In der Aussprache über das Konzept wurde zunächst die Überzeugung laut, mit der Ansiedlungspolitik der letzten Jahre richtig gelegen zu haben, leitete SPD-Ratsherr Volker Busse seine Wortmeldung ein. Das aktuelle Konzept würde jetzt die Ausrichtung für die Zukunft vorgeben. Die Empfehlung des Experten, in der Bückethaler Landwehr einen Elektro-Fachmarkt anzusiedeln, sei richtig. Gleichwohl gab Busse zu, dass es nicht leicht sein werde, einen Betreiber dafür zu finden. Zentrumsrelevante Sortimente sollten bei der geplanten Erweiterung von Möbel Heinrich keine Berücksichtigung finden dürfen.
Für Frank Steen von der Wählergemeinschaft Nenndorf (WGR) ist eine „zeitliche Perspektive” wichtig. Er bewertete das Gutachten als „sehr einsichtig” und sieht gerade für Mode oder Schuhe gute Vermarktungschancen im Zentrumsbereich.
Dieser Aspekt soll nach seiner Meinung auch in die weiteren Maßnahmen in Bezug auf die Stadtsanierung mit einfließen. Vor dem Hintergrund des großen Magneten Möbel Heinrich müssten doch viele Interessenten ein Interesse an einer Ansiedlung in der Bückethaler Landwehr haben.
So wie es der Referent vom Büro Bulwien Gesa ausführte, bestehe permanent eine „latente Nachfrage von Filialisten”. Auf dem Markt würde es aber zu viele Projektentwickler geben und eine Vorhersage darüber, welche Ansiedlung tatsächlich Erfolg versprechen würde, sei schwierig. Letztendlich würden Filialisten immer die Nähe zu einem Frequenzbringer suchen.
Dann entwickelte sich eine Diskussion über das Gewerbegebiet Nord. Laut Einzelhandelsgutachten soll dieser Bereich als „Auslaufmodell” gesehen werden. Ralph Tegtmeier (SPD) wollte von der Verwaltung wissen, ob es zum Beispiel für den leerstehenden NP-Markt schon Strategien über eine Nachnutzung gebe. Eine grundsätzliche Diskussion über die Aufgabe des Standortes hält Stadtdirektor Bernd Reese für verfrüht. Noch würde es dort Betriebe und Läden geben und er warnte wie auch Ratsherr Andreas Fedler (FDP) davor, dieses Gebiet „tot zu reden”.
Wie schwer es sei, Grundstücke zu verkaufen, machte der Ausschussvorsitzende Herbert Kruppa an der Information fest, die Stadt würde schon lange Kaufinteressenten für stadteigene Flächen im Gewerbegebiet Nord suchen. Aber auch bei einem Quadratmeterpreis von einen Euro sei die Suche nicht erfolgreich gewesen. Man habe Flächen, aber niemand zeige ernstes Interesse daran, führte der SPD-Politiker dazu aus.