Für den 3. August 2013 haben wie schon in den Jahren zuvor Rechtsextreme einen „Trauermarsch” durch Bad Nenndorf bis zum Wincklerbad angemeldet. Seit 2006 wird bundesweit in der rechtsextremen Szene für diesen Tag geworben, um Bad Nenndorf als Schauplatz für die Verbreitung menschenverachtender Propaganda zu missbrauchen. Aber wie in den Jahren zuvor formiert sich auch dieses Jahr wieder breiter ziviler Widerstand – in Bad Nenndorf, in der Region und bundesweit in entsprechenden gesellschaftspolitischen Gruppen. Die Aktionen gegen Rechts sind vielfältig: Von urban knitting über Menschenketten bis hin zu friedlichen Blockaden wird auch 2013 wieder das ganze Spektrum des demokratischen Protests in Bad Nenndorf zu finden sein.
Das Landesbüro Niedersachsen der Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) unterstützt diese Zivilcourage und hat in Zusammenarbeit mit dem Bündnis „Bad Nenndorf ist bunt” und dem VfL Bad Nenndorf den Herausgeber der FES-Studie „Die Mitte im Umbruch”, Dr. Ralf Melzer, eingeladen.
Die Studie stellt fest, dass rechtsextreme Einstellungen in allen gesellschaftlichen Gruppen vorhanden sind und belegt erneut, dass der Rechtsextremismus als politisches Problem in der Mitte unserer Gesellschaft angekommen ist.
Die Vorkommnisse um die Terroristen des „Nationalsozialistischen Untergrunds” (NSU) haben gezeigt, dass aus Einstellungen im schlimmsten Fall tatsächlich Taten erwachsen können. Aber auch die wachsenden Aktivitäten der rechten Szene sowie die Wahlerfolge der extremen Rechten bei den niedersächsischen Kommunalwahlen machen deutlich, wie wichtig die Arbeit gegen rechtsextreme und menschenfeindliche Tendenzen in der Gesellschaft ist.