Das Hässliche-Entlein-Prinzip machte Rudolph zu dem, was er heute ist. Denn viel kleiner als seine Artgenossen, große Ohren und eine leuchtend rote Nase waren für die Arbeit beim Weihnachtsmann untauglich. Allerdings nur bis Santa Claus jemanden brauchte, der ihm den Weg durch die Stille Nacht erhellt.
Seine besondere Fähigkeit wurde schon bald gehuldigt und Rudolph durfte den Weihnachtsschlitten mit seiner glühenden Nase anführen. Die Erfolgsgeschichte des kleinen Rentieres war geboren.
Aus Plüsch, aus Keramik, im Fernsehen, als Kinofilm, als Christbaumanhänger oder Schokoladenfigur - so kennt man das berühmte Rentier. Doch fast niemand hat so einen Rudolph „in echt” erlebt. Anders die Besucher des Stadthäger Weihnachtsmarktes am vierten Advent. Die Marktbeschicker hatten dafür gesorgt, dass am Nachmittag ein echtes Rentier samt Weihnachtsmann auf dem Marktplatz auftauchte. Natürlich hatte der auch einen großen Sack Geschenke für die kleinen Besucher mit. Ohne leuchtende Nase aber mindestens so niedlich wie Rudolph, präsentierte sich das Rentier von der „Reitbahn Frank” aus Wolfsburg.
Anfassen war allerdings nicht erlaubt. Bei dem großen Andrang auch nicht verwunderlich. Denn die Paarhufer aus der Familie der Hirsche sind und bleiben Wildtiere. Trotzdem strahlten alle Kinderaugen: Allein zum anschauen war „Rudi” der Hit. Und wer kann schon behaupten mal ein echtes Rentier gesehen zu haben.
Rentiere sind in den Ländern rund um den Nordpol beheimatet. Als Lebensraum für die kleinen Unterarten dienen hauptsächlich die Tundren. Die größere Waldrentiere sind oft in Wäldern zu finden. Die größten Tiere leben allerdings in den kühlen Bergwäldern im nordwestlichen Britisch-Kolumbien, Kanada. Sie leben in Herden von 20 bis maximal 100 Tieren, schließen sich aber sogar bis zu 100.000 Paarhufern zusammen um auf Wanderschaft zu gehen. Bei diesen Wanderungen legen die Tiere teilweise 5.000 Kilometer zurück und scheuen dabei auch keine Flüsse oder Meeresarme. Rentiere können nämlich sehr gut schwimmen. Ihre Nahrung besteht aus Flechten, Pilze, Rinde, Kräuter, Laub und Gräsern. Liegt Schnee scharren die Tiere ihn mit den Hufen und fressen die darunter befindlichen Gräser und Flechten. Rentierhirsche haben eine zehnjährige Lebenserwartung, Kühe bis zu 15 Jahren und in Gefangenschaft werden die Tiere teilweise bis zu 20 Jahre alt. Dafür ist diese Hirschart die einzige, die domestiziert wurde. Die Kopf-Rumpf-Länge kann 120 bis 220 Zentimeter betragen, die Schulterhöhe 90 bis 140 Zentimeterund und das Gewicht 60 bis 300 Kilogramm betragen. Weibliche und männliche Rentiere haben Geweihe, nach dessen Größe sich die Herden-Hierarchie aufbaut. Natürliche Feinde sind Wölfe, Vielfraße, Luchse und Bären. Gesunde Tiere können vor ihren Feinden weglaufen. Raubtieren fallen gewöhnlich nur kranke und geschwächte Rener (Mehrzahl von Rentier) zum Opfer. Foto: wa