Weniger Unfälle – aber mehr Wildschäden | Schaumburger Wochenblatt

06.05.2026 13:28

Weniger Unfälle – aber mehr Wildschäden

Das neuwertige Fahrzeug ist komplett zerstört. (Foto: red)
Das neuwertige Fahrzeug ist komplett zerstört. (Foto: red)
Das neuwertige Fahrzeug ist komplett zerstört. (Foto: red)
Das neuwertige Fahrzeug ist komplett zerstört. (Foto: red)
Das neuwertige Fahrzeug ist komplett zerstört. (Foto: red)

Im Landkreis Schaumburg hat sich der rückläufige Trend bei der Gesamtzahl der Verkehrsunfälle 2025 fortgesetzt. Nach Angaben der Polizei ereigneten sich 3.789 Unfälle und damit 89 weniger als im Vorjahr mit 3.878 Fällen. Im Zehnjahresvergleich liegt die aktuelle Zahl zwar unter den Höchstständen von 2019 mit 3.938 sowie 2023 mit 3.900 Unfällen, bleibt aber weiter über dem Niveau etwa der Jahre 2017 mit 3.421 oder 2020 mit 3.287 Fällen.

Deutlich gegen den Trend entwickelt sich dagegen die Zahl der Wildunfälle. Sie stieg von 524 auf 619 und erreichte damit ein Zehnjahreshoch. Seit 2016 bewegte sich die Zahl meist in einer Spanne zwischen 468 und 565 Fällen; nun liegt sie spürbar darüber.

Baumunfälle und Personenschäden rückläufig

Positiver fällt der Blick auf die Baumunfälle aus. Hier registrierte die Polizei 2025 neun Fälle weniger als 2024; die Zahl sank von 55 auf 46. Auch im Vergleich der vergangenen zehn Jahre liegt dieser Wert eher am unteren Rand der Skala.
Ebenfalls rückläufig ist die Zahl der Verkehrsunfälle mit Verletzten. 2025 wurden 494 Unfälle mit Personenschaden erfasst, nach 579 im Vorjahr. Damit verliefen 86,96 Prozent aller Verkehrsunfälle im Landkreis ohne Personenschaden.

Weniger Schwerverletzte und weniger Tote

Auch bei den Unfallfolgen zeigt die Statistik eine Entspannung. Die Zahl der schwer verletzten Personen sank von 59 auf 52 und erreichte damit den niedrigsten Wert der vergangenen zehn Jahre. Die Zahl der Todesopfer ging noch deutlicher zurück: Drei Menschen verloren 2025 bei Verkehrsunfällen im Landkreis Schaumburg ihr Leben, im Jahr zuvor waren es noch acht.
Bei den Leichtverletzten registrierte die Polizei ebenfalls einen Rückgang. Nach 512 Leichtverletzten im Jahr 2024 waren es 2025 noch 439. Zusammengenommen deutet die Entwicklung darauf hin, dass nicht nur weniger Unfälle mit Verletzten passierten, sondern dass auch die Folgen schwerer Kollisionen etwas weniger gravierend ausfielen als im Vorjahr.

Unfallfluchten bleiben ein Massenphänomen

Trotz eines leichten Rückgangs bleibt die Verkehrsunfallflucht ein großes Thema. 2025 wurden im Landkreis Schaumburg 982 Fälle registriert, fünf weniger als 2024. Die Aufklärungsquote stieg leicht von 42,25 auf 42,57 Prozent.
Bei Unfallfluchten mit verletzten Personen fällt die Bilanz günstiger aus. Hier sank die Zahl von 59 auf 44 Fälle. Zugleich stieg die Aufklärungsquote deutlich auf 59,09 Prozent, nachdem sie im Vorjahr noch 49,15 Prozent betragen hatte. Die Polizei verweist zugleich darauf, dass ungeklärte Fluchten häufig mit geringfügigen Schäden und wenig Spuren zusammenhängen, etwa auf Parkplätzen.

