(Rinteln) | Schaumburger Wochenblatt

Das Unternehmen GPD Foodpacking GmbH hat Antrag auf ein Insolvenzverfahren gestellt.  (Foto: nd)

Junges Unternehmen in Schieflage

Mit der GPD Foodpacking GmbH aus Rinteln ist ein junges Unternehmen offenbar in eine finanzielle Schieflage geraten. Der Hersteller von Verpackungen für Tiefkühlprodukte stellte einen Insolvenzantrag.
Hier, so Zech, sollte eigentlich die Flutmulde ihren Dienst tun. Was zu sehen ist: Starker Bewuchs durch Brombeerbüsche und auch Bäume stehen im Durchfluss. Die gelbe Linie markiert den Hochwasserstand von Dezember 2023. (Foto: ste)

Abgesoffen im Weihnachtshochwasser und hängengelassen von der Stadt

Eigentlich ist Eike Zech von der gleichnamigen Gärtnerei im Gräbeweg ein Gemütsmensch. Seine Kernkompetenz liegt in der Aufzucht und Pflege von Gemüse-, Zier- und Blühpflanzen. Da setzt er ganz auf einen möglichst chemiefreien Anbau mit Hilfe von zahlreichen Insekten gegen Schadbefall. Und das lief in den vergangenen Jahren prächtig. Besonders seine umfangreiche Tomatenauswahl begeisterte die Kunden und wer mit Zech ins Gespräch kommt, stellt die Leidenschaft fest, mit der er seinen Beruf lebt. Doch wenn es um das Weihnachtshochwasser in Rinteln geht, dann schwillt ihm die Halsschlagader auf den doppelten Umfang an, denn für die Schäden, die in seinem Betrieb durch Überflutungen entstanden sind, macht er die Stadt Rinteln mitverantwortlich. Hintergrund ist, dass nach seiner Meinung die an seinem Grundstück vorbeilaufende Flutmulde von der Stadt Rinteln nicht ordnungsgemäß von Bewuchs wie Brombeerbüsche und Bäume freigehalten wurde und so durch Treibgut ein Rückstau entstand, der innerhalb kürzester Zeit große Teile seiner Gärtnerei überflutete. 1995 habe die Flutmulde bei gleichem Hochwassserstand noch ihre Arbeit getan, ohne dass die Gärtnerei nasse Füße bekommen habe.
Wiktor Lesniewski erklärt, warum ein Stipendium Auszubildenden oder Studierenden in Notlagen helfen kann. (Foto: ste)

Das „pulsierende Herz für soziale Aufgaben in der Stadt“

Das erklärte Ziel der Rintelner Silvesterinitiative, die im kommenden Jahr ihr 25-jähriges Bestehen feiert, kommt aus der Kategorie „klotzen und nicht kleckern“. Es geht dem Verein unter der Führung von Annika Schwick um nicht weniger als „...das pulsierende Herz für soziale Aufgaben in der Stadt“ zu werden. Damit das gelingt, braucht es mehr Geld. Denn: „Mehr Geld – mehr Gutes!“, so Kassenwart Norbert Schwick. Und deshalb hat sich der Vorstand auch erweitert um Sophie Wedemeier, Christina Tegtmeier, Meike Langguth, Wiktor Lesniewski und René Langejürgen. Sie sollen mit ihren Netzwerken in die heimische Wirtschaft mehr Unterstützung für die immer vielfältiger werdenden Arbeiten der Initiative einwerben. Im vergangenen Jahr konnte der Verein bei einer Vielzahl von Projekten bereits 42.000 Euro ausgeben, doch von einem „erfolgreichen Jahr“ wollte Kassierer Norbert Schwick nicht sprechen: „Erfolgreich wäre unsere Arbeit, wenn es die Hilfebedürftigkeit der Menschen nicht gäbe. Unser Jahr war eher arbeitsreich und herausfordernd!“ Unterstützt wurde der Verein dabei auch vom Schaumburger Wochenblatt mit einer sehr gelungenen Werbeaktion. Ohnehin wurde die Öffentlichkeitsarbeit im letzten Jahr drastisch verstärkt, um in der Gesellschaft mehr wahrgenommen zu werden. Daraus resultierte auch eine Mitgliedersteigerung um 15 auf 140 Personen, doch allein mit den Mitgliedsbeiträgen lassen sich die sozialen Aufgabenstellungen nicht bewältigen. Immer wieder wurden Spenden eingeworben, die dann zielgerichtet für Projekte zur Hilfe Betroffener von Großbränden oder auch Hochwassergeschädigten ausgezahlt werden konnten. 165 Wünsche von Kindern und Senioren konnten über die Wunschbäume in Volksbank und Sparkasse erfüllt werden. Eine Familie in der Rintelner Nordstadt veranstaltete extra ein Straßenfest zum Sammeln von Spenden für diese Aktion. Sehr intensiv wurde die Rintelner Tafel mit 15.000 Euro für Lebensmittel unterstützt und bei 57 Einzelmaßnahmen konnte Menschen geholfen werden, die in Not geraten waren. Viele der Projekte der Silvesterinitiative sind mittlerweile in das Alltagsgeschäft übergegangen, so zum Beispiel die Schulranzenaktion, bei der 15 Kinder mit Ranzen ausgestattet wurden, oder die Schulbuchaktion, bei der 20 Familien Hilfe für den Kauf von Schulbüchern erhielten. Immer ist eine sehr intensive Prüfung der Bedürftigkeit der jeweilig geförderten Menschen vorgeschaltet, so dass möglichst keine Hilfe fehlgeleitet wird. Hilfreich dabei sind unter anderem die Diakonie, die Kirchengemeinden und die Schuldnerberatung. Auch mit der Jugendhilfe von Susanne Spieß gibt es eine gute Kooperation. Norbert Schwick berichtete von einem Leuchtturmprojekt mit einem Jungen, dem ein Führerschein finanziert wurde und der nun auf dem Weg zu einer Ausbildung ist: „Wir haben ihn aus dem Sturm des Lebens geholt und zu einer gefestigten Eiche gemacht!“ Susanne Spieß und ihre Kollegin Uta Werner freuten sich über die tolle Unterstützung und die Silvesterinitiative will sich auch an ihrem Projekt „Intensives Schulungswohnen“ (ISW) beteiligen, bei dem Kinder im Alter von 0 bis 17 Jahren mit ihren Erziehungspersonen sechs Monate lang intensiv von einem Expertenteam der Jugendhilfeeinrichtung begleitet werden. Solche Leuchtturmprojekte sollen weitergeführt werden und neu ist auch, dass die Silvesterinitiative Stipendien für Auszubildende und Studierende im Landkreis Schaumburg vergibt. Viel Arbeit, die sich die Initiative vorgenommen hat und die laut Mitgliederbeschluss weiter durch den wiedergewählten Vorstand Annika Schwick, Vivian Stiak, Norbert Schwick und Marie Wübker geleistet werden soll.
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Auch ohne Warnschild wäre der hohe Wasserstand der Weser deutlich erkennbar.  (Foto: ssw)

