Die Stadt Bad Nenndorf und die Gemeinde Hohnhorst beabsichtigen, unter Inanspruchnahme des „Fliegenweges” eine neue Wirtschaftswegetrasse zwischen den Ortschaften Ohndorf und Horsten anzulegen. Dafür ist zwischen beiden Kommunen eine entsprechende Vereinbarung getroffen worden. Das für die Stadt Bad Nenndorf arbeitende Planungsbüro aus Hameln hat für dieses Vorhaben drei Varianten hinsichtlich der Ausbauart vorgelegt.
Mit 238.000 Euro wäre der Ausbau mit Schotter am billigsten, rechnete der Experte vor. Doch auch wenn das Material mit einer entsprechenden Tragschicht der Achslast der Rüben- und Maistransporte standhalten könne, hegte der Planer aus Hameln Zweifel an der dauerhaften Haltbarkeit der Deckschicht. Am Ende sprachen sich sieben Ratsvertreter für die Asphaltvariante aus, zwei waren dagegen.
Die vom Planer betonte „ewige Haltbarkeit” dieser Decke konnte bei den Mitgliedern des Bauausschusses nicht punkten. Der Hauptgrund: Radfahrer könnten beim Begegnungsverkehr mit den landwirtschaftlichen Fahrzeugen Probleme bekommen.
Frank Steen von der Wählergemeinschaft Nenndorf (WGN) fand gar keinen Gefallen am Bau eines neuen Wirtschaftsweges. Er empfahl dagegen, den bereits vorhandenen asphaltierten Weg entlang des Ohndorfer Sportplatzes weiter zu führen. „Viel Geld für eine unnötige Sache”, klagte der WGN-Sprecher. Er kritisierte außerdem, dass durch den Bau der neuen Zuwegung die Maistransporte nicht mehr durch das Baugebiet „Vorderes Hohefeld” fahren dürften, sondern sich dann verstärkt durch Horsten bewegen würden. Die Menschen dort seien „überhaupt nicht gefragt worden”.
Stadtdirektor Bernd Reese wollte sich nicht auf eine Diskussion über den Wirtschaftsweg einlassen. Jetzt gehe es allein um die Art des Ausbaues, erinnerte er. Die neue Verbindung sei als Ergänzung zum Wegenetz zu werten. Der finanzielle Aufwand würde sich „lohnen und rechnen”, weil es Zuschüsse geben werde. Ralph Tegtmeier (SPD), Ansgar Werner (CDU) und Andreas Fedler (FDP) gaben ihrerseits klare Stellungnahmen für den Bau der neuen Trasse ab.