Kinder, junge Erwachsene und Senioren

Bei Kindern bis 14 Jahre wurden 2025 insgesamt weniger Verletzte registriert. 47 Kinder wurden leicht verletzt, zehn schwer; 2024 waren es 55 Leicht- und acht Schwerverletzte. Ein tödlicher Unfall mit einem Kind wurde im vergangenen Jahr nicht verzeichnet.
In der Altersgruppe der 18- bis 24‑Jährigen sank die Zahl der Leichtverletzten deutlich von 150 auf 121. Die Zahl der Schwerverletzten stieg leicht von 17 auf 18, Todesopfer gab es in dieser Altersgruppe 2025 keine mehr, nachdem 2024 noch drei junge Erwachsene tödlich verunglückt waren.
Auch bei den Menschen ab 65 Jahren zeigt die Statistik einen Rückgang. In dieser Altersgruppe wurden 182 Personen verletzt, nach 204 im Vorjahr. Davon wurden 160 leicht und 20 schwer verletzt; zwei Menschen über 65 Jahre starben infolge eines Verkehrsunfalls.

Zweiräder: Fahrräder und Motorräder rückläufig

Abseits der E‑Scooter, die bereits gesondert betrachtet wurden, sanken 2025 auch die Unfallzahlen bei anderen Zweirädern. Die Zahl der Verkehrsunfälle unter Beteiligung von Fahrrädern ging von 150 auf 121 zurück. Darunter waren 25 Unfälle mit Sachschaden, 81 mit Leichtverletzten, 14 mit Schwerverletzten und ein tödlicher Fahrradunfall. Bei den Pedelecs verzeichnet die Polizei vor allem bei älteren Menschen eine Entspannung. In der Altersgruppe ab 65 Jahren hat sich die Zahl der verunfallten Personen mehr als halbiert. Leichte Anstiege gab es dagegen bei Kindern bis 14 Jahren und bei den 18- bis 24‑Jährigen. Auch bei Motorrädern über 125 ccm sank die Zahl der Unfälle von 74 auf 57. Davon endeten 14 mit Sachschaden, 30 mit Leichtverletzten, 12 mit Schwerverletzten; ein Mensch kam ums Leben.

Alkohol, Drogen und Ablenkung bleiben Risikofaktoren

Sorge bereitet der erneute Anstieg bei Alkoholunfällen. 2025 registrierte die Polizei 59 Verkehrsunfälle unter Alkoholeinfluss, nach 45 im Vorjahr. Zugleich sank die Zahl der Unfallbeteiligten unter Einfluss von Betäubungsmitteln von 24 auf 12.

Die Polizei nennt Alkohol und Drogen, unangepasste oder überhöhte Geschwindigkeit sowie Ablenkung durch elektronische Geräte als zentrale Hauptunfallursachen. Um gegenzusteuern, wurden im vergangenen Jahr erneut Verkehrssicherheitswochen, Sonderaktionen sowie allgemeine Kontrollen durchgeführt. Neu war zudem eine Facebook-Aktion der Polizeiinspektion Nienburg/Schaumburg, bei der Bürgerinnen und Bürger mitentscheiden konnten, wo Geschwindigkeitskontrollen stattfinden sollten; die Kontrollen Anfang 2026 seien auf gute Resonanz gestoßen.

    Die Zahlen für das Jahr 2025. (Foto: KI/nd)
    An den Fahrzeugen entstand erheblicher Sachschaden. (Foto: privat)
    Die Unfallstatistik aus Niedersachsen für das Jahr 2025. (Foto: KI/nd)
    Eine schwere technische Rettung war hier nicht erforderlich. (Foto: privat)
    Unfall bei Bückeburg. Archivfoto Polizei. (Foto: nd)

    Nadine Dressler
    Nadine Dressler
    Redakteurin Schaumburger Wochenblatt.

    Nadine Dressler ist seit Anfang 2024 als Redakteurin beim Schaumburger Wochenblatt tätig. Sie betreut schwerpunktmäßig die redaktionellen Belange der Bereiche Bückeburg, Obernkirchen, Auetal und Bad Eilsen. Vereine und Initiativen können können ihre Pressemitteilungen gern direkt an n.dressler@schaumburger-wochenblatt.de senden.
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