Wer den Führerschein verliert, weil er mit Alkohol am Steuer erwischt worden ist, der muss bisweilen mit nachgerade dramatischen Folgen rechnen. Vor allem, wenn er den Schein berufsbedingt dringend benötigt - und der ermittelte Wert über 1,5 Promille liegt: Dann wird nämlich die MPU, der im Volksmund so genannte „Idiotentest” obligat. Die Vorbereitung auf jene Prüfung gehört zu den wesentlichen Aufgaben, die sich die Selbsthilfegruppe Alkohol im Straßenverkehr (AiS) gesetzt hat. Im zehnten Jahr ihres Bestehens konnte die AiS jetzt auf eine erfolgreiche Bilanz verweisen, wie beim Pressegespräch im Haus der Diakonie an der Bäckerstraße deutliche wurde. Gruppenleiter Friedrich-Wilhelm Möhring, Dirk Kalkman und Diplom-Psychologin Corinna Beckschäfer stellten dabei zunächst den Modus Operandi der Selbsthilfegruppe vor. Corinna Beckschäfer wies darauf hin, dass jeder Kandidat zunächst nachweisen müsse, dass er „trocken” sei. An Alkoholsucht Erkrankte müssten zunächst eine Therapie machen. Dass die Mitglieder der Gruppe nicht abhängig seien, müssten sie mehrmals nachweisen, wobei es sogar - ähnlich wie im Radsport - unangemeldete Kontrollen geben könne.
Die Erfolgsquote der AiS kann sich nach zehn Jahren sehen lassen: Von 122 Personen hätten 108 innerhalb eines Jahres ihren Führerschein wiedererlangt, erläuterte Friedrich-Wilhelm Möhring, das seien immerhin rund 90 Prozent. Den Teilnehmer an den Kursen wird allerdings auch einiges abverlangt - vor allem viel Zeit, denn sie müssen in der Regel ein Jahr lang zu den wöchendlichen Treffen im Haus der Diakonie kommen. Dafür können sie aber auch für vergleichsweise geringes Entgeld für den Führerschein fit gemacht werden. Rund 250 Euro kostet die Maßnahme. Darin enthalten sind fünf Einzelgespräche sowie am Ende ein Testat. Foto: km