LANDKREIS (Ka). Eine Vielzahl interessanter Informationen erhielten die Teilnehmer der Jahreshauptversammlung des Dehoga Kreisverbandes Schaumburg. Der erste Vorsitzende Klaus Pittack berichtete im Hotel Große Klus, dass Bückeburg im vergangenen Jahr seine gewerblichen Übernachtungszahlen um 14,4 Prozent auf 35.013 steigerte. Wunstorf kam auf ein Plus von 5,6 Prozent (41.513) und Bad Nenndorf legte 3.3 von Hundert auf 258.626 zu. Großer Verlierer war Stadthagen mit einem Minus von 11,5 Prozent( 13.800). Auf dieser Zusammenkunft hieß Pittack den Ehrenvorsitzenden Fritz Probst, Hannovers Bezirksgeschäftsführerin Kirsten Jordan, Bankdirektor Günther Bartels, Georg Meyer (Autohaus in Stadthagen) und Studiendirektor Ralph Kerkamm von der Berufsschule herzlich willkommen.
„Die wirtschaftliche Entwicklung im Gastgewerbe ist durch weiter sinkende Umsätze gekennzeichnet”, erklärte der Vorsitzende. Insbesondere das Rauchverbot habe bis zu 27 % Umsatzverlusten geführt. Auf dem Hotelsektor nehme die Markenhotellerie weiter zu. Von der schlechten wirtschaftlichen Gesamtentwicklung profitieren einzig die Caterer. Pittack begrüßte die Aktion „Pro 7” des Landesverbandes. Damit kämpft der Verband um die Reduzierung des Mehrwertsteuersatzes für das Gastgewerbe. Die FDP will die Gastronomie dabei unterstützen. Der Vorsitzende nahm eine Ehrung seiner Mitglieder vor, die 5, 10,15,20,25 oder 30 Jahre treu zu ihrem Wirtschaftsverband stehen. Der Delegierte aus dem Ortsverband Bad Nenndorf, Gerd Küttner informierte, dass im Vorjahr die „verkaufoffene Wochenenden” mit den Veranstaltungen „Moorwannenrennen, Gourmetfest, Bauernmarkt und Weihnachtsmarkt” viele Besucher in die Stadt lockten. 2009 ist ausgesprochener Höhepunkt das Landestrachten- und Lichterfest. Sie ziehen Besucher aus aller Welt an. Die 68 Mitglieder zählende Ortsstelle Stadthagen nahm nach Aussagen von Rolf Parno an den Grillmeisterschaften teil. Im Oktober eröffneten sie die „Schaumburger Wildwochen”, an der sich 16 gastgewerbliche Betriebe aktiv beteiligten. Die Stadtmarketinggesellschaft empfiehlt den Wirten, ihren Gästen „Pakete” anzubieten. Der „Doktorsee in Flammen” ist die Hauptattraktion im Bereich Rinteln, verkündete Heinrich Brokmann. Radfahrer stellen hier einen dankbaren Gästekreis dar. „Mit dem Maibaumsetzen beginnt die Saison in Bückeburg” so Harald Strüwe. Im Sommer ist die Bettenauslastung relativ gut. Eine besondere Attraktion stellt im Winter die Eisbahn dar. Sie lockte 2008 rund 25.000 Besucher an. Im Bereich Wiedensahl existieren nur noch fünf Gaststätten, war aus dem Munde von Kollegen Wilkening zu hören. Dieser informierte über das Leben von Wilhelm Busch in dem Pfarr-Bauernhaus, welches heute als Museum an den „Weisen aus Wiedensahl” erinnert. „Steinhude besitzt immer zwei Gesichter” kennzeichnete Heinrich Heidemann die Stadt am Meer. Im vergangenen Jahr erfreuten sich die Gäste am Eissegeln. An zwei Wochenenden erschienen 50.000 Besucher. Ferienwohnungen sind hier sehr gefragt. Die Steinhuder Tourismus GmbH möchte die drei anliegenden Landkreise in ihre Marketingaktivitäten einbeziehen. Leider wurde die Fremdenverkehrsabgabe erneut erhöht. In diesem Jahr stellt ein Feuerwerk am Nord- und Südufer die Hauptattraktion dar. Fritz Probst vom Schaumburger Land beklagte das große Wirtesterben. Von einst 23 Gaststätten blieben lediglich 8 übrig. Die Delegierten bestätigten ihren bewährten Schatzmeister Heinrich Heidemann aus Steinhude für drei weitere Jahre im Amt. „Die heimischen Banken sind solide” verkündete der frühere Chef der Volksbank Stadthagen, Günther Bartels. Zutreffend schilderte dieser die unselige Entwicklung zur weltweiten Bankenkrise. Offensichtlich vergaßen die Bankenchefs ihre ordentlichen Sorgfaltspflichten. Bonusforderungen, nachdem sie ihre Banken in den Ruin führten, seien unerträglich. Einschneidende Veränderungen in der Ausbildung kündigte Kerkamm an. Nach den Sommerferien gibt es neue Berufseinstiegsklassen (BEK) Ernährung. Sie dienen der Vorbereitung der Jugendlichen auf den Beruf. Dabei beurteilen die Betriebe die Schüler mit. Das Gastgewerbe forderte der Pädagoge auf, sich vermehrt der „zweijährigen Ausbildung” anzunehmen. Vorsitzender Pittack verwies darauf, dass die Lernschwachen nicht die Kraft besitzen, zwei Schultage durchzustehen. Aus der Sicht eines Gastes betrachtete der Chef des Autohauses Meyer aus Stadthagen die Schaumburger Gastronomie. Mit ihrer Leistung zeigte er sich durchweg zufrieden. Er erwartete stimmige Konzepte, gepflegtes Personal und eine gute Bierkultur. Den Wirten gab er den Rat, die einst beliebten Stammtische zu beleben, bei denen sich Personen unterschiedlicher Berufsgruppen regelmäßig treffen. Bezirksgeschäftsführerin Kirsten Jordan informierte über Neuerungen im Sozialversicherungsrecht. Sie behandelte weiter die Themen Nichtraucherschutz, neue Entgelttarife, Alkoholmissbrauch in Bezug auf Jugendschutz, Rundfunkgebühren und das in Vorbereitung befindliche Niedersächsische Gaststättengesetz.