Rasanter Pegel-Anstieg der Weser

Die Weser ist wieder in aller Munde. Die Pegel stiegen innerhalb einer Woche um mehr als zwei Meter und insbesondere die Nacht von Freitag auf Samstag brachte ein kräftiges Plus, so dass bereits wieder die Hartlerstraße und die Dankerser Straße gesperrt werden mussten. Der derzeit aktuelle Wasserstand liegt bei etwas über 5,50 Meter und schaut man sich die weseraufwärts liegenden Pegelstände in Hann. Münden und Höxter an, so steigt die Weser auch weiterhin an. Glaubt man den Prognosen des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Weser (WSV), dann kommt auf Rinteln ein Pegelstand von etwa 5,90 Meter zu, der sich in Folge – abhängig vom Wetter – allerdings auch wieder schnell abflacht. Anders als beim Weihnachtshochwasser im vergangenen Jahr, als die 6,65 Meter längere Zeit anhielten. Positiv ist, dass an der Edertalsperre zusätzlicher Hochwasserschutzraum geschaffen wurde, so dass die Abgabemenge der Edertalsperre nach derzeitigen Planungen bei 20 Kubikmeter pro Sekunde gering gehalten werden kann. Auch die Diemeltalsperre wird mit acht Kubikmeter pro Sekunde nur eine kleine Menge Wasser abgeben müssen. Für Rinteln wird der höchste Stand derzeit für Montag vorausgesagt. Das SW fragte nach bei Doktorsee-Geschäftsführer Uwe Deppe, ob er für den Doktorsee nach derzeitigen Prognosen eine Gefahr der Überflutung sieht. Deppe ist zuversichtlich, dass das Hochwasser diesmal nicht den See volllaufen lässt. Das wäre auch eine Katastrophe, denn gerade sind die Arbeiten in vollem Gang, um die Schäden des Weihnachtshochwassers zu beseitigen. Auch Arif Sanal von der „Bodega Beach“ ist zuversichtlich und hofft, dass das Wasser schnell wieder zurückgeht. Auch bei ihm ist der Schaden vom Dezemberhochwasser groß: „Aber die Elektrik ist schon kaputt, mehr geht nicht!“ Nach der Flutwelle wird er wieder mit Hochdruck daran gehen, die Beach wieder fit für die Saison zu bekommen. Für Rinteln ist bereits wieder die Hochwasser-Warnstufe zwei ausgerufen worden (ab 500 Zentimeter Wasserstand) und auch die Stufe drei ist realistisch, denn die wird ab 5,60 Meter aufgerufen. Feuerwehren und THW stehen in Bereitschaft und auch die Stadt Rinteln ist vorbereitet und hat bereits mit ihren Krisenstab im Dezember gute Erfahrungen gemacht. Auf www.pegelonline.nlwkn.niedersachsen.de oder www.elwis.de kann man sich die Pegelstände der Weser ganz aktuell anschauen. Die Prognosen sind unter pss.wsv.de abrufbar.
Hier ist ein Regenrückhaltebecken geplant. Dafür starten heute die Bauarbeiten.  (Foto: ste)

