Bad Nenndorfs Königspaar residiert in der Rudolf-Albrecht-Straße in unmittelbarer Nähe zueinander. Dies kam sowohl den Musikkern als auch den Schützen entgegen, brauchten sie bei hochsommerlichen Temperaturen keine weiten Wege zu marschieren. Die Schützen hatten sich aufgemacht, ihre Majestäten zu Hause abzuholen, um sie zum Festgelände am ehemaligen Vereinsheim an der Bahnhofstraße zu geleiten.
Vorher stärkten sich alle Beteiligten und ließen sich Imbiss und kühle Getränke schmecken. Zwei Tage lang feierten die Grünröcke bei Kaiserwetter ihr traditionelles Fest – eine Tradition, die 1928 mit dem Begehen eines ersten Schützenfestes ihren Anfang nahm. Damals präsentierte der wenige Jahre zuvor gegründete Verein der Öffentlichkeit mit Hermann Pinkau seinen ersten Schützenkönig. Ihn zierte bei seinem Auftritt eine schwere Königskette.
85 Jahre später trägt der amtierende Bad Nenndorfer Schützenkönig ebenfalls schwer an seiner offiziellen Amtskette. An der Seite des Vereinsvorsitzenden Wolfgang Hoffmeister schritt König Karl-Heinz Richter zu den Klängen des Präsentiermarsches die Front seiner Kameradinnen und Kameraden ab. Diese hatten sich ihm zu Ehren in Reih‘ und Glied aufgestellt. Steffen Köcher, Geräte- und Waffenwart des Vereins, machte sich derweil auf den Weg nach oben, um die mittlerweile vierte Königsscheibe auf dem Balkon des schießsportlich sehr erfolgreichen Königs zu befestigen. Dieser gehört dem Verein seit 1967 an, wie eine Kopie seines Aufnahmeantrags auswies, die Wolfgang Hoffmeister dem strahlenden König überreichte.
War das allererste Schützenfest noch eine Domäne der Schützen, so haben sich die Schützendamen längst ihren festen Platz im Vereinsgeschehen erobert. Das Schützenfest bot ihnen Gelegenheit, das 60-jährige Bestehen ihrer Damenabteilung im Verein zu begehen, selbstverständlich, wie seit vielen Jahrzehnten Brauch, mit einer eigenen Schützenkönigin. Gerda Fels, ebenfalls mit einer Amtskette ausgestattet, erhielt aus der Hand des Vereinsvorsitzenden einen Zinnteller als Anerkennung ihrer Königswürde überreicht. Für Jugendkönig Sascha Knaack-Schwartz hatte Hoffmeister ein Präsent mitgebracht.
Am Abend stand der Empfang der befreundeten Vereine auf dem Programmzettel. Bevor die Liveband „La Musica” so richtig loslegte und die Schützen und ihre Gäste bis in die späte Nacht das Tanzbein schwangen, wurden die Sieger des Schießens um dem Stadtpokal geehrt. 13 Mannschaften hatten sich im Vorfeld des Festes daran beteiligt. Die mächtige Trophäe ging in diesem Jahr erneut an den MTV Waltringhausen. Platz zwei fiel an die Theaterkiste Waltringhausen, Platz drei an den Männergesangverein Bad Nenndorf. Sehr zur Freude von Schützenchef Wolfgang Hoffmeister hatten sich über hundert Personen zum Mittagessen angemeldet, das im Rahmen des Frühschoppens am zweiten Schützenfesttag serviert wurde. Sie ließen sich Hochzeitssuppe, Rinderroulade, Rotkohl sowie Klöße schmecken und lauschten der Blaskapelle Bad Nenndorf, die bis in die Nachmittagsstunden für die musikalische Unterhaltung sorgte. Foto: bt