Schaumburger Wochenblatt

Pastor Pawel Laska<br><br>St. Sturmius, Rinteln (Foto: privat)

Die Suche nach dem Vater

Am Sonntag, den 8. Februar, feiern wir in der katholischen Kirche den 5. Sonntag im Jahreskreis. Im Evangelium hören wir die Worte: „Ihr seid das Salz der Erde. Ihr seid das Licht der Welt.“
Die Draisine von Rinteln bis ins Extertal startet in die 25. Saison mit besonders attraktiven Angeboten und einer schrittweise erneuerten Flotte mit E-Antrieb.  (Foto: ste)

Neue Draisinen-Flotte mit E-Antrieb

2024 wurde bereits ein Förderantrag „Draisinenflotte Extertal“ gestellt, jetzt wurde der Antrag vom Land Nordrhein-Westfalen in voller Zuwendungshöhe bewilligt. Die Verkehrsbetriebe Extertal GmbH (vbe) haben den Auftrag zur Lieferung der neuen mit elektrischer Unterstützung ausgestatteter Draisinen vergeben an die Firma PATRIA Fahrräder, die nach der erfolgten Auftragserteilung kurzfristig mit der Produktion beginnen wird. Schon im April diesen Jahres werden die ersten zehn neuen elektrisch betriebenen Draisinen an die vbe ausgeliefert. Bis Anfang 2027 wird die Flotte schrittweise auf insgesamt 30 neue Draisinen erweitert. Die Draisinen-Saison 2026 läuft vom 1. April bis zum 25. Oktober und steht ganz im Zeichen eines besonderen Jubiläums: Seit nunmehr 25 Jahren wird die Draisinenstrecke von Rinteln bis ins Extertal betrieben. Aus diesem Anlass dürfen sich Gäste auf ein spannendes Jubiläumsjahr mit vielen Aktionen und einer großen Jubiläumsfeier freuen. Höhepunkt wird ein großer Jubiläumstag am Draisinenbahnhof Rinteln sein. An diesem besonderen Tag verbinden die Verkehrsbetriebe Extertal und Pro Rinteln Erlebnis, Natur und Familienfreundlichkeit. Darüber hinaus sind für das gesamte Jahr besondere Monatsaktionen geplant. Unter dem Motto „25 Jahre Draisinenspaß Extertalbahn“ laden exklusive Angebote dazu ein, die Strecke immer wieder neu zu entdecken – von Naturentdeckungen und Kinderaktionen über Familien- und Freundesangebote bis hin zu kulinarischen Highlights. Bereits jetzt konnte mit Unterstützung der Touristikgemeinschaft Lippisches Bergland–Weserbergland e. V. die Attraktivität der Strecke weiter verbessert werden, unter anderem durch zehn neue Sitzbänke entlang der Strecke. Draisinen für einen Ausflug können online unter www.draisinen.de gebucht werden. Persönlich ist das Team von Pro Rinteln werktags von 10 bis 12 Uhr telefonisch unter 05751/403988 oder per E-Mail unter info@draisine.de erreichbar.
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In der katholischen St. Sturmius Gemeinde sollten die kirchlichen Angebote gestärkt werden und in der Seniorenarbeit hat das bereits gut funktioniert.  (Foto: ste)

