„Der goldene Drache” ist eine Collage aus Wirklichkeitsfragmenten, Schicksalen und Figuren, die der Autor an einem Spätsommerabend in einer Großstadt miteinander verknüpft und verschränkt hat, und zwar in und um das Asia Schnellrestaurant „Der goldene Drache”: Eine Stewardess bestellt sich eine Thai-Suppe mit Hühnerfleisch, dem kleinen Chinesen in der Küche wird ein Zahn gezogen, das junge Liebespaar in der Dachwohnung beschließt gerade, sich bald wieder zu trennen und der Lebensmittelhändler holt sich sein Abendessen ab, so scharf wie immer.
Schimmelpfennig gelingt es dabei immer, Distanz zu halten und doch zu berühren. Nicht Sozialkritik ist sein Thema, sondern die mitunter mit drastischem Humor verbundene, hintergründig melancholische Darstellung der Wirklichkeit, die sich als unsere globalisierte Welt offenbart.
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