Pünktlich um neun Uhr morgens wurde am Montag in Rodenberg die letzte Etappe des Bürgerschützenfestes eingeläutet, das am Ende offiziell mit dem Ehrentanz für die neue Majestät Ulrich Bauchmann und seine Ehefrau Monika seinen Ausklang fand. Die große Anzahl der Teilnehmer, die gute Stimmung im voll besetzten Festzelt beim „Festessen mit Damen” waren ein klarer Beweis für die Verbundenheit der Rodenberger mit dem Schützenfest. Das registrierten auch Bürgermeister Ralf Sassmann und Schützenoberst Heiko Katurbe bei ihren Ansprachen mit Genugtuung. „Es lohnt sich das Miteinander zu pflegen”, bekundete Katurbe. Er ging in seiner Festrede zunächst auf den geschichtlichen Ursprung des Festes ein. Was heute Anlass für ausgelassene Feiern und Harmonie ist, hatte früher einen ernsten Hintergrund.
Schon im 14. Jahrhundert sorgten die Bürgerwehren für Sicherheit an den Stadtmauern, wie der Oberst ausführte. Das Bürgerschützenfest heute sei ein wichtiger Bestandteil des Gemeinschaftslebens und habe einen hohen Stellenwert bei allen Bürgern. „Das ist etwas Besonderes und wir können stolz darauf sein”, führte er weiter aus. Die Tradition lebe im Bürgerschützenfest fort :”Es ist gut und richtig, dass es solche Dinge gibt”, stellte er unter dem Applaus der Zuhörer fest.
Die Traditionspflege erlaubt natürlich auch Anpassungen an heutige Zeiten. Das dokumentierten unter anderem die neuen Ratsfrauen Anja Niedenzu und Tina Böhm, die sich mit Zylinder und schwarzem Hosenanzug in die Gruppe der Ratsvertreter in die Schützenreihen integrierten. Oder das Stelldichein vor dem Rodenberger „Ratskeller”, das vor Jahren das traditionelle „Abholen des Bürgermeisters” vor dessen Haustür abgelöst hat. Auch in diesem Jahr genossen die Schützen und die Zaungäste am Rande den frisch gezapften Gerstensaft, zu dem Edeka-Mitarbeiterinnen knackige Würstchen als kleine Marschverpflegung austeilten. Für die Pferde gab es Mohrrüben.
Oberst Katurbe und sein Adjutant Michael Grädener hatte bei allem die Zeit immer im Blick. Das stramme Programm am Montag war weiter geprägt vom Abholen des Königs 2011, dem Festessen, dem Königsschießen, dem Katerfrühstück und der Proklamation der neuen Majestäten von 2012. Das Weckkommando mit einer Abordnung der Schaumburger Musikanten war bereits seit sechs Uhr früh in der Stadt unterwegs. Das alles erforderte von den Beteiligten wieder einiges an Stehvermögen.
Beim „Festessen mit Damen” schwächelte niemand. Ganz im Gegenteil, schon bei den ersten Liedern der Kapelle unter der Leitung von Ralf Jordan wurde gesungen und geschunkelt. Die Plätze im Zelt waren nahezu alle besetzt, die Serviceleute von Festwirt Fredrich hatten alle Hände voll zu tun und kamen auch mächtig ins Schwitzen. Foto:pd