LANDKREIS SCHAUMBURG/ BAD NENNDORF (Ka) Im Gegensatz zu den Singvögeln am Futterhäuschen geht es Eulen und Greifvögeln bei Schnee und Eis schlecht. Ihre Beute bewegt sich sicher unter der geschlossenen Schneedecke und die Mäusejäger gehen leer aus.
Torben Preuß vom Naturschutzbund NABU in Bad Nenndorf bittet deshalb vor allem die Landwirte um Unterstützung: „Die Hilfe für Eulen und Greifvögel ist praktizierter biologischer Pflanzenschutz, der kein Geld, sondern nur guten Willen kostet”, appelliert der NABU an die Bauern.
Denn Eulen und Greifvögel dezimieren die Mäuse, die jeden Bauern als Vorratsschädling ärgern. Besonders die Schleiereule ist betroffen, weil sie keine Fettreserven anlegen kann und auf dauernde Versorgung mit Beute angewiesen ist.
„Wir bitten die Bauern wo immer möglich, Tore und Luken ihrer Scheunen am Hof und in der Feldflur für Eulen zu öffnen. Die Tiere können dann „Indoor” jagen.”, so der NABU-Vorsitzende. Eine weitere Hilfsmöglichkeit steht allen Bürgerinnen und Bürgern offen. Im Umfeld bekannter Eulenbrutplätze Flächen vom Schnee befreien und dort Heu, Stroh und Körner auslegen, um Mäuse anzulocken, die den Eulen als Beute dienen können. Von dieser Maßnahme profitieren auch Steinkauz, Turmfalke und Mäusebussard. Die Tiere haben dann eine bessere Chance über den Winter zu kommen. Auf Grund der anhaltenden Schneedecke drohen den Eulen, die auf der Roten Liste der gefährdeten Arten stehen, jetzt erneut harte Bestandseinbußen. Die Unterstützung der Eulen mit Nisthilfen, die der NABU vielerorts im Land leistet, droht durch die Winterverluste empfindlich zurückgeworfen zu werden. Wer geschwächte Eulen, Bussarde oder andere Greifvögel findet, soll sich bitte an die nächstgelegene NABU-Gruppe oder an das NABU Artenschutzzentrum Leiferde (Telefon 05373/ 6677) wenden.