Michael-Andreas Meier, Chef des Bad Nenndorfer Kommissariats, und seine Kollegin Heidrun Schäfer, Leiterin des Einsatz- und Streifendienstes, gaben diese Entwicklung bei der Präsentation der Verkehrsunfallstatistik 2011 bekannt. Die von den beiden Beamten vorgelegten Materialien lassen erkennen, dass die Anzahl der Verkehrsunfälle von 664 im Jahr 2010 auf 612 im letzten Jahr abnahm. Bei 100 Unfällen wurden Personen verletzt. Im Jahr zuvor war dies noch in 128 Fällen so gewesen. Der Anteil an Unfällen mit Personenschaden ging von etwas mehr als 19 auf gut 16 Prozent in 2011zurück. Die Aufzeichnungen des Kommissariats weisen bei den Verkehrsunfallfolgen für das letzte Jahr bei den Leichtverletzten einen Rückgang von 35 Prozent aus. Allerdings findet sich bei den Schwerverletzten eine Zunahme von 34 Prozent. Eine Person wurde tödlich verletzt.
Hauptursache bei Verkehrsunfällen mit Personenschaden ist weiterhin eine nicht der Situation angepasste Geschwindigkeit des Unfallverursachers. Auch zeigt sich nach Aussage der beiden Beamten weiterhin ein hohes Dunkelfeld bei Fahrten unter Drogen- oder Medikamenteneinfluss. Rund 300 Fahrzeuglenker mussten bei Kontrollen in das Röhrchen pusten – bei 40 von ihnen erfolgte eine Blutentnahme, bei weiteren 18 wurde festgestellt, dass sie unter dem Einfluss von Drogen unterwegs waren. Nach Aussage Meiers ähneln diese Zahlen denen der Vorjahre. Alkohol war die Hauptunfallursache in 13 Fällen, einmal stand der Unfallverursacher unter Drogeneinfluss.
Unfallschwerpunkte im Bereich der Samtgemeinden Rodenberg und Nenndorf sind die Kreuzung „Drei Steine” – wo es auf der Rechtsabbiegerspur Richtung Hannover häufiger kracht – und die B 65 in Höhe des „Kraters”. Ein besonderes Sorgenkind der Beamten ist die K 61, die Verbindung zwischen Messenkamp und Nienstedter Pass. Zwischen Mai bis November 2011 haben sich in diesem Streckenabschnitt sechs Unfälle mit Personenschäden ereignet. Viermal waren Motorradfahrer daran beteiligt, viermal kam es zu so genannten Baumunfällen. In diesem Streckenbereich wird demnächst eine Geschwindigkeitsbegrenzung eingerichtet werden und es wird an den Leitplanken ein Unterfahrschutz montiert.
„Wir tun etwas”, sagte Michael-Andreas Meier und meinte damit Maßnahmen zur Erhöhung der Verkehrssicherheit. 166-mal wurden im letzten Jahr Verwarnungen bei Geschwindigkeitsverstößen ausgesprochen. 105 Anzeigen wurden wegen zu hoher Geschwindigkeit erstattet. Zudem wurden 262 Gurtverstöße geahndet und 73mal eingegriffen, weil beim Autofahren telefoniert wurde. Die Zahlen seien ähnlich wie im Vorjahr, äußerte Meier. Bei den Kontrollen bevorzugen die Beamten das direkte Gespräch mit den Autofahrern. „Wir halten an und reden mit den Menschen”, erläutert Meier die Vorgehensweise der Bad Nenndorfer Beamten. Dabei komme dem Gespräch auch ein erzieherischer Effekt zu. „Dies ist nachhaltiger, als wenn irgendwann später eine Mitteilung ins Haus flattert und der Autofahrer kaum noch weiß, wo er einen Fehler begangen hat”, erklärt Heidrun Schäfer. Foto: bt