Waldkaterallee für Bauarbeiten voll gesperrt

Der Abwasserbetrieb der Stadt Rinteln hat mit der Umsetzung des neuen Regenrückhaltebeckens gestartet. Die Waldkaterallee wurde im Zuge der vorbereitenden Arbeiten in der letzten Woche zwei Tage voll gesperrt. In drei Bauphasen entsteht dort in den nächsten Monaten eine Art Wanne, die bei Starkregen viel Wasser aufnehmen und später kontrolliert an den Regenwasserkanal abgeben kann. „Mit dem Rückhaltebecken entlasten wir den Regenwasserkanal und beugen so einer Überlastung vor. Es ist damit eine wertvolle Maßnahme für den Starkregenschutz und wirkt so auch Überschwemmungen entgegen“, erklärt Grit Seemann, technische Betriebsleiterin des Abwasserbetriebes Rinteln. Verläuft alles nach Plan, werden die Bauarbeiten im August 2024 abgeschlossen sein. Der Spazierweg, der unterhalb der Lebenshilfe Rinteln e.V. verläuft, ist über den gesamten Bauzeitraum nicht begehbar. In der ersten und zweiten Bauphase kommt es zeitweise zu Einschränkungen für den Durchgangsverkehr in der Waldkaterallee. Dank verschiedener im Zuge der artenschutzrechtlichen Untersuchungen definierten Schutzmaßnahmen kann ein Großteil des Baumbestandes auf der Grünfläche erhalten bleiben. Einige Bäume, darunter drei entlang der Straße, müssen weichen, um Platz für den Überschwemmungsschutz zu schaffen. Aus Sicherheitsgründen kommt es deshalb zu einer zweitägigen Vollsperrung der Waldkaterallee. Autofahrer werden gebeten, auf die Straßen Unter dem Stiderfeld, Wilhelm-Busch-Weg und Kurt-Schumacher-Straße auszuweichen.
Superintendent Christian Schefe ist als Anmelder der Demontration gegen Rechts und für Demokratie zufrieden mit der Resonanz und Dr. Dirk Gniesmer hat noch weitere Ideen für einen differenzierten Austausch verschiedener Akteure der Flüchtlingsarbeit. (Foto: ste)

Weitere Aktionen für die Demokratie sind in Planung

Die Demonstration gegen Rechts und für Demokratie am vergangenen Samstag wird von Anmelder Christian Schefe als voller Erfolg gewertet. Das SW wollte von ihm wissen, ob weitere Demontrationen mit Kundgebungen unter seiner Anmeldung zum gleichen Thema geplant sind, wie sein Fazit der Demo ist, welche Organisationen und Institutionen sich der Aufforderung zur Demo angeschlossen haben und ob gegebenenfalls noch weitere Aktionen geplant sind? Schefe dazu: „Weitere Aktionen sind bisher nicht geplant, aber das kann noch kommen!” Und er verweist auf Dr. Dirk Gniesmer, Pastor der Johannis-Gemeinde, der noch Pläne hat. Das SW fragte auch bei ihm nach und Dr. Gniesmer antwortete: „Ich habe schon einmal vorgeschagen, eine Podiumsdikussion oder eine ähnliche Aktion zu veranstalten, mit verschiedensten Teilnehmern aus Politik, Kirche, Flüchtlingshilfe, Migranten selber. Da könnten vielfältigste Aspekte erörtert und vielleicht auch differenzierter dargestellt werden. Das ist aber alles noch nicht spruchreif!” Superintendent Christian Schefe freut sich, dass so viele Unterstützer mit zur Demo aufgerufen haben. Mit dabei waren: SPD Rinteln, CDU Rinteln, Grüne Rinteln, FDP Rinteln, Rintelner Interessen, Kirchengemeinden Steinbergen und Bad Eilsen, Ev. Reformierte Gemeinde Rinteln, Evangelisch Reformierte Kirchengemeinde Möllenbeck, Diakonisches Werk Grafschaft Schaumburg, Landkreis Schaumburg, die Stadt Rinteln, Kreisjugendring, Ev. Jugend Grafschaft Schaumburg, Verdi Bezirk Hannover, Omas gegen Rechts Rinteln, WGS, VT Rinteln, TSV Krankenhagen, NABU Rinteln, Tischlerei Hoppe und die Evangelisch lutherischen Kirchengemeinden der Region Rinteln. Sein Fazit: „Ich bin froh, dass so viele ein Zeichen für Demokratie und Menschlichkeit gesetzt haben. Wir sind viele. Wir gehören zusammen!”
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