Es war eine der letzten Rübentransporte in der zu Ende gehenden Kampagne. Das normalerweise Kalk transportierende Gespann der Aerzener Firma LTW hatte in Niederholz bei Lüdersfeld seine Ladung aufgenommen.
An der Kreuzung Drei Steine bei Bad Nenndorf bog das schwere Fahrzeug rechts ab in Richtung Rodenberg und folgte der vor der Deisterstadt abknickenden B 442. In dieser scharfen Linkskurve knackte es gewaltig: doppelter Federbruch.
Weil eine Reparatur an Ort und Stelle nicht möglich war, kam nur ein Umladen in Frage. Ein geeignetes Ersatzfahrzeug war schnell beschafft. Schwieriger war die Suche nach einem geeigneten Radlader. Er musste ein Teleskopsystem haben, um die Früchte über die hohen Aufbauten des Anhängers hieven zu können. Die Lösung fand sich bei Landwirt Helge Sahlfeld in Apelern.
Und noch ein glücklicher Umstand erleichterte die Bergung: Der Havarist hatte als einziger von den bei diesem Rübentransport eingesetzten Fahrzeugen Seitenschächte, die nun nacheinander aufgeklappt werden konnten. So nahm der Radlader bereits etliche Früchte auf, bevor diese einen unübersehbaren Berg auf der Straße bilden konnten. Hätte nur die sonst übliche Heckklappe zur Verfügung gestanden, wäre aufwendige Handarbeit wohl unvermeidbar gewesen - und das bei 25 Tonnen.
Trotzdem blieb die Bundesstraße 442 zwischen der Abfahrt Apelern und der nördlichen Abfahrt in Rodenberg für rund drei Stunden voll gesperrt. Neben der Umladung waren Reinigungsarbeiten erforderlich; auch die Bergung des defekten Lastzugs musste noch erfolgen.
Kopfschütteln bei Polizei und den Einsatzkräften der Straßenmeisterei Stadthagen lösten einige Autofahrer aus. Diese ignorierten Sperrbaken und Verbotsschilder und versuchten trotz der deutlichen Hinweise, die Fahrbahn dennoch zu benutzen. Bei Einbruch der Dunkelheit waren die Hindernisse beseitigt. Zu dieser Stunde rollten die Niederholzer Rüben bereits mit deutlicher Verspätung zur Zuckerfabrik Nordstemmen. Foto: al