Der Ortsverband Nenndorf/Rodenberg der Partei die Linke hält den Vorschlag des Finanzausschusses der Samtgemeinde Nenndorf die Gebühren für Kindergarten- und Hortplätze zu erhöhen, in der jetzigen Form für falsch. In einer Pressemitteilung nimmt die Partei Stellung: Grundsätzlich müssten Kindertagesstätten - gleich welcher Form - gebührenfrei sein, da es sich um Bildungseinrichtungen handelt, heißt es da. Kindergärten seien für viele Kinder gar der Einstieg in das Bildungssystem. Hierfür dürften keine finanziellen Hürden –wie beispielsweise Geldbeutel der Eltern - aufgebaut werden. Kindertagesstätten sind im unseren Augen kein Zuschussgeschäft! Die finanzielle Ausstattung der Kommunen lasse jedoch eine völlige Gebührenfreiheit oftmals nicht zu. Hier sei in erster Line die Wulff-Regierung in Niedersachsen gefordert, seine Städte und Gemeinden besser auszustatten. Auch Nenndorf, so die Linkspartei, berufe sich bei der Erhebung der Gebühren auf die angespannte Haushaltslage. Dies allein rechtfertige die vorgeschlagene Erhöhung jedoch nicht. In Nenndorf gebe es grundsätzlich einen Einheitsbeitrag für alle Kinder die Betreuungseinrichtungen gehen. Dieser unterscheide sich anhand der Nutzungsdauer. Ausnahmen gebe es ab dem zweiten Kind in einer Betreuungseinrichtung der Samtgemeinde.
Des Weiteren gebe es für Empfänger von Hilfe zum Lebensunterhalt eine Ermäßigung von zwölf Euro oder von Wohngeld um sechs Euro je Kind. Erziehungsberechtigte, so die Linke, mit geringem Einkommen seien von dieser Erhöhung besonders stark betroffen.
Es sei deshalb zu befürchten, dass gerade diesen Kindern ein Kindergarten- oder Hortplatz vorenthalten bleibt. Dies führe zu einer Selektion nach dem Geldbeutel und der Herkunft der Eltern. So etwas sei nicht hinnehmbar. „Das mildere Mittel wäre es nach unserer Auffassung die Gebühren nach dem pauschalierten Nettoeinkommen der Eltern zu staffeln. Die Staffelung müsste bei Null beginnen und progressiv gesteigert werden. Diese Methode würde zwar immer noch zu Härten führen, diese jedoch zumindest mildern.”