Schaumburger Wochenblatt

Auch 2026 ist wieder ein „Frühschoppen Boulen” geplant. (Foto: privat)

Boulefreunde Rinteln feiern Turniererfolg

Die Boulefreunde Rinteln blicken auf ein erfolgreiches zweites Super-Mêlèe „Frühschoppen-Boulen“ zurück. Von September bis November fanden an zehn Donnerstagen spannende Spiele auf der Anlage an der Dankerser Straße statt. Bei überwiegend schönem Wetter nahmen insgesamt 56 Spielerinnen und Spieler an dem Turnier teil, das allen Beteiligten viel Freude bereitete.
Christine und Heinz Pohl heute: Ein schönes Zuhause, ihre Tiere und Autos prägen ihren <br>Tagesablauf.  (Foto: ste)

„Was machen eigentlich...?“ Christine und Heinz Pohl

Im Rahmen der Serie des Schaumburger Wochenblatt „Was macht eigentlich...?“ sind wir in dieser Ausgabe verabredet mit Christine und Heinz Pohl. Die beiden 75-jährigen mit dem Namen Pohl waren quasi das Synonym dafür, wenn man ein Taxi brauchte. „Ruf mal Pohl an!” In den 1960er Jahren gründete Gerhard Pohl das Unternehmen und schon er setzte darauf, dass Taxi-Pohl immer die saubersten und schönsten Autos auf die Straße brachte. Seine schwarzen Mercedes glänzten in der Sonne und wenn man als Kind am Pferdemarkt am Taxi von „Puschen Pohl”, wie sein Spitzname lautete, vorbeikam, kurbelte er das Fenster runter und verteilte „Bollchen”. Heinz Pohl weiß noch genau, dass sein Vater oft mit Filzpuschen hinter dem Lenkrad saß und jedes Jahr bekam er zum Weihnachtsfest ein Paar neue. Die Philosophie von Gerhard Pohl „...aus dem Bett, Jacke an und los” übernahmen später auch Christine und Heinz Pohl. Doch erst einmal lernte Heinz Pohl Autoschlosser bei – natürlich – Mercedes und Christine Krankenschwester. In der Fahrschule lernten sich beide kennen und nach einigen Stationen in Fremdunternehmen in Bückeburg und Minden übernahmen sie Ende der 1970er Jahre das Unternehmen „Taxi Pohl” mit der markanten Rufnummer 5574, die später von Heinz Bruder Siegfried übernommen wurde. Denn auch Siegfried Pohl war mit Leib und Seele Taxifahrer und genauso bekannt wie einst Vater Gerhard und später sein Bruder Heinz. Zu Hochzeiten hatten Christine und Heinz Pohl fünf Autos laufen, eines schöner als das andere. Stolz zeigt Heinz Pohl die Schmuckstücke der verschiedenen Baureihen, immer aufgepimpt mit Chrom, immer blitzeblank, immer tippi toppi sauber im Innenraum. Rinteln hatte in diesen Zeiten noch reichlich Gaststätten und Kneipen, Discos wie das „Bonanza”, „Revanche”, „Rintintin” und Barbetriebe wie das „Mon Cherie” am jetzigen Standort des WEZ und natürlich die „Babalou Bar”. Die „heißeste Nummer” sei jedoch die „Taverne” in der Weserstraße gewesen. Dazu kamen Etablissements, die nur in Taxifahrerkreisen bekannt waren, wie etwa ein Betrieb in Westendorf. Zu diesen Zeiten gab es reichlich Fahrten mit englischen Soldaten, die aus Detmold, Lemgo, Minden und Hameln nach Rinteln zum Feiern kamen und die ordentlich Geld in den Taxikassen spülten. Allerdings auch so manche unschöne Erinnerung an Flatulenzen nach reichlich Biergenuss oder auch abrupte Stopps zur Magenentleerung der Fahrgäste. Christine und Heinz Pohl spulten Kilometer für Kilometer ab, hatten reichlich festangestellte und aushelfende Mitarbeitende und mussten dennoch nach der Weserbrückensperrung 1989 feststellen, dass der Konkurrenzdruck hoch war und die Einnahmen rückläufig. Heinz übergab sein Geschäft an Bruder Siegfried und fuhr bei anderen Unternehmen in Bückeburg weiter Taxi. Schnell stellte er jedoch fest, dass das nicht seine Welt war und kaufte sich wieder einen eigenen Wagen. Sein neuer Slogan mit neuer Telefonnummer: „14771 – Und schon kommt Pohl-Men Heinz!” Das neue Taxiunternehmen legte einen Raketenstart hin und Christine und Heinz waren wieder das Maß der Dinge. Dann das wohl schlimmste Ereignis, was man sich als Fahrer vorstellen kann. Bei einer Fahrt nach Lemgo wurde Heinz Pohl unter Vorhalt einer Waffe ausgeraubt. Der Täter konnte später gestellt werden und hatte auch noch einen Banküberfall hingelegt. Doch rückblickend betrachtet habe man fast ausschließlich gute Erfahrungen mit den Gästen gehabt, so Christine Pohl, die die Arbeit im Taxi mit einer Sozialstudie von Menschen vergleicht: „Man lernt die Fahrgäste und ihr Verhalten zu lesen!” Und die schönsten Tage seien immer die gewesen, wenn die Lohntüten an die Mitarbeiter in den Rintelner Firmen ausgegeben wurden: „Dann ging es gleich nach der Arbeit gar nicht erst nach Hause, sondern nach Minden oder sonstwohin, wo es Bordelle gab!” Das Unternehmen gibt es heute nicht mehr. Heinz Pohl pflegt aber noch immer seine Liebe zu Autos und hat die schönsten Stücke seiner Taxigeschichte noch im eigenen Besitz. Christine musste ihre Liebe zu Pferden mittlerweile aus gesundheitlichen Gründen aufgeben, arbeitet aber immer noch in der Lebenshilfe: „Um ein wenig unter Leuten zu sein!” Mit der Polizei, so Heinz Pohl, habe er nur wenig schlechte Erfahrungen machen müssen: „Der Führerschein war allerdings einmal weg, als ich mit 102 durch Kleinenbremen geblitzt wurde!” Es musste halt immer schnell gehen.
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Einen ersten Einblick in seine karnevalistischen Fähigkeiten gab Fürst Dirk der I. von der Ems bei der Proklamation. (Foto: ste)

