Schöttelndreier kam gemeinsam mit den Sängern des Liederkranzes Enzen-Hobbensen in die Halle, die den Abend mit dem „Schaumburger Heimatlied” eröffneten. Ein Start mit Symbolkraft. Nähe zu den Bürgern, Stärkung des Ehrenamtes, die tiefe Verbundenheit mit seinem Heimatlandkreis, wichtige Grundlinien die Schöttelndreiers Wirken bestimmten, drückten sich im Auftritt im Kreise des Männerchores aus, dessen Mitglied Schöttelndreier seit Jahren ist. Diese Grundlinien griffen auch die verschiedenen Redner auf und fügten weitere hinzu.
Der Erste Kreisrat Klaus Heimann hob in seiner Begrüßung etwa Schöttelndreiers Arbeitseifer und Tempo hervor. „Ihre Schlagzahl war in all den Jahren gewaltig”, wandte er sich direkt an den scheidenden Landrat. Stets habe er es verstanden, in der Sache zu überzeugen und mit Konzepten zu steuern. Gern scheide Schöttelndreier nicht aus dem Amt, die Altersgrenze lasse ihm jedoch keine Wahl.
Um dem Landrat den Übergang in den Ruhestand zu erleichtern, hatte der Geschäftsführer des Landkreistages Hubertus Meyer ein besonderes Präsent mitgebracht. Er hoffe, dass das Buch zum Thema Ruhestand für Beamte Schöttelndreier als eine „Art Methadon für den Aktenentzug zum langsamen Abgewöhnen” dienen könne. Der SPD-Kreistagsfraktionsvorsitzende Eckhard Ilsemann strich Schöttelndreiers Fähigkeit heraus, „komplizierte Sachverhalte verständlich darzulegen”. Wichtigster Kernpunkt seines politischen Wirkens sei das Ringen um Stärkung und Erhalt der Schaumburger Identität. Gunter Feuerbach, Fraktionsvorsitzender der CDU im Kreistag, charakterisierte das „politische Schwergewicht” Schöttelndreier als „fachlich an der Spitze, nah am Bürger und neuen Ideen gegenüber aufgeschlossen”. Während seines Wirkens habe der Kreistag wichtige Entscheidungen stets im Konsens getroffen. Hartwig Dankwerth hob als Vertreter der Grünen im Kreistag hervor, dass Schöttelndreier sein Amt bis an die Grenze des verkraftbaren und darüber hinaus ausgefüllt habe. Leidenschaftlich habe der Landrat seine politischen Ziele verfolgt, so Sigbert Held, Sprecher der WGS, dazu auch des öfteren auch parteiübergreifend gehandelt. Der Stadthäger Bürgermeister Bernd Hellmann dankte Schöttelndreier als Vertreter aller Schaumburger Kommunen für dessen Einsatz. „Immer im Dienst” habe dieser Maßstäbe gesetzt mit seinem „nicht zu brechendem Engagement”. Die Aufgaben, als Verwaltungschef inhaltlich zu arbeiten und gleichzeitig den Landkreis zu präsentieren, habe er in einer Person nahezu perfekt verschmolzen. Er habe für die wirtschaftliche Stärkung des Landkreises ebenso gekämpft wie für die sozial Schwachen.
Nach Schöttelndreiers Rede (nebenstehender Artikel) erhoben sich die Gäste zu stehenden Ovationen. Der scheidende Landrat zeigte sich aufgeräumt. Von dem am Wochenende zugezogenen Bruch mehrerer Rippen ließ er sich nichts anmerken. Neben dem Chor begleitete das Bläserensemble der Kreisjugendmusikschule die Veranstaltung. Nach den Reden folgte ein geselliger Teil mit Vorführungen der Lindhorster Trachtengruppe.Foto: bb