Mit Kartoffelsalat und Würstchen gegen Einsamkeit

Eigentlich, so Stefan Branahl, sei er sein Leben lang ein echter Vereinsmuffel gewesen. Als Leiter der Redaktion der Kirchenzeitung des Bistums Hildesheim und leidenschaftlicher Weltreisender sei seine Zeit ohnehin knapp gewesen und für ehrenamtliche Arbeit im Verein blieb da wenig über. Ganz anders sein Mitstreiter Franz-Josef Stöckl, der kurzzeitig den SC Rinteln leitete, im Rat der Stadt saß, im Kreistag mitentschied, den Karnevalsverein mitgründete und auch die Vereinigten Chöre Rinteln führte. Jetzt ist Branahl im Ruhestand und zusammen mit Stöckl hat er die Aktion „Donnerstags um Drei“ in der katholischen Kirche St. Sturmius ins Leben gerufen. Die Alternative zur ehrenamtlichen Arbeit: „Fernseher, aber das kam für uns beide nicht in Frage und im Ruhestand die Füße hochlegen, das wollten wir auch nicht“, sind sich Stöckl und Branahl einig. Sie gingen zu einer Sitzung zur Aktivierung von kirchlichen Gruppen. Da sei am Ende die Seniorenarbeit übrig geblieben und dieser Arbeit widmen sich jetzt die beiden Ehrenamtler. Bei einem ersten Sondierungstreffen mit Ursula Gauglitz und Sabine Kalkmann als Zuständige für Seniorenarbeit im Kirchenkreis schlug jeder etwas anderes vor. Also entschied man sich für ein wechselndes Donnerstagsprogramm von Bingo über Gedächtnistraining bis zu Ausflügen und Diskussionsnachmittagen. Heute nehmen regelmäßig über 20 Personen am Donnerstag um 15 Uhr im Gemeinderaum der katholischen Kirche teil. Zum Ziel haben sich Stöckl und Branahl die Generation „Ruheständler“ gesetzt und der Altersschnitt der Besucher von 60 bis 97 zeigt, dass das Konzept Früchte trägt. Richard Witt ist der älteste Teilnehmer und bei einer gemeinsamen Radtour stellte er unter Beweis, dass er es noch so richtig drauf hat. Es sei schön zu erleben, wie man etwas von „0“ aufbauen könne und mittlerweile unterstützten viele Menschen die Donnerstagsaktionen: „Es ist eine Atmosphäre der guten Gemeinschaft entstanden, die ich für mein Leben bereichernd empfinde“, so Branahl. Er schiebt passend zur aktuellen Witterung nach: „Wenn Menschen sich freuen wie Schneekönige, dann stimmt das Konzept!“ Franz-Josef Stöckl sieht unter den Besuchern auch die Ökumene gestärkt, denn nicht nur aus der katholischen Gemeinde kommen Gäste, sondern auch aus anderen Rintelner Kirchengemeinden. Stöckl und Branahl wollen sich mit den ersten Erfolgen allerdings nicht zufriedengeben. Sie werden sich nach einem Vortrag von Christel Grannemann-Bülte vom Mehrgenerationenhaus künftig verstärkt um die Bekämpfung von Einsamkeit kümmern und hatten dazu schon am Heiligabend ein erstes Angebot: „16 Menschen folgten unserer Einladung zum gemeinsamen Abend mit Kartoffelsalat und Würstchen, Liedern und Gesprächen!“ Die Alternative wäre für diese Menschen ein Heiligabend alleine zu Hause gewesen. Im Frühjahr sollen weitere Aktionen folgen und ein Helferkreis wird aktuell aufgebaut. Beide Ehrenamtler sind sich sicher: „Man kann nicht immer nur nach Veränderungen rufen, man muss sie aktiv mitgestalten!“
Beim Neujahrsempfang von Pro Rinteln stellt sich WBA Boxweltmeister Piergiulio Ruhe den Fragen des Publikums. (Foto: ste)

Pro Rinteln lädt zum Neujahrsempfang

Der Stadtmarketingverein Pro Rinteln hatte seine Mitglieder jetzt zu einem ideenfördernden Networking-Abend eingeladen – in entspannter Runde, bei Fingerfood und Getränken. In Rinteln ansässigen Unternehmen, Geschäfte und Institutionen folgten der Einladung unter dem Motto: „Verbunden durch Ideen – gemeinsam machen wir Rinteln stark!“ Vorsitzender Thomas Gieselmann moderierte den Abend alleine, da Stadtmanagerin Imke Bachmann krankheitsbedingt fehlte. Er begrüßte Dr. Tim Bendig, ehemaligen Vorstandsvorsitzenden der Weserbergland AG und heutigen CEO von „theLivingCore“. Bendig machte deutlich, dass Stillstand für Unternehmen Rückschritt bedeuten kann. Er plädierte für zukunftsorientierte Konzepte und hob hervor, wie schwierig es sei, Ideen zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort umzusetzen. Lokale Pragmatismen könnten Innovationen hemmen, daher plädiert er für radikale Innovation durch Leap-Innovationsprozesse, Lernen aus der Zukunft, Mindset-Wandel und den eigenständigen Ausbau von Innovationskompetenzen. Solche Ansätze zielten auf neue Produkte, Geschäftsmodelle und kulturellen Wandel. Gieselmann zeigte sich zuversichtlich, dass schon der Austausch von einer einzigen neuen Erkenntnis wertvoll sei. Anschließend stellte sich Piergiulio Ruhe, Hausherr des Ringhotels „Der Waldkater“, vor. Bekannt ist Ruhe durch seinen WBA Gold Weltmeistertitel im Boxen. Er ließ er durchblicken, dass es eine mögliche Titelverteidigung in Südamerika geben wird. Musikalisch umrahmt wurde der Abend von einer Jazz-Formation der Kreisjugendmusikschule unter der Leitung von Siegfried Albrecht.
Das neue Jahr ist angebrochen, die nächsten Veranstaltungen stehen schon wieder in den Startlöchern, wie hier der Brennholz- und Bauernmarkt.<br> (Foto: ste)

