Bisher gab es nur Schriftverkehr in beiden Angelegenheiten. Der Ärger von Bewohnern in Messenkamp an der den Ort direkt durchquerenden Bundesstraßentrasse schwelt mit Unterbrechungen schon seit geraumer Zeit. Die Proteste im benachbarten Altenhagen II über Motorradfahrer, die einen Abschnitt der K 61 offenbar als Versuchsstrecke zur Prüfung der Belastbarkeit ihrer Maschinen benutzen, sind besonders im vergangenen Jahr deutlich gestiegen. Der Ort liegt nur etwa 500 Meter Luftlinie von der zum Teil in Serpentinen verlaufenden Strecke am Kappenberg entfernt.
Bei einem Treffen, zu dem der Rechtsanwalt und Messenkämper SPD-Ratsherr Karl Minne Braaksma eingeladen hatte, waren über 20 Teilnehmer aus beiden Ortsteilen gekommen. Braaksma berichtete von den bislang erfolglosen Eingaben, die den Bau einer Lärmschutzwand an der B 442 und eine Tempobegrenzung auf 70 km/h im Bereich der Einmündung nach Messenkamp gefordert hatten. Die Hinweise auf zu wenige Fahrzeuge wollen den Protestierern nicht einleuchten: Angeblich passieren nur 17.000 Autos täglich den Ort. Der Bau der Ortsumgehung Eimbeckhausen sei jedoch unter anderem mit 22.000 Fahrzeugen begründet worden: „Die 5.000 können doch nicht einfach verschwinden”, schimpfte Braaksma. Auch das Argument, es habe sich kein Unfall an der Einmündung ereignet, will er nicht gelten lassen: „Jede Abfahrt von der B 442 wird mit Tempo 70 eingeschränkt.” Nun wollen sich die Protestler an den Straßenrand setzen und zählen: auf der Bundesstraße die vorbeifahrenden und abzweigenden Pkw, Lkw und Motorräder; an der K 61 das vorwiegend an sommerlichen Nachmittagen hohe Aufkommen an Motorrädern. Zudem will Braaksma mit den Behörden eine Demonstration verabreden: Dann werden an einem solchen Nachmittag Radfahrer, Fußgänger die Straße zwischen Messenkamp und Nienstedt nutzen.
„Wir haben nichts gegen Motorradfahrer, die von A nach B wollen, nur etwas gegen die, die zwischen A und B Rennen fahren”, machte ein Teilnehmer deutlich. Kritik gab es auch an der erst kürzlich erfolgten Montage doppelter Leitplanken in den engen Kurven. Natürlich gehe Sicherheit vor, räumte Braaksma ein, aber nun sehe der Bereich aus wie „Nürburgring-Nordschleife”: „Das verlockt doch geradezu zum Schnellfahren.”