Rita Bergemann hat im Laufe ihres Lebens mehr als einmal ihre Heimat verloren. In diesem Buch erinnert sich die heute 70-Jährige und erzählt ihre Geschichte. Es ist die Geschichte einer innerdeutschen Flucht, die bei Kriegsende 1945 beginnt und vom Osten des noch bestehenden Reichs in den äußersten Westen führt, vom verlorenen Schlesien über die DDR bis ins Rheinland. Sie berichtet von glücklichen Zeiten in Potsdam - und einem schwierigen Neuanfang im Köln der Adenauer-Ära. Viele ehemalige „Republikflüchtlinge” sind körperlich unversehrt im Westen angekommen. Doch mit welchen seelischen Beschädigungen, mit welchen Erinnerungen, das weiß ihre Umgebung selten. Zu verschwommen ist das Bild, das sich die Westdeutschen von ihren ostdeutschen Nachbarn machen können.
Die Journalistin Angelika Basdorf hat die sehr persönlichen Schilderungen Rita Bergemanns mit historischen Anmerkungen ergänzt. Entstanden ist ein ungewöhnliches Zwiegespräch, ein halbes Jahrhundert nach dem Mauerbau. Herausgekommen ist ein emotionales und spannendes Zeitzeugnis über DDR-Staat und Kalten Krieg, die Menschen verstört und Familien zerstört haben. Rita Bergemann wird bei der Lesung anwesend sein.