Der Grund für den Aufwand liegt in der Beschaffenheit des Untergrunds. Lösslehmboden, haben die Experten ermittelt, die im vergangenen Herbst mit riesigen Bohrmaschinen Erkundigungen vornahmen. Für Edeka-Bauleiter Werner Mölders bestätigte sich dabei, was hiesige Heimatforscher schon lange wissen: Eines der Urstromtäler der Weser hat in der Urzeit zwischen Deister und Süntel gelegen. Die Betonpfähle sorgen für die nötige Stabilität der geplanten mächtigen Hallenbauten.
Auch für Mölders selbst ist die Baustelle im Logistikpark des Fleckens „schon eine große Nummer”. Entsprechend langwierig seien auch die vorbereitenden Maßnahmen gewesen, bis endlich im Herbst mit den Erdarbeiten begonnen werden konnte. Rund 40 Mitarbeiter eines Spezialunternehmens planierten und trassierten das Gelände. Der Leiter dieses Projekts, Dieter Mertensotto, war am Ende froh über den ausgesprochen trockenen Herbst: „Wir hätten es sonst nicht geschafft.” Mindestens an sechs Wochentagen wurde gearbeitet; mitunter wurden sogar an Sonntagen Sonderschichten eingelegt. Die lange Trockenheit hatte jedoch einen Nachteil für Anrainer und Besucher des Logistikparks: An manchen Tagen waren bei heftigem Westwind Fahrzeuge sehr schnell mit einer hellen Staubschicht bedeckt. Im Zuge der Erdarbeiten entstand eine 350 Meter lange Gabionenwand, die das Gelände in zwei verschiedene Ebenen teilt. Dabei wird ein Höhenunterschied von 7,50 Meter ausgeglichen. In diesem mächtigen Wall wurden zur Bewehrung des Erdreichs Zugbänder verlegt.
Die Bauphase für die Betonpfähle veranschlagt Mölders auf drei bis vier Monate. Parallel dazu soll etwa ab April der eigentliche Hochbau beginnen. Läuft alles nach Plan, werden erste Teilbereiche des Lagers ab Herbst 2013 genutzt werden können. Anfang 2014 soll das Edeka-Regionallager komplett in Betrieb gehen. Der Lebensmittelkonzern dürfte dann nach eigenen Angaben rund 120 Millionen Euro investiert haben. 650 Beschäftigte, die zu einem Großteil aus anderen Lägern kommen, finden hier ihren Arbeitsplatz. Dies dürfte nach Ansicht hiesiger Kommunalpolitiker für eine deutliche Belebung des Wohnungsmarkts und der regionalen Wirtschaft sowie kurz- und mittelfristig fluktuationsbedingt für ein größeres Beschäftigungsangebot vor Ort sorgen. Foto: al