Neues Dreigestirn: „Dirk der Erste von der Ems“ ist Fürst

Der Wachwechsel beim Rintelner Carnevalsverein ist vollzogen: Wie jedes Jahr stellt der Verein sein neues Dreigestirn vor – in diesem Jahr erstmals im stilvollen Saal des Waldkater. Zwar wird der Waldkater nicht zur neuen Karnevalshochburg, denn diese Rolle bleibt der ErnA, dem Saal im Gymnasium Ernestinum, für die Prunksitzung vorbehalten, doch der Saal eignete sich hervorragend, um zu zeigen, was den Rintelner Karneval in dieser Session prägt: Zu Beginn präsentierten die Garden eine erste Kostprobe ihres energiegeladenen Könnens, gefolgt vom Dreigestirn mit Fürst, Kanzlerin und Tillin, die in diesem Jahr neu besetzt wurden. Fürst Bodo der I. vom Taubenberg wurde verabschiedet, ebenso wie Roberto der I. vom Fockenkump, dem die Narretei mit in die Wiege gelegt wurde. Auch Tillin Lisa Rabe musste ihre Ämter niederlegen. Das neue Dreigestirn präsentierte sich im Anschluss mit Fürst Dirk der I. von der Ems, Kanzlerin Petra die I. vom Weserbogen und Tillin Mia Fromme. Kinderprinzessin wurde Maja die Erste. Unter großem Beifall der karnevalistischen Gäste, zu denen auch der Vizepräsident des Niedersächsischen Prinzen Club e.V. Andreas Ohm gehörte, gab es Raketen und Jubelrufe wie „Rinteln Helau“. Ebenfalls zu Gast waren Delegationen befreundeter Vereine aus Hameln, Alverdissen, Minden-Porta, Grün-Rote-Bütt und Kalledonien. Das diesjährige Sessionmotto lautet: „Der RCV bringt die ErnA zum Beben, unser Karneval wird weiterleben!“ Und wie das Weiterleben aussehen soll, dazu hatte Vereinsvorsitzender Sebastian Westphal bereits eine Idee: Wenn alle so treu und engagiert bleiben wie die Geehrten, die vom Bund Deutscher Karneval e.V. in Köln ausgezeichnet wurden, muss es einfach klappen. Bronze erhielten Pia Brandt, Natalie Heine, Maja Kampmeier, Lea Lachner, Lea Mohme und Joy Timmel für ihre tänzerischen Leistungen; Gold ging an Hans Hübner für seine Musikdarbietungen; Jörg Riechert erhielt Bronze für seine Büttenreden. Silbermedaillen im Tanzsport gingen an Mia Fromme, Ronja Fromme, Stefanie Nolting, Sina Nolting, Lisa Thiedig und Pia Thierbach. Westphal kündigte für die laufende Session an, die im vergangenen Jahr erstmals veranstaltete Halloween-Party beizubehalten und diese künftig das Oktoberfest ersetzen zu lassen.
Der moderne Unimog des Rintelner Bauhof kann auch schon Sole ausbringen. (Foto: ste)

