Es gehört tatsächlich Mut dazu, in wirtschaftlich so komplizierten Zeit wie im Moment ein eigentlich bewährtes Veranstaltungsformat zu den Akten zu legen und dafür mit etwas völlig Neuem an den Start zu gehen. Die Verantwortlichen auf dem Rittergut Remeringhausen um die Besitzer Nicolaus und Tania von Schöning haben diesen Mut bewiesen und am Wochenende, dem ersten von dreien, die Premiere ihres neuen Veranstaltungsformats „Märchenlichter” gefeiert, und das mit großer Resonanz bereits am ersten Veranstaltungstag.

Bis in die späten Abendstunden drängten sich viele Hundert Besucher auf dem weitläufigen und speziell bei diesem Event ungemein aufwändig dekorierten und vor allem illuminierten Parkgelände. Zukünftig werden die an drei Wochenenden stattfindenden „MärchenLichter” das bisherige „NovemberLicht” ersetzen, das 2015 ursprünglich als „Novemberklüngel” zum ersten Mal stattfand.

Von Vorneherein hatten Nicolaus und Tania von Schöning betont, mit den „MärchenLichtern” ein völlig neues Veranstaltungskapitel aufschlagen zu wollen: Kleiner, exklusiver, ohne die Hektik und den Trubel der großen Veranstaltungsgeschwister Pflanzentage, British Weekend und Romantic Garden, und mit ganz klarer Fokussierung auf das visuelle Erlebnis für die Besucher an Stelle eines weiteren Herbst-, Winter- oder Vorweihnachtsmarkts. Tatsächlich wird das Veranstaltungskonzept des Vorgängers umgekehrt. War beim „Novemberlicht” die Illumination des Parks dekoratives Beiwerk für den großflächigen Herbst- und Wintermarkt im Innenhof und den Hofgebäuden, so bilden die Lichtspiele hier den Mittelpunkt.

Und tatsächlich wird derjenige, der mit der Erwartung auf ein „Novemberlicht light” zu den „MärchenLichtern” fährt, sicherlich enttäuscht: Zwar gibt es in der Hofscheune und dem Torhaus auch einige wenige ausgesuchte Händler und Aussteller und sogar einen kleinen Winter- und Adventsmarkt, nur spielen die ganz bewusst nur eine Nebenrolle.

Stattdessen schicken die „MärchenLichter” ihre Besucher von Beginn an in einen ungemein opulenten Bilderrausch aus Kulissen, Lichtinstallationen und Illuminationen auf einem vorgezeichneten Parcours durch das gesamte Parkgelände. Dabei wurden neben einer Vielzahl kleiner zu entdeckender Details wie zum Beispiel Feen- und Wichtelbehausungen, leuchtender Pilze oder fluoreszierender Schmetterlinge rund zwanzig bekannte Motive aus der Welt bekannter überlieferter Märchen, Kunstmärchen und der phantastischen Literatur realisiert, die es auf dem Parkrundweg zu entdecken gilt: Bekannte Klassiker wie „Rapunzel”, „Der Froschkönig”, „TIschlein deck dich”, „Hänsel und Gretel” oder „Die goldene Gans” finden sich dabei ebenso wie „Die Schöne und das Biest”, „Die zertanzten Schuhe” oder „Die sieben Raben”.

Dabei kann man als Besucher in der festlich erstrahlenden Kürbiskutsche von Aschenputtel Platz nehmen wie auch auf einem leuchtenden Halbmond, der an das Bechstein-Märchen „Der Mann im Monde” ebenso erinnert wie an Mozarts „Zauberflöte”. Dazwischen weisen geisterhafte Halloween-Kürbisse den Weg bis zum Finale des Rundwegs, wo an der Teichwiese ein Einhorn und ein leuchtender Quallen-Wald warten. Und besonders aufmerksam sollte man gleich zu Beginn noch im Innenhof des Ritterguts sein, um die gespenstisch tanzende weiße Frau am Fenster zu entdecken.

Das Rahmenprogramm bietet unter anderem einen Märchenspaziergang, bei dem unterwegs auf dem Rundweg an mehreren Stationen Märchen erzählt werden.