OHNDORF (Ka). Beim Aufbau des Ohndorfer Weihnachtsmarktes kam es zu einem Unglück. Durch falsche Handhabung explodierte eine Gasflasche. Ein Feuer brach aus, mehrere Menschen wurden verletzt und vom Rauch, wie auch Flammen eingeschlossen. Der zweite Zug der Kreisfeuerwehrbereitschaft Nord befand sich zufällig in der Nähe und wurde zur Einsatzstelle beordert. So oder ähnlich kann sich ein Szenario ereignen. Zum Glück handelte es sich bei diesem Einsatz nur um eine Übung. Rund um die Ohndorfer Schule schufen die Organisatoren aus der Ohndorfer Feuerwehr ein geplant fingiertes Unglück, das die fünf beteiligten Feuerwehren aus dem nördlichen Landkreis Schaumburg etwa eine Stunde lang beschäftigte. Die Aktiven der Freiwilligen Feuerwehren wissen bei Alarmierung nicht, was sie erwartet. Ernst zu nehmen sind in jedem Fall auch Übungen, denn die gesamten Abläufe und das Zusammenspiel zwischen den Wehren unterliegen einer fachmännischen Bewertung und tragen zudem der Praxiserfahrung bei. Bei der Erkundung der Einsatzstelle stellten Zugführer Kim Röhrbein und sein Stellvertreter Carsten Riechert fest, dass vier Personen auf Dachböden eingeschlossen waren. Auf der dunklen Gebäuderückseite war zusätzlich eine Person unter einem mehrere Hundert Kilogramm schweren Weihnachtsbaumständer eingeklemmt. Die Feuerwehr Meerbeck-Niedernwöhren erhielt den Auftrag, die eingeklemmte Person zu befreien. Die Feuerwehr aus Ohndorf baute eine Schlauchleitung auf, damit das entstandene Feuer gelöscht werden konnte. Aus den Feuerwehren Waltringhausen und Riepen drangen anschließend Trupps unter Atemschutz in das Gebäude vor, um die eingeschlossenen Verletzten zu befreien. Die Jugendfeuerwehr Ohndorf befand sich in Opferstimmung und schlüpfte in die Rolle der Leittragenden. Nebelmaschinen hatten im Vorfeld ihre Arbeit aufgenommen und setzten das Gebäude unter Qualm. Die Trupps mussten also zunächst die Personen lokalisieren, um die Rettung durchzuführen. Als schwierige Herausforderung gestaltete sich der Zugang ins Obergeschoss, denn die schmalen und steilen Aufgänge verlangten von den Rettern in der Not viel Aufmerksamkeit ab. Während des gesamten Übungsverlaufs unterstütze die Feuerwehr Probsthagen die Einsatzleitung und hielt Kontakt zur Feuerwehr Einsatzleitstelle in Stadthagen. Das Geschehen wurde vom Nenndorfer Gemeindebrandmeister Friedhelm Möller und den beiden Bereitschaftsführern Joachim Muth und Roland Kramer beobachtet. Die rund 40 Einsatzkräfte, Helfer und Beobachter ließen im Anschluss bei einer warmen Suppe den Ablauf noch einmal Revue passieren. Foto: ka