Für den Standort der „Mitte” hatte sich auch der Arbeitskreis Dorferneuerung ausgesprochen. Eine Fülle von Varianten hatte Hobingk parat, die aber letztendlich alle daran scheiterten, dass Grundstückseigentümer nicht bereit waren, Teile ihrer Flächen für die Neugestaltung zur Verfügung zu stellen. Nach Ansicht des Planers könne man sich bei der Gestaltung aber nicht auf den öffentlichen Raum beschränken.
Hobingk präsentierte dem Gremium den von ihm favorisierte „Variante G”. Diese sieht vor, dass Profil der Straße nicht zu verändern. Vor dem Schmiedegasthaus soll mit einer fächerförmigen Pflasterung gearbeitet werden, um den Autofahrern die Platzsituation vor Augen zu führen. Die „Aufenthalts- und Erlebnisqualität” soll durch Bänke, einen kleinen Brunnen und viel Grün angehoben werden. Die Haltestelle soll laut Planer um 200 Meter nach Norden an die Bürgermeister-Bellersen-Straße verlegt werden. Dort soll ein Wendehammer geschaffen werden. Von der Laake aus bis zur Ortsmitte kann sich Hobingk einen von Hecken und Kirschbäumen gesäumten Fußweg vorstellen. Gut 250 000 Euro, so seine Berechnungen, würde die Umsetzung dieser „Variante G” am Ende kosten. Ratsherr Frank Steen von der Wählergemeinschaft Nenndorf (WGN) erinnerte daran, dass lediglich 200 000 Euro im Haushalt vorgesehen seien. „Wenn die Stadt mehr ausgeben möchte, dann muss sie sich auch am Ergebnis messen lassen”. Eine „bunte” Pflasterung reiche da nicht aus. Zweifel regten sich auch bei Ansgar Werner von der CDU, ob es denn überhaupt sinnvoll sei, den Platz zu pflastern. Schlechte Erfahrung mit gepflasterten Bereichen in der Kurstadt sollten zu einem Umdenken führen. Er erinnerte auch daran, dass die Straße einiges an landwirtschaftlichem Verkehr aushalten müsse. Ralph Tegtmeyer (SPD) sah die Bushaltestellen-Verlegung als „nicht ganz unproblematisch” an. Ein zentraler Haltepunkt wäre dafür eher wünschenswert. Stadtdirektor Bernd Reese unterstrich, dass eine gute Lösung nur möglich sei, wenn die Grundstückseigentümer mitmachen würden. Die Standortwahl für die neue Ortsmitte sei das Ergebnis langer Diskussionsrunden. Er erinnerte auch daran, dass im Erneuerungsprogramm bereits Geld für private Maßnahmen geflossen sei. Nun müsse der öffentliche Bereich folgen. Der Planer warnte davor, den Entwurf „scheibchenweise zu zerlegen”. Dann könne man das ganze gleich lassen. Steen brachte nochmals seine Zweifel vor, ob sich der enorme Aufwand überhaupt lohne. Zusammen mit den Erkenntnissen aus weiteren Gesprächen mit dem Arbeitskreis Dorferneuerung unter Berücksichtigung der „Variante G” von Planer Hobingk wird das Thema in der nächsten Bauausschusssitzung am kommenden Mittwoch erneut zur Diskussion gebracht.