Ob auf dem Weg nach Berlin oder Dortmund: Wenn Autotransporter auf der Autobahn 2 die zulässigen Maße überschreiten, wird es auf der Autobahn schnell gefährlich. Genau diesem Problem widmeten sich die Einsatzkräfte der Polizeidirektion Hannover am Donnerstag, 22.10.2026, bei einer groß angelegten Kontrollaktion. Zusammen mit dem Einsatz- und Streifendienst der Autobahn nahmen sie den Güterverkehr auf der A 2 visuell unter die Lupe.

Der Schwerpunkt lag dabei auf der komplexen Verladetechnik von Fahrzeugtransportern und der sogenannten „Lohr-Problematik”, bei der durch falsch ausgefahrene Fahrzeugteile oder falsch positionierte Fahrzeuge oft die gesetzlich vorgeschriebenen Gesamthöhen und -längen überschritten werden.

Am Donnerstagmorgen machten insgesamt acht Kontrollteams Ernst: Auf den Parkplätzen „Bückethaler Knick Nord” in Fahrtrichtung Dortmund sowie „Bückethaler Knick Süd” in Fahrtrichtung Berlin richteten sie stationäre Kontrollstellen ein. Bis zum Einsatzende schleusten die Spezialisten insgesamt 25 Transporter zur genauen Überprüfung von der Hauptfahrbahn ab, darunter fünf Kleintransporter bis 3,5 Tonnen, 14 Lkw mit Anhänger und sechs Sattelkraftfahrzeuge.

Die Zwischenbilanz der Beamtinnen und Beamten fiel deutlich aus: Mehr als die Hälfte aller kontrollierten Fahrzeuge waren Autotransporter und nahezu jeder von ihnen wies gravierende Mängel auf. Bei 13 überprüften Autotransportern stellten die Einsatzkräfte allein 11-mal Verstöße gegen die zulässigen Abmessungen fest. Insgesamt registrierte die Polizei 23 Verstöße quer durch verschiedene Rechtsbereiche. Neben den 12 Maßüberschreitungen, wovon eine den Groß- und Schwerlastverkehr betraf, deckten die Beamtinnen und Beamten vier Mängel bei den digitalen Kontrollgeräten und den Lenkzeiten auf. Hinzu kamen zwei Überladungen, zwei Verstöße gegen das Lkw-Überholverbot sowie jeweils ein Verstoß gegen die Geschwindigkeitsbegrenzung, ein Fehlen der erforderlichen Ausnahmegenehmigung im VEMAGS-System und eine mangelhafte Ladungssicherung.

Für einen der kontrollierten Fahrer hatte die Kontrolle zudem einen unerwarteten Nebeneffekt: Wie sich bei der Überprüfung herausstellte, war der Mann mit seinem Autotransporter von Wolfsburg aus in Richtung Essen unterwegs. Allerdings waren die geladenen Fahrzeuge gar nicht für Essen, sondern für Brandenburg bestimmt. Offenbar hatte er bei der Beladung die falschen Pkw erhalten und war damit in die entgegengesetzte Richtung aufgebrochen. Dank der Polizeikontrolle fiel die Verwechslung rechtzeitig auf, sodass der Fahrer seine Fahrt korrigieren und den richtigen Weg einschlagen konnte.

Für zahlreiche andere Kontrollierte hatte die Aktion hingegen weniger erfreuliche Folgen. Elf Fahrer mussten ihre Reise an den Parkplätzen vorerst beenden: Ihnen wurde die Weiterfahrt vor Ort strikt untersagt, bis die Ladung ordnungsgemäß umgeladen oder die Abmessungen korrigiert wurden. Neben zwei Bußgeldverfahren, einem Verwarngeld, drei Sicherheitsleistungen bei Fahrern ohne inländischen Wohnsitz und einer Abfrage im Fahreignungsregister leiteten die Beamtinnen und Beamten in zehn Fällen Anregungen zur Einziehung von Taterträgen ein.