Schlimmer noch als dieses Vorgehen schätzt Schäfer das Verhalten in der letzten Ratssitzung 2008 ein. Da habe die Gruppe SPD/LINKE den Antrag gestellt, eine der neuen Straßen im Baugebiet „Vordere Hohefeld” nach dem jüdischen Arzt Dr. Ernst Blumenberg zu benennen. „Dies wäre ein sichtbares Zeichen zum Gedenken an die Opfer des Holocaust gewesen”, fügt Schäfer weiter an. Doch auch hier habe die Mehrheit im Rat dem gemeinsamen Kampf gegen die Neofaschisten einen Strich durch die Rechnung gemacht. Die CDU habe geschlossen gegen den Antrag, die Gruppe WGN/Biener stellte sich offen gegen die eigene Fraktionskollegin Rosemarie Börner, die seit Gründung des Bündnisses „Bad Nenndorf ist bunt” dort aktiv mitarbeiten würde, und stimmten gegen den Vorschlag oder enthielten sich der Stimme. Die FDP habe auch gegen den LINKEN-Antrag gestimmt. „Eine Begründung für dieses Verhalten wurde der Öffentlichkeit vorenthalten, diese wurde nur im nichtöffentlichen Verwaltungsausschuss gegeben. Wir halten dieses Vorgehen für einen Skandal!” kritisiert Schäfer mit Nachdruck.
Im Kampf gegen die Nazis müssten alle demokratischen Kräfte zusammenarbeiten und offensiv Aufklärungsarbeit leisten. Trotz des letztgenannten Verhaltens lobt Schäfer aber auch positive Ansätze. So seien die Finanzanträge vom Bündnis „Bad Nenndorf ist bunt” allesamt bewilligt worden. Und der Verwaltungsausschuss habe sich vor dem Nazi-Aufmarsch auf eine gemeinsame Stellungnahme gegen diese einigen können. „Wir hoffen, dass im neuen Jahr alle Ratsfraktionen und –gruppen wieder konstruktiv im Kampf gegen Rechtsextremisten und ihre Kundgebungen Flagge zeigen”, appelliert Schäfer abschließend.