Die Mitgliederversammlung der SG Rodenberg stand ganz im Zeichen eines tiefgreifenden personellen Umbruchs und eines historischen Moments. Mit Insa Gruschwitz wurde erstmals in der über 130-jährigen Vereinsgeschichte eine Frau zur Vorsitzenden gewählt. Sie tritt damit die Nachfolge von Torsten Meyer an, der nach mehr als zwei Jahrzehnten im Vorstand nicht erneut kandidierte.
Der scheidende Vorsitzende Torsten Meyer hinterlässt deutliche Spuren. Seit 2003 war er in unterschiedlichen Funktionen für den Verein tätig, zunächst als zweiter Schriftführer, später als Kassenwart, zweiter Vorsitzender und schließlich seit 2017 als erster Vorsitzender. In dieser Zeit begleitete und gestaltete er zahlreiche Entwicklungen maßgeblich mit.
In seiner Abschiedsrede blickte Meyer auf „sehr schöne Jahre“ zurück, fand aber auch selbstkritische Worte. Insbesondere bei der Mitgliederentwicklung habe er sich mehr erhofft. Gleichzeitig betonte er, dass es an der Zeit sei, Platz für neue Ideen zu machen. Unterstützung sagte er dem Verein weiterhin zu, unter anderem mit der geplanten Einrichtung eines Stammtisches für ältere Mitglieder.
Schriftführer Sven Nieszeri würdigte Meyers Wirken in einer Laudatio. Er erinnerte an zentrale Projekte wie die Einführung einer zentralen Buchhaltung, die Übernahme der Tennishalle durch den Verein, den Umbau des Sportheims, das Projekt „Klubtalent“ sowie die jüngst realisierte neue Homepage. Insgesamt seien „tausende Stunden, überwiegend in verantwortungsvoller Position“ zusammengekommen.
Mit Insa Gruschwitz übernimmt eine vergleichsweise neue Kraft die Leitung des Vereins. Erst 2024 war sie in den Vorstand eingetreten und hatte dort die Funktion der stellvertretenden Finanzvorständin übernommen. Die Lehrerin an einer weiterführenden Schule in Stadthagen ist selbst sportlich aktiv in der Tennissparte.
In ihrer Vorstellung machte Gruschwitz deutlich, dass sie sich der Verantwortung bewusst ist. Die Fußstapfen ihres Vorgängers seien groß, sagte sie, gleichzeitig zeigte sie sich zuversichtlich, die Aufgabe gemeinsam mit einem engagierten Vorstandsteam bewältigen zu können. Unterstützung aus dem Verein sei dafür ein entscheidender Faktor.
Neben dem Vorsitz gab es weitere personelle Veränderungen. Pressesprecher Bastian Borchers, der das Amt seit 2011 innehatte, trat ebenfalls nicht erneut an. Seine Nachfolge übernimmt Neele Hettwer, die sich spontan aus der Versammlung heraus zur Verfügung stellte.
Für die durch den Wechsel von Gruschwitz frei gewordene Position im Finanzbereich wurde Myles Barabas zum stellvertretenden Vorstand Finanzen gewählt. Die übrigen Vorstandsmitglieder wurden in ihren Ämtern bestätigt, sodass das Gremium nun wieder vollständig besetzt ist.
Inhaltlich machte die Versammlung deutlich, dass die SG Rodenberg vor wichtigen Herausforderungen steht. Themen wie Mitgliedergewinnung, Sponsoring und die langfristige finanzielle Stabilität werden den neuen Vorstand intensiv beschäftigen.
Gleichzeitig kann der Verein auf eine solide Basis aufbauen: Projekte wie die neue barrierefreie Homepage, die geplante Weiterentwicklung der Vereinskommunikation sowie Investitionen in Infrastruktur und Sportanlagen zeigen, dass die SG Rodenberg aktiv an ihrer Zukunft arbeitet.
Mit dem Wechsel an der Spitze verbindet sich die Hoffnung auf neue Impulse und die Fortsetzung einer langen Vereinsgeschichte, die nun um ein weiteres Kapitel reicher ist.