Irgendwann kommen wir zu jedem

6:45 Uhr auf dem Rintelner Bauhof. Es herrscht bereits seit 5 Uhr geschäftiges Treiben und das Telefon von Bauhofleiter Klaus-Ulrich Hartmann steht nicht still: „Der Schulhof der Grundschule Süd muss gereinigt werden“, ruft er seinem Team zu. Hartmann hatte zugestimmt, dass das Schaumburger Wochenblatt eine der Schneetouren mitfahren darf. 21 Touren koordiniert Hartmann insgesamt, 15 davon mit Maschineneinsatz, sechs durch Handstreukolonnen. 14 Touren schafft der Bauhof in Eigenregie, für weitere sieben Touren werden Lohnunternehmer eingesetzt: „Goldbeck, Hohenrode, Schaumburg, Deckbergen, Westendorf, Uchtdorf, Volksen, Wennenkamp und Friedrichswald schaffen wir mit unseren Kräften nicht“, so Hartmann. Noch werde zumeist ein Splitt-Salz-Gemisch verstreut, die Zukunft liege jedoch im Aufbringen von flüssiger Sole: „Das ist umweltfreundlicher!“ Sole habe den Vorteil, dass sie quasi auf der Straße festklebe und nicht wegwehe. Rund 500 Tonnen Splitt und Salz lagert der Bauhof in seinem Bunker und der moderne Unimog, mit dem ich gleich mitfahren darf, verfügt auch schon über die Möglichkeit von Soleausbringung. Das Ziel von Bauhofmitarbeiter Björn Saeger als Fahrer des Unimog am heutigen Morgen ist Todenmann: „Da kann man gut erleben, was es heißt steile und auch enge Straßen vom Schnee zu befreien“, so Saeger. Normalerweise ist er mit einem anderen Arbeitsgerät am Unimog zuständig für Heckenschnitt, sogenanntes Straßenbegleitgrün. Doch der Winterdienst hat Vorrang und so bleiben die anderen Arbeiten erst einmal liegen. Rote Seitenbegrenzungsleuchten zeigen, dass das drei Meter breite Schild auch schon auf den ganz normalen Straßen eine Herausforderung ist. Es kann angeschrägt werden, damit sich die Fahrzeugbreite verringert. Das größte Problem sind geparkte Fahrzeuge, so Saeger, denn wenn in den Nebenstraßen in Todenmann gerade einmal die Mindestfahrbahnbreite von drei Metern neben einem parkenden Fahrzeug bleibt, muss er Millimeterarbeit leisten, um die Straße vom Schnee freizuschieben. Geschoben wird nach Dringlichkeitsstufen. Zuerst die Hauptzubringer, dann Hanglagen und Schulwege, dann Wohnviertel. „Irgendwann kommen wir zu jedem“, ist sich Björn Saeger sicher. Die Kreis-, Landes- und Bundesstraßen werden durch die Straßenmeisterei bearbeitet: „Da darf wegen der höheren Geschwindigkeiten auch kein Splitt gestreut werden!“ Für Saeger ist es der dritte Winter beim Rintelner Bauhof und die Maße seines Fahrzeugs kennt er im Schlaf. Auch die Problemstraßen, in die er in weiser Voraussicht häufig rückwärts einfährt. Dann kann er nämlich durch sein eigenes Streuen bereits etwas mehr Traktion auf die Räder bringen: „Fängt mein zwölf Tonnen schwerer Unimog erst an zu rutschen, dann kann auch Allrad die Physik nicht außer Kraft setzen!“ Doch mit Erfahrung und Schleuderketten für Vorder- und Hinterräder ist der Unimog schon ein echtes Allroundtalent für schwierige Situationen. Gefährliche Situationen habe er schon erlebt, so Saeger, doch passiert sei bislang zum Glück noch nichts. Dann muss er sich wieder voll konzentrieren auf das Heben, Senken und die Schrägstellung des Räumschilds, auf die Steuerung der Salzstreuung und natürlich auf den Verkehr, denn nicht immer üben andere Fahrzeugführer Rücksicht. Aber genau diese Abwechslung und Vielfalt in seinem Beruf ist es auch, die Björn Saeger Spaß machen. Dann geht es in die Straße „Am lichten Holz“ in Todenmann, die durch ihre enge Beschaffenheit und die Steigung höchste Konzentration erfordert. Aber es geht auch noch steiler, denn in Schaumburg, Wennenkamp und Friedrichswald gibt es Straßen, die über 20 Prozent Steigung aufweisen und das schafft bei Glätte nicht einmal ein starker Traktor. Da relativiert sich Saegers Spruch „Irgendwann kommen wir zu jedem!“ Nach knapp zwei Stunden muss wieder Salz nachgeladen werden, doch die Tour endet für Saeger noch nicht. Und für die kommenden Tage ist weiterer Schnee angekündigt.
Das neue Jahr ist angebrochen, die nächsten Veranstaltungen stehen schon wieder in den Startlöchern, wie hier der Brennholz- und Bauernmarkt.<br> (Foto: ste)

