dann wenigstens den zweiten Stellvertreter stellt, wurde am Ende Christine Cronjäger (SPD) in diesen Posten gewählt (19 Ja-Stimmen, eine Enthaltung, sieben Gegenstimmen von der gesamten WGN-Fraktion). Die WGN hatte vor dem Wahlgang Bieners Kandidatur zurückgezogen. Die Enttäuschung über dieses Vorgehen war Steen deutlich anzumerken. Er spekulierte über „mögliche Absprachen zwischen CDU und SPD im Vorfeld” und erklärte verärgert, das werde Konsequenzen für die zukünftige Zusammenarbeit nach sich ziehen.
Insgesamt setzt sich der neue Rat von Bad Nenndorf aus zehn SPD-Vertretern, neun von der CDU, sieben von der WGN und einem Abgeordneten von den Linken zusammen. Wie SPD-Fraktionssprecher bekanntgab, bildet Olaf Buschmann von den Linken zusammen mit der SPD eine Fraktion, CDU und WGN bleiben für sich. Dem wichtigen Verwaltungsausschuss gehören in den nächsten fünf Jahren für die SPD Christine Cronjäger, Gudrun Olk (qua Amt), Ralph Tegtmeier und Volker Busse an. Die CDU entsendet Cornelia Jäger, Marlies Matthias und Friedhelm Brandes. Die WGN wird durch Erwin Biener und Frank Steen vertreten sein. Die Doppelspitze bleibt in Bad Nenndorf bestehen, wie erwartet. In der Abstimmung darüber, ob Samtgemeindebürgermeister Bernd Reese auch zukünftig als Stadtdirektor fungieren soll, gab es eine weitere „kleine Kampfansage”: In der von der CDU beantragten geheimen Abstimmung entfielen auf Reese 20 Ja-Stimmen, aber auch fünf Nein-Stimmen und zwei Enthaltungen. Steen hatte zuvor für eine Wiederwahl von Reese mit den Worten plädiert: „Als Samtgemeindebürgermeister ist Herr Reese doch überbezahlt und unterfordert. Er sollte das Amt weiter ausüben. Es kann ja nur besser werden”. Allgemeiner Vertreter von Reese bleibt Heinrich Bremer. Foto:pd