Neues Jahr – neue Veranstaltungen

Das Jahr 2026 ist gestartet, die Veranstaltungssaison auch. Neben zahlreichen Jahreshauptversammlungen von Vereinen, Feuerwehren und Gruppierungen gibt es auch die beliebten Innenstadtevents wieder und die starten am Samstag, 31. Januar, mit dem Winterabverkauf in den Einzelhandelsgeschäften, der in Rinteln „Winter-Häppchen-Schnäppchen-Markt“ heißt. Beim antizyklischen Kauf spart man richtig Geld und hat dennoch die modischen Trends der Saison in der Einkaufstüte. Ebenfalls am 31. Januar und am 1. Februar gibt es den Rintelner „Brennholz- und Bauernmarkt“, an dem auch die Einzelhandelsgeschäfte verkaufsoffen sind. Dieser beliebte Markt lockt immer wieder tausende von Besuchern in die Stadt, denn alles rund um Brennholz und regionale Artikel aus den Hofläden hat immer Konjunktur. Weiter geht es dann am 14. Februar mit der Pro-Rinteln-Aktion „Ein Küsschen für Dich“. Mit dieser Aktion will der Stadtmarketingverein Kunden in die Geschäfte locken und das am Valentinstag, einem Traditionstag für Geschenke an die Liebsten. Eine kleine Aufmerksamkeit in Form von Süßigkeiten, Pralinen oder Blumen wartet in den Geschäften auf die Kunden. Zahlreiche Geschäfte werden sich auch diesmal an dieser „süßen“ Aktion beteiligen. Und wer jetzt schon seinen Kalender bis März komplettieren möchte, der kann sich für den 14. März die Aktion „Lust auf Frühling“ notieren, wenn in den Geschäften Frühlingsüberraschungen auf die Kunden warten. Und dann ist ja auch schon wieder Zeit, um an ein leckeres Eis zu denken, denn die Rintelner Eisdielen öffnen in der Regel ab März. Mit dem „Eistaler“, den man bei Einkäufen in den Geschäften erhalten kann, schmeckt das Eis doppelt so gut.
Christine und Heinz Pohl heute: Ein schönes Zuhause, ihre Tiere und Autos prägen ihren <br>Tagesablauf.  (Foto: ste)