Neues Jahr – neue Veranstaltungen

Das Jahr 2026 ist gestartet, die Veranstaltungssaison auch. Neben zahlreichen Jahreshauptversammlungen von Vereinen, Feuerwehren und Gruppierungen gibt es auch die beliebten Innenstadtevents wieder und die starten am Samstag, 31. Januar, mit dem Winterabverkauf in den Einzelhandelsgeschäften, der in Rinteln „Winter-Häppchen-Schnäppchen-Markt“ heißt. Beim antizyklischen Kauf spart man richtig Geld und hat dennoch die modischen Trends der Saison in der Einkaufstüte. Ebenfalls am 31. Januar und am 1. Februar gibt es den Rintelner „Brennholz- und Bauernmarkt“, an dem auch die Einzelhandelsgeschäfte verkaufsoffen sind. Dieser beliebte Markt lockt immer wieder tausende von Besuchern in die Stadt, denn alles rund um Brennholz und regionale Artikel aus den Hofläden hat immer Konjunktur. Weiter geht es dann am 14. Februar mit der Pro-Rinteln-Aktion „Ein Küsschen für Dich“. Mit dieser Aktion will der Stadtmarketingverein Kunden in die Geschäfte locken und das am Valentinstag, einem Traditionstag für Geschenke an die Liebsten. Eine kleine Aufmerksamkeit in Form von Süßigkeiten, Pralinen oder Blumen wartet in den Geschäften auf die Kunden. Zahlreiche Geschäfte werden sich auch diesmal an dieser „süßen“ Aktion beteiligen. Und wer jetzt schon seinen Kalender bis März komplettieren möchte, der kann sich für den 14. März die Aktion „Lust auf Frühling“ notieren, wenn in den Geschäften Frühlingsüberraschungen auf die Kunden warten. Und dann ist ja auch schon wieder Zeit, um an ein leckeres Eis zu denken, denn die Rintelner Eisdielen öffnen in der Regel ab März. Mit dem „Eistaler“, den man bei Einkäufen in den Geschäften erhalten kann, schmeckt das Eis doppelt so gut.
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