In Ginosar am See Genezareth, imZentrum der Wirkungsstätten von Jesus, haben sie Hohnhorster gewohnt. „Der friedlich vor uns liegende See, circa 165 Quadratkilometer groß, umgeben von grünen Hügeln und friedlichen Siedlungen, gab einen ersten Eindruck von der viel gepriesenen Schönheit Galiläas,” heißt es in einem Reisebericht. Eine Morgenandacht in Tabgha am See Genezareth, dem Ort, an dem Jesus laut Neuem Testament die Speisung der 5000 vornahm, war quasi der Auftakt zur Reise in die Vergangenheit. Die kompetente Reiseführung vor Ort wurde noch interessanter durch die authentischen Belege aus der Bibel, die von Pastor Gero Cochlovius wiedergegeben wurden. Die ersten Tage dieser Reise führten neben den vielen christlichen und historischen Stätten auch auf den Golan und die Grenze zum Libanon und Syrien. Welche Bedeutung der Jordan für das Land Israel und Jordanien hat, wurde an den Quellen deutlich. Gambla und Massada, Felsenfestungen, in denen Juden, inbesondere Zeloten sich bis zum letzten Mann gegen die Römer stellten und doch bezwungen wurden beeindruckte die Hohnhorster Gemeindeglieder ebenso, wie Nazaret die Lebensstätte von Jesus. „Unsere Reisegruppe folgte den vielen Spuren, auf denen Jesus mit seinen Jüngern durchs Land gezogen ist,” so der Bericht.
Auf der Weiterfahrt nach Jordanien erlebten alle an der Grenze, dass der Frieden zwischen diesen beiden Staaten nur begrenzt ist. Allerdings entpuppte sich Jordanien dann als doch sehr fortschrittlich und geordnet. „Vor uns lag eine imposante Landschaft mit Bergen bis 1800 Meter, Schluchten Tälern und Wadis die an die 40 Jahre, die Moses mit dem Volk Israel durch die Wüste zog, erinnerten.”
Absoluter Höhepunkt war der Besuch der Felsenstatt Petra. Diese etwa 500 v. Ch. angelegte Hauptstadt der Nabatäer mit in Fels gehauenen Tempeln und Palästen sowie gewaltigen Schluchten als Straßen und Wegesystem bildete über einige hundert Jahre das Zentrum dieser Gegend. Auch an diesen Orten war die Bibel, das alte Testament, immer wieder begleitender Reiseführer. Nach einer abenteuerlichen Jeepfahrt durchs Wadi Rum ging es weiter in Richtung Rotes Meer und nach Israel. Pulsierendes Leben mit Einkaufsstraßen oder Schnorchelmöglichkeiten erwartete die Hohnhorster Am „Toten Meer” probierte alle das sagenumwobene „ Auf dem Wasser Liegen” aus. „Nach alter Sitte zogen wir dann mit Brot und Wein in Davids Hauptstadt ein,” so der Bericht. Jerusalem ist das religiöse Zentrum aller drei Weltreligionen, Juden, Christen und Muslime. Der Staat Israel und das arabische Palästina existieren nebeneinander in einem ungelösten Dauerkonflikt, dessen Wurzeln Jahrtausende zurückreichen. Die Reise habe den Hohnhorstern nicht nur das Verständnis für die Ursachen geschärft, sie sei auch eine Reise zu den abendländischen Wurzeln der Zivilisation in das modernste und weltoffenste Land des Nahen Ostens gewesen.
Das Schicksal des jüdischen Volkes über Jahrtausende und besonders während des Holocausts mit 6 Millionen Opfern durch die Deutsche Naziherrschaft ist in der Gedenkstätte Yad VaShem ergreifend dargestellt. Bewundernswert sei es, mit welchem Mut und Offenheit eingeladene Zeitzeugen Stellung nehmen. Vor diesem Hintergrund muss man versuchen, den stetigen Kampf ums Überleben des Staates Israel zu verstehen. Frieden im Nahen Osten, so ein Überlebender des Warschauer Gettos, ist noch in weiter Ferne.