Wo sonst Konzerte erklingen, Theater gespielt wird und Menschen über aktuelle Fragen diskutieren, soll Kultur Raum für Begegnungen schaffen: Für dieses Engagement hat Schloss Baum einen mit 1000 Euro dotierten Teilnahmepreis beim WWKulturpreis 2026 von Westfalen Weser erhalten. Die Auszeichnung wurde Anfang Oktober in der Abtei Marienmünster überreicht. Rund 250 Gäste kamen dort zusammen, um die regionale Kulturszene zu würdigen.

In die Bewerbung waren mehrere Angebote eingeflossen: Konzerte auf Spendenbasis, szenische Veranstaltungen über Graf Wilhelm und Gräfin Marie sowie die 2025 gestarteten „Dialoge auf Schloss Baum“. Das Preisgeld wollen die Betreiber dafür verwenden, den Aufenthalt für die Gäste der Herberge angenehmer zu gestalten. Bei der Preisverleihung entstanden nach ihren Angaben zudem Kontakte, die das Kulturprogramm 2027 bereichern sollen.

Den Anstoß zur Bewerbung gab Johanna Harmening vom Kulturverein Bückeburg. Bürgermeister Axel Wohlgemuth und der Stadtrat unterstützten die Teilnahme, indem sie Schloss Baum als Beitrag der Stadt für den Wettbewerb ins Rennen schickten. Entgegengenommen wurde der Preis nun von Stefan Tegler, Andreas Willert, Ute Held und Daniel Schön gemeinsam mit Harmening und Wohlgemuth.

Die heutigen Betreiber nahmen ihre Arbeit auf Schloss Baum 2022 auf. Mit der Herberge und ihren festangestellten Mitarbeitenden führten sie auch eine bestehende Kulturtradition fort: Der als „Herbergsvater Klaus“ bekannte Vorgänger hatte dort über Jahre Konzerte und Theateraufführungen auf Spendenbasis etabliert. Diese Angebote finden weiterhin statt, soweit es die Belegung der Herberge zulässt.
Ein Anlass für eigene Veranstaltungsformate war das Erinnerungsjahr 2024. Damals jährte sich der Geburtstag von Graf Wilhelm zum 300. Mal, der von Gräfin Marie zum 280. Mal. Schloss Baum blickte zugleich auf 260 Jahre zurück. Die Betreiber beschäftigten sich mit der Frage, welche Anregungen das Leben des Herrscherpaares für die Gegenwart geben könnte. Mit finanzieller Unterstützung der Schaumburger Landschaft und der Sparkassenstiftung entstanden in Zusammenarbeit mit der Künstlerin Beate Josten eine szenische Lesung über Graf Wilhelm und ein szenisches Konzert über Gräfin Marie. Die positive öffentliche Resonanz habe sie ermutigt, die Veranstaltungsarbeit fortzusetzen, berichten die Betreiber.

Daraus entwickelten sich die „Dialoge auf Schloss Baum“. Seit 2025 bringt das Format im Jagdsaal Fachleute, Schüler sowie Bürger zusammen, um über aktuelle Themen ins Gespräch zu kommen. Aus dem Ansatz soll eine fortlaufende Reihe werden.