Der Niedersächsische Integrationspreis ist den Ehrenamtlichen gewidmet, die mit großem persönlichen Engagement und kreativen Ideen einen unverzichtbaren Beitrag zur Integration in Niedersachsen leisten. „Freiwilliges Engagement hat in Niedersachsen einen hohen Stellenwert. Integration ist eine Querschnittsaufgabe, die alle Lebensbereiche und alle Lebensabschnitte berührt. Das zeigt sich auch durch die Vielfalt der 58 Wettbewerbsbeiträge”, so Özkan.
Der diesjährige Integrationspreis ehrt nicht nur den herausragenden Einsatz Einzelner. Er zeigt auch, auf welch vielfältige und innovative Weise Integration in Niedersachsen passiert. Unter den Gewinnern ist auch eine Schaumburgerin. Marina Jalowaja aus Bad Nenndorf belegt den dritten Platz, der mit 4000 Euro dotiert ist. Marina Jalowaja ist eine Juristin aus Moskau und lebt seit 15 Jahren in Deutschland. Sie ist in dem Verein „Unter einem Dach”- einem Verein für russisch sprechende Behinderte - ehrenamtlich tätig und kümmert sich um Menschen mit Migrationshintergrund, die wegen ihrer Behinderung isoliert sind und bei der Integration besondere Unterstützung benötigen. Auch in Familien mit Migrationshintergrund muss immer öfter auf professionelle Betreuung zurückgegriffen werden. Das Hilfsangebot für diese Gruppe ist in Niedersachsen zurzeit noch sehr gering. Frau Jalowaja engagiert sich darüber hinaus als Vorsitzende der Jüdischen Gemeine Bad Nenndorf in der Bürgerinitiative „Bad Nenndorf ist bunt - Bündnis gegen Rechtsextremismus”.
Den ersten Platz erreichte Yilmaz Kilic. Mit 8.000 Euro ist der dieser dotiert. Kilic hat einen türkischen Migrationshintergrund und leitet in Melle ein eigenes Unternehmen mit etwa 20 Mitarbeitern. Er wird prämiert insbesondere für sein Engagement im Bereich der Elternarbeit.
Der zweite Preis mit 6000 Euro ging an Emilia Justus. Die gebürtige Russin kam 1996 als Spätaussiedlerin nach Deutschland. Sie engagiert sich ehrenamtlich im ersten Interkulturellen Seniorenbüro (IKS) Oldenburgs, in dem ältere Menschen mit pflegebedürftigen Angehörigen beraten und unterstützt werden.
Sonderpreis Ehrenamt und Natur, dotiert mit 3.000 Euro, ging an den gebürtigen Äthiopier Tassew Shimeles. Er engagiert sich seit vielen Jahren ehrenamtlich als Mitglied der Internationalen Gärten e.V. – Göttingen. Er hat die Potentiale der gemeinsamen gärtnerischen Tätigkeit als integratives Element erkannt und systematisch und kreativ genutzt.
Der Sonderpreis Ehrenamt und Beruf, dotiert mit 3.000 Euro, geht an Mina Amiry. Sie ist ehrenamtlich an der Volkshochschule (VHS) Cloppenburg engagiert. Hervorzuheben ist hierbei besonders die Arbeit von Mina Amiry im Bereich der Integration von Jugendlichen und Frauen in die Berufswelt. In Kooperation mit der VHS hat sie ein tatkräftiges Netzwerk geschaffen, das Menschen mit Migrationshintergrund die Orientierung im Berufsleben erleichtert.
Der Sonderpreis Lebenswerk, dotiert mit 3.000 Euro, ging an Anita Thalacker. Sie wurde 1940 in Ostpreußen geboren und im Zuge der Flucht 1945 bis Dezember 1948 in Danzig interniert. Danach kam sie nach Niedersachsen. Seit 30 Jahren widmet sich Thalacker als erste Vorsitzende des Vereins „Aktion Gemeinschaftssinn e.V.” der Integration von Menschen mit Migrationshintergrund. Sie hat sich der Integration angenommen bevor das Thema in den Fokus der gesellschaftspolitischen Diskussion gelangte.