Schon vor zehn Jahren hat die Künstlerin Gabriele Rinkleff in Steinhude ihre Arbeiten ausgestellt. Dieses Mal stellt sie zusammen mit der Künstlerin Zarah Shah Ali aus. Zwei Künstlerinnen, deren Biografien so unterschiedlich sind wie ihre Techniken. Rinkleffs Leidenschaft gehört der Aquarellmalerei während Bronzeskulpturen und Plastiken der Schwerpunkt von Shah Ali sind. Was beide verbindet, ist Kreativität und Leidenschaft.
Rinkleffs Weg zur Kunst begann bereits in der Schule. Danach folgte ein Studium der Pädagogik mit dem Schwerpunkt Bildende Kunst. Von 1970 bis 2006 im Schuldienst tätig, widmet sie sich seit ihrer Pensionierung intensiv der Aquarelltechnik. In Meyenfeld betreibt sie ein eigenes Atelier, hat das Projekt „Kunst für Kinder“ gegründet und an den verschiedensten Orten wie zum Beispiel in Urbino ausgestellt. Und das sind nur einige Stationen ihres bewegten Ruhestandes. Ganz anders der Weg von Shah Ali. Sie wurde in Teheran geboren, wo sie an der Akademie der Schönen Künste studierte. Nach ihrem Abschluss folgte ein Studium an der Fachhochschule Hannover für Kunst und Design, das sie 2004 mit dem Diplom für visuelle Kommunikation abschloss. Seit 2020 ist sie Mitglied im Bund bildender Künstlerinnen und Künstler für Niedersachsen e.V. (BBK). Als selbstständige und freischaffende Kunstmalerin und Grafik-Designerin betreibt sie ein Atelier in Hannover.
Rinkleffs Werke bestehen aus Licht und Farbe. Dabei liegt der thematische Schwerpunkt auf der Natur, die ihr sehr am Herzen liegt, wie sie im Gespräch verrät. Ganz besonders haben es ihr alte Bäume angetan. Daneben findet man aber auch Blumen oder Katzen in ihren Werken. Außerdem beschäftigt sie sich mit der Objektdarstellung. So begegnen dem Betrachter Schmetterlinge aus Draht, deren Schatten bei entsprechendem Lichteinfall auf die dahinter liegende Leinwand fallen. Shah Alis Werke dagegen basieren größtenteils auf einer für sie relevanten Sammlung von verschiedenen emotionalen, politischen und gesellschaftlichen Erfahrungen. So erzählt sie im Gespräch von ihrer Überzeugung, dass Menschen Rechte haben und auch nach Gerechtigkeit suchen. Und genau das möchte sie in ihren Werken darstellen.
Rinkleff hat für diese Ausstellung gang bewusst Werke ausgesucht, die die Natur in der näheren Umgebung widerspiegeln. So trifft man auf die mittlerweile gefällte alte Weide an der Steinhuder Promenade oder auf den Hagenburger Kanal. Bilder, die dem Betrachter die Schönheit der Natur und die Würde alter Bäume nahe bringt. Und so schenken die Bilder dem Betrachter einen Moment des Innehaltens bevor man den Arbeiten von Shah Ali begegnet. Diese berühren auf eine erstaunliche Art und Weise. Da ist die geballte Faust mit der iranischen Flagge ( „Der Kämpfer“) neben einem „Haarstrauß“. Objekte, die aus Frauenhaar gefertigt wurden. Der „Kämpfer“ aus dem Haar iranischer Frauen als Protest gegen die Unterdrückung von Frauen in einem Unrechtsregime. Ein Symbol der Solidarität ist der „Haarstrauß“. Gefertigt aus dem Haar deutscher und iranischer Frauen. Ein Objekt, das nach der Vorstellung Shah Alis weiter wachsen soll.
Eröffnet wird die Ausstellung mit einer Vernissage am Samstag, 4. April, 11 Uhr. Die Ausstellung wird vom 1. bis 26. April gezeigt. Geöffnet ist sie mittwochs bis freitags jeweils von 14 bis 17 Uhr, samstags und sonntags jeweils von 11 bis 17 Uhr. Eintritt frei.