„Was machen eigentlich...?“ Christine und Heinz Pohl

Im Rahmen der Serie des Schaumburger Wochenblatt „Was macht eigentlich...?“ sind wir in dieser Ausgabe verabredet mit Christine und Heinz Pohl. Die beiden 75-jährigen mit dem Namen Pohl waren quasi das Synonym dafür, wenn man ein Taxi brauchte. „Ruf mal Pohl an!” In den 1960er Jahren gründete Gerhard Pohl das Unternehmen und schon er setzte darauf, dass Taxi-Pohl immer die saubersten und schönsten Autos auf die Straße brachte. Seine schwarzen Mercedes glänzten in der Sonne und wenn man als Kind am Pferdemarkt am Taxi von „Puschen Pohl”, wie sein Spitzname lautete, vorbeikam, kurbelte er das Fenster runter und verteilte „Bollchen”. Heinz Pohl weiß noch genau, dass sein Vater oft mit Filzpuschen hinter dem Lenkrad saß und jedes Jahr bekam er zum Weihnachtsfest ein Paar neue. Die Philosophie von Gerhard Pohl „...aus dem Bett, Jacke an und los” übernahmen später auch Christine und Heinz Pohl. Doch erst einmal lernte Heinz Pohl Autoschlosser bei – natürlich – Mercedes und Christine Krankenschwester. In der Fahrschule lernten sich beide kennen und nach einigen Stationen in Fremdunternehmen in Bückeburg und Minden übernahmen sie Ende der 1970er Jahre das Unternehmen „Taxi Pohl” mit der markanten Rufnummer 5574, die später von Heinz Bruder Siegfried übernommen wurde. Denn auch Siegfried Pohl war mit Leib und Seele Taxifahrer und genauso bekannt wie einst Vater Gerhard und später sein Bruder Heinz. Zu Hochzeiten hatten Christine und Heinz Pohl fünf Autos laufen, eines schöner als das andere. Stolz zeigt Heinz Pohl die Schmuckstücke der verschiedenen Baureihen, immer aufgepimpt mit Chrom, immer blitzeblank, immer tippi toppi sauber im Innenraum. Rinteln hatte in diesen Zeiten noch reichlich Gaststätten und Kneipen, Discos wie das „Bonanza”, „Revanche”, „Rintintin” und Barbetriebe wie das „Mon Cherie” am jetzigen Standort des WEZ und natürlich die „Babalou Bar”. Die „heißeste Nummer” sei jedoch die „Taverne” in der Weserstraße gewesen. Dazu kamen Etablissements, die nur in Taxifahrerkreisen bekannt waren, wie etwa ein Betrieb in Westendorf. Zu diesen Zeiten gab es reichlich Fahrten mit englischen Soldaten, die aus Detmold, Lemgo, Minden und Hameln nach Rinteln zum Feiern kamen und die ordentlich Geld in den Taxikassen spülten. Allerdings auch so manche unschöne Erinnerung an Flatulenzen nach reichlich Biergenuss oder auch abrupte Stopps zur Magenentleerung der Fahrgäste. Christine und Heinz Pohl spulten Kilometer für Kilometer ab, hatten reichlich festangestellte und aushelfende Mitarbeitende und mussten dennoch nach der Weserbrückensperrung 1989 feststellen, dass der Konkurrenzdruck hoch war und die Einnahmen rückläufig. Heinz übergab sein Geschäft an Bruder Siegfried und fuhr bei anderen Unternehmen in Bückeburg weiter Taxi. Schnell stellte er jedoch fest, dass das nicht seine Welt war und kaufte sich wieder einen eigenen Wagen. Sein neuer Slogan mit neuer Telefonnummer: „14771 – Und schon kommt Pohl-Men Heinz!” Das neue Taxiunternehmen legte einen Raketenstart hin und Christine und Heinz waren wieder das Maß der Dinge. Dann das wohl schlimmste Ereignis, was man sich als Fahrer vorstellen kann. Bei einer Fahrt nach Lemgo wurde Heinz Pohl unter Vorhalt einer Waffe ausgeraubt. Der Täter konnte später gestellt werden und hatte auch noch einen Banküberfall hingelegt. Doch rückblickend betrachtet habe man fast ausschließlich gute Erfahrungen mit den Gästen gehabt, so Christine Pohl, die die Arbeit im Taxi mit einer Sozialstudie von Menschen vergleicht: „Man lernt die Fahrgäste und ihr Verhalten zu lesen!” Und die schönsten Tage seien immer die gewesen, wenn die Lohntüten an die Mitarbeiter in den Rintelner Firmen ausgegeben wurden: „Dann ging es gleich nach der Arbeit gar nicht erst nach Hause, sondern nach Minden oder sonstwohin, wo es Bordelle gab!” Das Unternehmen gibt es heute nicht mehr. Heinz Pohl pflegt aber noch immer seine Liebe zu Autos und hat die schönsten Stücke seiner Taxigeschichte noch im eigenen Besitz. Christine musste ihre Liebe zu Pferden mittlerweile aus gesundheitlichen Gründen aufgeben, arbeitet aber immer noch in der Lebenshilfe: „Um ein wenig unter Leuten zu sein!” Mit der Polizei, so Heinz Pohl, habe er nur wenig schlechte Erfahrungen machen müssen: „Der Führerschein war allerdings einmal weg, als ich mit 102 durch Kleinenbremen geblitzt wurde!” Es musste halt immer schnell gehen.
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