Als Experte steht der Gruppe der Dipl. Ingenieur für Landschafts- und Freiraumplanung, Henning Dormann, zur Seite. Der bestätigt bei einem Ortstermin mit Nachdruck die Einzigartigkeit der Süntelbuchen. „Das ist eine besondere botanische Rarität und die muss geschützt werden”, so Dormann. Vor allem seit der Freistellung der Baumgruppe im Jahr 2004 hätten immer mehr Besuchergruppen einen Abstecher zu den Süntelbuchen gemacht. „Und das wiederum hat dazu geführt, dass im unmittelbaren Kronenbereich eine Bodenverdichtung eingesetzt hat, die sich langfristig auf den Wurzelbereich und die Wachstumsbedingungen der Süntelbuchen auswirkt”, warnt Dormann. Eine Lösung zum Schutz, Erhalt und zur langfristigen Sicherung wäre der Bau eines Steges durch die Anlage unter den Baumkronen. Solch ein Steg, ähnlich wie man ihn in Moorgegenden oder in Dünenlandschaften findet, würde eine weitere Bodenverdichtung verhindern. Der Steg solle punktuell auf Pfählen stehen und sich in seiner Wegführung an dem heutigen Fußpfad orientieren. Eine solche Anlage hätte auch den Vorteil, dass die Süntelbuchen bei jedem Wetter, auch im Winter, gut zu erreichen wären. Der Antrag der Gruppe wird erweitert durch die Forderung, die Lücken und den Randbereich zur Liegewiese hin durch Neuanpflanzungen von Süntelbuchen zu verdichten und den Bestand dadurch zu vergrößern. „Natürlich wären alle Maßnahmen mit der Denkmalpflege abzustimmen”, wird der Antrag ergänzt. Der Verwaltung wird gebeten, eine Vorplanung mit Kostenschätzung zu erstellen und diese im Umweltausschuss beraten zu lassen. Gleichzeitig soll geprüft werden, ob für diese Maßnahme Fördermittel in Anspruch genommen werden können. „Wir denken schon, dass es da Möglichkeiten gibt”, bekräftigt WGN- Sprecher Frank Steen. Bei positivem Votum für den Bau einer Steganlage sollen die entsprechenden Mittel im Haushaltsplan 2012 bereitgestellt werden. Steen sieht Handlungsbedarf seitens der Stadt, weil sie die Eigentümerin des Kurparks ist. Auch die Kur- und Tourismusgesellschaft (KurT) würde profitieren, wenn diese besondere botanische Attraktion langfristig geschützt werden würde. „Auf mittlere Sicht könne durch weitere Bodenverdichtung das Wachstum der Süntelbuchen eingeschränkt werden”, gibt Dormann zu bedenken.Foto:pd