Asia light | Schaumburger Wochenblatt

19.10.2026 15:47

Asia light

Das Mizumi in der Innenstadt. (Foto: Christian Kutschera)
Das Mizumi in der Innenstadt. (Foto: Christian Kutschera)
Das Mizumi in der Innenstadt. (Foto: Christian Kutschera)
Das Mizumi in der Innenstadt. (Foto: Christian Kutschera)
Das Mizumi in der Innenstadt. (Foto: Christian Kutschera)

In aller Munde – heute im Mizumi in Wunstorf

Das Mizumi in Wunstorf tritt mit dem Versprechen an, „im exquisiten Restaurant erstklassiges Sushi und authentisch asiatische Küche im charmanten Wunstorf“ anzubieten. Bis auf die unerträgliche Verkehrsführung im Ort stimmen wir der letzten Aussage gerne zu, solange man sich über den Stadtgraben und nicht über die Südstraße nähert. Das Restaurant an sich ist ein solitäres Häuschen, das von außen ein bisschen hingestellt wirkt, von innen aber mit viel Deko recht gemütlich eingerichtet ist.

Beim Bestellen haben wir erstmal die leckeren Edamame für 4,50 Euro gewählt, das sind noch leicht unreife Sojabohnen in ihren Hülsen, die mit ein wenig grobem Meersalz und frisch abgekocht serviert wurden. Diesen japanischen Snack, der dort gern zum Bier gereicht wird, kann man während des Essens die ganze Zeit nebenbei knabbern. Als zweite Vorspeise haben wir eine Wan-Tan-Suppe bestellt. Die ursprünglich kantonesische Spezialität wird aus Gemüse- oder Hühnerbrühe gemacht, in der Frühlingszwiebeln, Koriander und anderes Gemüse enthalten sind und natürlich möglichst prall mit abgeschmecktem Hackfleisch gefüllte Teigtaschen. Die haben sie hier für 5,50 Euro auch gut hinbekommen. Außerdem haben wir Frühlingsrollen mit Hühnchen, Krebsfleisch, Gemüse und Süß-Sauer-Soße für 5,50 Euro gewählt. Hier werden zwei zugekaufte TK-Rollen frittiert, diagonal aufgeschnitten und mit den Zutaten serviert. Knusprig.

Nicht ganz ungefährliche Effekte

Zu unseren Hauptgängen wurde ein kleines Schälchen mit Wasser auf dem Tisch platziert, in dem ein Stückchen Trockeneis für Stimmung gesorgt hat. Weil dieses minus 80 Grad kalte Eis nicht aus Wasser besteht, sondern aus gefrorenem Kohlendioxid, verdampft die unsichtbare Luftfeuchtigkeit in der direkten Umgebung und lässt den dekorativen Nebel entstehen. Sieht gut aus und ist nebenbei nicht ganz ungefährlich, denn in der Hand würde so ein Eiswürfel aus Kohlendioxid sogar Verbrennungen verursachen.

Ein weiteres Gericht war die Sushiplatte Gourmet, auf der eine Inside-Out-Rolle, eine zweite Crunchy-Rolle und vier Nigiris waren, zwei mit Lachs und zwei mit Thunfisch. Sojasauce, eingelegter Ingwer und Wasabi rundeten das Bild ab und wurden von einem kleinen Blumentopf mit Plastikblumen ergänzt. Ein bisschen mehr Sushi für 26 Euro wäre uns eindeutig lieber gewesen. Immerhin haben sie hier einen eigenen Sushikoch, der an unserem Abend sonst nichts zu tun hatte und viel an seinem Handy spielte. Der Lachs schmeckte sehr gut und frisch, der Thunfisch auch, der Reis unter den Nigiris war eine Spur zu weich. Die Rollen werden ordentlich gemacht, geschmacklich sind sie gut, nur der Teig war zu lange in der Fritteuse und dadurch zu hart. Nicht so schlimm, dachten wir, freuten uns über den Nebel und den leckeren Mango-Lassi für fünf Euro, einen fruchtigen Joghurt-Milch-Wasser-Mix. Der Aperol war für 6,50 Euro fast ein Schnäppchen und das 0,75-l-Wasser für sechs Euro erst recht.

Als bekennende Acrylamid-Freaks haben wir die Ente genommen, die bei den meisten Asiaten immer gleich, unaufgeregt, aber knusprig auf den Tisch kommt. Darunter jede Menge Gemüse in einer abgeschmeckten Sojasauce und eine halbe Kugel Reis – für 18 Euro kann da doch nichts schiefgehen. Gebracht hat uns die freundliche Servicekraft leider Hähnchen und auf Nachfrage erfuhren wir, dass sich versehentlich nun leider ein anderer Gast über die Ente freut.

Beim Bezahlen der nächste Flop. Wir wollten die aufgelaufenen 80 Euro mit der EC-Karte bezahlen, was uns mit dem Hinweis verwehrt wurde, es ginge nur bar. Konnten wir nicht wissen, steht auch nirgends und ist, gerade bei Asiaten, nicht zeitgemäß. Auf die Frage, was wir denn jetzt machen können, wurde uns nicht etwa angeboten, den Betrag zu überweisen, sondern zur nächsten Bank zu gehen und Geld aus dem Automaten zu holen, denn schließlich, so wurde das begründet, nehmen sie hier schon seit vier Jahren nur Bargeld. Diese Erklärung brachte uns beim Erstbesuch natürlich nicht weiter, die eiserne Reserve in der Handtasche dagegen schon. So gingen wir, ausnahmsweise ohne Trinkgeld geben zu können, durch das charmante Wunstorf Richtung Parkplatz und denken, dass wir einen weiteren Versuch wagen, denn die ausgesprochen euphorischen Bewertungen im Netz kommen ja nicht von allein.

Mizumi Wunstorf Restaurant
Küsterstraße 1
31515 Wunstorf
Telefon: 05031 6801193
mizumi-wunstorf.com

Mo.-Do.: 12:00-15:30 Uhr
und 17:00-22:00 Uhr;
Fr.-Sa.: 11:30-22:30 Uhr;
So.: 12:00-21:30 Uhr

Das Mizumi in der Innenstadt (Foto: Christian Kutschera)
Das Mizumi in der Innenstadt. (Foto: Christian Kutschera)

Von Christian Kutschera
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