Dass ein Bus beim Anfahren der Haltebucht besonders viel Platz benötigt, machte SVG-Experte Andreas Kunze den Schülern der Klasse 5 e deutlich. Er stellte Pylonen auf dem Gehweg ab, dort wo sich normalerweise die „Fahrschüler” drängeln, um mit der Aussicht auf die begehrten Plätze ganz hinten im Schulbus möglichst rasch einsteigen zu können.
Es knirschte unschön, als Kunze den Bus in langsamer Fahrt an die Haltestelle fuhr, im sicheren Abstand dazu die Fünftklässler an der oft unbeachteten Linie auf dem Gehweg. „Der Busfahrer achtet beim Anfahren der Haltestelle hauptsächlich auf den Verkehr und auf seinen Bus. Er würde nicht einmal merken, wenn das Bein von einem von euch von einem Reifen erwischt werden würde”, erklärt Kunze mit eindringlichen Worten. Die Pylone hat die Demonstration unbeschadet überstanden, die Jungen und Mädchen aber sind sichtlich beeindruckt.
Als der Bus hielt, ging es nach Anweisung von Kunze und Vyskocil in aller Ruhe in den Bus – eine Ausnahme im Schulalltag. Kunze gab den Schülern mit auf den Weg „Auch wenn die Großen drängeln, lasst euch davon nicht anstecken. Ihr werdet sehen, wenn alles ruhig und gesittet abläuft, geht´s auch viel schneller”. Richtig beeindruckend wurde es dann auf einer kurzen Fahrt.
Bei 40 Stundenkilometern machte der versierte Fahrer eine „Vollbremsung mit Ansagen”. Diesmal lief alles gut, nur die im Mittelgang platzierten Pylonen flogen mit voller Wucht in Richtung Windschutzscheibe. Einen Tag zuvor war dieser Teil der Übung nicht so glimpflich abgelaufen. Ein Schüler und eine Lehrerin prallten mit den Köpfen aneinander, zum Glück ohne größeren Schaden. Doch Kunze ermahnt immer wieder: Im Bus sollen sich alle festen Halt verschaffen.
Auch wenn die Jungen und Mädchen sichtlich beeindruckt waren von dem, was sie im Bustraining erfahren haben, würden sie das Gelernte leider nur allzu schnell wieder vergessen, weiß der Polizeibeamte. Neben dem ständigen Training habe sich daher der Einsatz von Schülerscouts an den Haltestellen bestens bewährt, so Ferdinand Vyskocils Beobachtung. Foto: pd