Von April bis Juli sind Handwerker im Gymnasium damit beschäftigt gewesen, aus zwei ehemaligen Klassenräumen und einem neu geschaffenen Anbau den Mensabereich zu schaffen. Die Mensa verfügt jetzt über 132 Plätze, 72 sind hinzugekommen. Mit den vorherrschenden Farben grau und rot passt sich der Komplex optisch bestens in das Gesamtbild des im Jahr 2000 errichteten Anbaus an. Was für den Landkreis nach den Worten von Schöttelndreier eine eher „kleine Investition” darstellt, habe auf die Schule eine große Wirkung. Mit Verantwortlich für die rasche Umsetzung der Ausbauwünsche sei nicht zuletzt eine Einladung des Schulelternrates gewesen, erinnert sich er Landrat. Bei einem Besuch der Schule zur Mittagszeit habe er sich selbst ein Bild von der Platznot machen können. „Da saßen Schüler auf den Treppen und haben dort ihre
Spaghettis gegessen”.
Eigentlich habe man noch vor neun Jahren gedacht, aufgrund der demografischen Entwicklung mit den Räumen an der Horster Straße auskommen zu können. „Wir hofften auch darauf, ganz auf die Außenstelle an der Bahnhofstraße verzichten zu können. Die Schulstrukturreform mit dem Wegfall der Orientierungsstufe und die Einrichtung der Ganztagsschule hätten diese Pläne längst über den Haufen geworfen, führte Schöttelndreier weiter aus. Und er unterstrich nochmals den hohen Stellenwert, den der Landkreis dem Bereich Bildung zumisst. Das mit der Bauleitung beauftragte Ingenieurbüro Wehmeyer in Bückeburg und die Verantwortlichen beim Landkreis hätten in enger Abstimmung mit der Schulleitung und dem Elternrat die Gestaltung des Mensa-Erweiterungsbaus geplant. Mit dem Hinweis „Einfach kann ja jeder” ging der Landrat auch kurz auf bauliche Finessen ein, mit denen am Ende sogar ein neuer separater Eingang zur Mensa und mehr Platz als ursprünglich vorgesehen geschaffen werden konnten.
Schulleiterin Dr. Irmtraud Gratza-Lüthen machte keinen Hehl aus ihrer Freude über die gelungenen Arbeiten. „Dies ist ein besonderer Tag um zu feiern”, hob sie hervor. Seit dem Jahr 2000 könnten Schüler und Lehrer bereits Brötchen, warmes Essen, Salate und kleine Snacks aus der Küche in der Regie von Pächterin Brigitte Rohrsen genießen. Mit dem Ausbau der Mensa hätten die Besucher jetzt die Möglichkeit, in einer gepflegten Atmosphäre ganz in Ruhe Pause zu machen. Die von 1200 auf 1600 gestiegenen Schülerzahlen hätten eine Vergrößerung des Aufenthaltsbereiches dringend erforderlich gemacht. Die neuen Räumlichkeiten sollen auch für Klassenkonferenzen, Hausaufgabenhilfe oder Proben genutzt werden.
Mit einer kleinen Statistik belegte sich eindrucksvoll, wie dringend die zusätzlichen Sitzplätze gebraucht wurden. In Spitzenzeiten würden sich allein dienstags und donnerstags rund 1100 Schülerinnen und Schüler über Mittag im Gymnasium aufhalten und dementsprechend auch die Mensa ansteuern. „Der Ausbau ist eine lang ersehnte Notwendigkeit”, erklärte die Schulleiterin. Das gemeinsame Essen sei wichtig für das Schulleben, würde man doch auch Tischmanieren lernen. Es sei erstaunlich, welche Ruhe in der Mensa beim Essen herrschen würde. „Die Schüler wünschen sich gegenseitig sogar einen guten Appetit”, merkte Gratza-Lüthen mit einem Augenzwinkern an. Die Ablagefächer für Schultaschen und Arbeitsmaterial sorgen für Ordnung am Tisch. Auch die Lehrer würden die Mensa gerne aufsuchen, fügte die Schulleiterin noch an. Die Zeiten der „Nudeln auf der Treppe” seien nun zum Glück vorbei. Foto: pd