In der Stoevesandtstraße fand ein Anwohner bei Gartenarbeiten einen verdächtigen Gegenstand, der sich im Nachgang als eine Granate britischer Bauart mit Zeitzünder entpuppte. Zuerst war von einer 3,7 Flaggranate die Rede. Diese Form der Granaten wurden allerdings nur von deutschen Truppen im zweiten Weltkrieg genutzt, insbesondere zur Flugabwehr und anfangs auch als panzerbrechende Flaggranate. Das hätte ein sogenanntes „friendly fire” bedeutet, also eine Granate aus einer deutschen Flag. Der Gefahrenbereich um den Fundort der Granate ist vom Kampfmittelbeseitigungsteam auf 300 Meter ausgewiesen worden. In diesem Bereich evakuiert die Polizei alle Wohnungen und auch Gewerbebetriebe und Schulen von 15 Uhr beginnend bis spätestens 16 Uhr. Dazu wird von Haus zu Haus gegangen und die Einwohner werden informiert. Sammelpunkt für diejenigen, die nicht wissen wo sie hingehen sollen, ist die Aula im Gymnasium Ernestinum. Nach derzeitigen Erkenntnissen kann die Granate nicht vor Ort entschärft werden, sondern muss gesprengt werden. Dazu werden entsprechende Vorkehrungen getroffen, um die umliegenden Häuser vor Splittern zu schützen. Die Stadt Rinteln hat einen Krisenstab eingerichtet, Polizei, Feuerwehr, THW und der Kampfmittelbeseitigungsdienst sind vor Ort. Wie die Polizei mitteilte, wird darum gebeten, den Bereich so weit wie möglich zu meiden, um Arbeiten nicht zu behindern. Wie lange die Evakuierung dauern wird, das hängt davon ab, wie schnell die Granate gesprengt werden kann. Die betroffenen Bürger werden dazu durch die Stadt Rinteln und die Polizei schnellstmöglich informiert.
Von den Sperrmaßnahmen betroffen sind insbesondere:
- Stoevesandtstraße (ab Kreuzung Prof.-Kohlrausch-Straße / Friedrichstraße)
- Bahnhofsweg (ab Stoevesandtstraße bis Hausnummer 7)
- Kerschensteiner Weg (ab Ecke Schraderstraße / Ostpreußenweg bis Breite Straße)
- Groß-Wartenberger-Straße (Hausnummern 1A bis 7 einschließlich Grundschule Nord)
- Dankerser Straße (ab Ecke Hafenstraße bis Hausnummer 26)
- Breite Straße (zwischen Stoevesandtstraße und Schraderstraße)
- Wilhelmstraße
- Karlstraße
Alle Anwohnerinnen und Anwohner sowie Beschäftigte innerhalb des Evakuierungsbereichs werden gebeten, ihre Wohnungen, Häuser und Betriebsstätten rechtzeitig zu verlassen. Der Bereich muss spätestens um 16:00 Uhr vollständig geräumt sein.
Die Einsatzkräfte von Polizei, Feuerwehr und Ordnungsbehörden informieren die Betroffenen derzeit direkt vor Ort und kontrollieren die Räumung des Gefahrenbereichs.
Personen, die während der Evakuierung keine private Unterbringungsmöglichkeit haben, können ab 15:00 Uhr die eingerichtete Anlaufstelle nutzen:
„Die Erna” - Aula des Gymnasiums Ernestinum
Paul-Erdniß-Straße 1
31737 Rinteln
Für den Transport zur Anlaufstelle wird ein kostenloser Shuttle-Service angeboten. Die Busse fahren um 15:00 Uhr von folgenden Standorten ab:
- Bahnhof Rinteln Nord
- Dankerser Straße (vor dem Unternehmen Bergsiek)
Nach derzeitigem Stand ist vorgesehen, die kontrollierte Sprengung gegen 18:00 Uhr durchzuführen. Sobald der Bereich wieder freigegeben werden kann, werden die Anwohnerinnen und Anwohner umgehend informiert. Bis zu dieser Freigabe darf der Evakuierungsbereich nicht betreten werden.
Für Fragen steht das Bürgertelefon der Stadt Rinteln unter der Rufnummer 05751 403-777 zur Verfügung. Insbesondere Personen, die aufgrund von Alter, Krankheit oder eingeschränkter Mobilität Unterstützung benötigen, werden gebeten, sich dort zeitnah zu melden.
Die Stadt Rinteln bittet zudem Angehörige, Nachbarn und Bekannte, hilfsbedürftige Personen im Rahmen ihrer Möglichkeiten zu unterstützen und auf eventuelle Hilfebedarfe aufmerksam zu machen.
Die Leitungen der Grundschule Nord sowie der Kindertagesstätte Klabauternest wurden über die Maßnahmen informiert.
Zur Verringerung möglicher Auswirkungen der bei der Sprengung entstehenden Druckwelle werden die Anwohnerinnen und Anwohner gebeten, vor dem Verlassen ihrer Wohnungen und Häuser nach Möglichkeit die Fenster in Kippstellung zu bringen.