Der schlimme Zustand führt dazu, dass sich selbst die Helferinnen und Helfer jeden Tag aufs neue überwinden müssen, den Weg zu passieren. „Ich sehe schon kommen, dass wir bald gar keine Tiere mehr vermitteln können, weil die Interessenten nicht zu uns kommen können”. Dann sei die nächste Konsequenz, die ehrenamtlich betriebene Auffangstation ganz zu schließen. Der strenge Frost im frühen Winter hat ganze Arbeit geleistet. Die Schlaglöcher sind noch tiefer geworden und die Fahrt zur Station ist so etwas wie eine „Mutprobe für Mensch und Material”. Ein Grund für die Misere ist allem Anschein nach auch ein Kompetenzgerangel. Tierschutz ist Sache der Samtgemeinde, die Straße hin zur Auffangstation ist im Eigentum der Stadt. Bereits im Herbst 2009 ist der Tierschutzverein mit einem Antrag auf Ausbau der Straße gescheitert.
In einem Schreiben hat sich Jutta Schneider jetzt wieder an die Stadt gewandt. Rosemarie Börner von der Wählergemeinschaft Nenndorf (WGN) bezeichnete dieses im Bad Nenndorfer Finanzausschuss als „Hilferuf” des Vereins. Die Ratsfrau nahm den Brief zum Anlass, 5000 Euro als „Merkposten” in den Haushalt der Stadt aufzunehmen zu lassen. Nach den Worten von Stadtdirektor Bernd Reese habe der Verwaltungsausschuss entschieden, die Schlaglöcher zu füllen, wenn es das Wetter zulässt. Für eine neue Asphaltdecke gebe es keine Mehrheit.
Die Ausschussmitglieder sahen nicht unbedingt die Stadt in der Pflicht. Auf Antrag von Herbert Kruppa (SPD) einigte sich der Ausschuss schließlich darauf, dass die Verwaltung die Kosten für den Ausbau mit Asphalt oder Schotter ermitteln soll. Diese Berechnungen sollen im Bauausschuss vorgelegt werden, zusammen mit einer Auskunft darüber, in welcher Höhe sich die Samtgemeinde Nenndorf und die Samtgemeinde Rodenberg an den Ausbaukosten beteiligen würden.
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