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Über einen halben Kilometer lang - die Arensburger Brücke bei Steinbergen. (Foto: ab)

Straßenbrücken in Schaumburg – wie ist ihr Zustand?

Im vergangenen Jahr wurden zwei große Talbrücken der Autobahn 45 in Nordrhein-Westfalen (NRW) gesprengt. Die Talbrücken Rahmede und Sterbecke im Bereich von Lüdenscheid waren so marode, dass eine Sanierung nicht mehr infrage kam. Das Schaumburger Wochenblatt wollte einmal wissen, wie es um den Zustand der Autobahnbrücken der A2 zwischen Bad Nenndorf im Osten und der Grenze zu NRW im Westen bestellt ist. Zuständig für die Bauwerke ist die Autobahn GmbH des Bundes. Ein großes Kompliment vorab an die Gesellschaft. Auf die Presseanfrage erhielt der Autor sehr schnell und umfassend Antworten auf den Fragenkatalog. Das Bundesdeutsche Autobahnnetz umfasst etwa 18.000 Brückenbauwerke. Etwa 60 davon stehen im Landkreis Schaumburg. Das erste Bauwerk auf Schaumburger Gebiet ist die Überquerung eines Wirtschaftsweges bei Bad Nenndorf (Brückenbauwerk (BW) 672) mit einer Länge von 5,3 Metern. Die letzte Brücke vor der Grenze zu NRW liegt bei Schermbeck, überquert ebenfalls einen Wirtschaftsweg und misst 54 Meter Länge. Mit der längsten Autobahnbrücke überzieht die A7 die Elbmarsch in Hamburg. Sie ist über 4,2 Kilometer lang. Die längste Brücke im Landkreis Schaumburg ist die Talbrücke Arensburg bei Steinbergen. Sie misst je nach Richtung zwischen 562 und 568 Meter. Imposant ist das Bauwerk allein aufgrund seiner Höhe von über 20 Metern und der erstmaligen Teil-Inbetriebnahme im Jahr 1939. Die kürzeste Brücke befindet sich im Bereich Rodenberg/Lauenau, überquert den Schlierbach und misst nicht einmal vier Meter Länge. Nach Angaben der Autobahn Gesellschaft, beträgt die grundsätzliche Lebensdauer eines Brückenbauwerkes 100 Jahre. Die tatsächliche Nutzung nach Inbetriebnahme, die Ausführungsqualität, sowie die veränderten Belastungen haben einen wesentlichen Einfluss auf die Lebensdauer. Unterhaltungskosten können detailliert nicht angegeben werden. Die A2 gehört zu den Autobahnen mit sehr hohen Belastungen. Nach Angaben der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt), wurden an der automatischen Zählstelle bei Lauenau im Jahr 2022 durchschnittlich 78.389 Kraftfahrzeuge bis 3,5 Tonnen sowie 21.789 Fahrzeuge mit mehr als 3,5 Tonnen pro Tag gemessen. Zum Vergleich: Die bislang Deutschlandweit höchste Verkehrsbelastung ermittelte die BASt im Jahr 2017 auf der A 5 mit 157.472 Fahrzeugen auf acht Fahrspuren. Die BASt veröffentlicht neben den Zähldaten auch detaillierte Daten zu den einzelnen Bauwerken und deren Zustand. Zweimal im Jahr werden diese Daten aktualisiert. Erfreulich – nahezu alle Brücken der A2 haben mit den Noten zwischen 2,0 und 2,4 einen befriedigenden Zustand und liegen damit im gleichen Mittelfeld, wie 48 Prozent aller BAB-Brücken in Deutschland. Wie die Pressestelle der Autobahngesellschaft mitteilte, werden alle Bauwerke regelmäßig überprüft und je nach Erfordernis instandgehalten. Schon jetzt wies die Gesellschaft daraufhin, dass in diesem und im nächsten Jahr die Instandsetzung der Fahrbahnübergänge der großen Talbrücken geplant sei. Insgesamt stehe in den nächsten Jahrzehnten eine Grundinstandsetzung der A2 an. Bis auf wenige Ausnahmen wurden die Brücken vorwiegend Ende der 1990er in Betrieb genommen. Erst vor vier Jahren nahm die Autobahn GmbH die neue Talbrücke Schermbeck in Betrieb. Die drei ältesten Brücken stammen aus dem Jahr 1939. Nutzungseinschränkungen gibt es laut Autobahngesellschaft lediglich an einer Stelle. In den 1990er Jahren hatte der Landkreis Schaumburg für das Bauwerk 651 – Bültebrink – eine sogenannte Lastbeschränkung. Mit der Maßnahme sollte die Lärmbelastung für die Anwohner reduziert werden. Bei zukünftigen Sanierungsarbeiten muss die Autobahngesellschaft beachten, dass einige Bauwerke unter Denkmalschutz stehen. Auf der Karte „Mapbender-Denkmalatlas” des Denkmalschutzes Niedersachsen sind dazu Brücken im Bereich des Gut Ölbergen, die Arensburger Brücke, sowie drei Bauwerke zwischen Luhden und Schermbeck eingezeichnet. Weiterhin sind Brut- und Nistplätze von Fledermäusen zu berücksichtigen.
Das Wohnmobil wurde durch die Leitplanke gestoppt. (Foto: privat)

Vier Verletzte nach Kollision von Wohnmobil und Pkw

Drei weitere Personen wurden bei dem Unfall leicht verletzt. Die Feuerwehren aus Rodenberg, Lauenau und Pohle wurden mit dem Stichwort „VUK 2-4 eingeklemmte Personen“ alarmiert. Auch der Rettungsdienst wurde mit einem erhöhten Alarmstichwort angefordert, die IRL SHG/NI alarmierte einen „Massenfall von Verletzten 5 bis 15 Verletzte“ und zahlreiche Rettungsmittel aus dem gesamten Landkreis machten sich auf den Weg. In dem Fall wohl eher eine Vorsichtsmaßnahme, denn es blieb ein Glück bei den vier Verletzten. Nach bisherigen Erkenntnissen des Verkehrsunfalldienstes befuhr ein 62-jähriger BMW-Fahrer, gegen 16:55 Uhr, die A2 in Fahrtrichtung Dortmund. Wie die Polizei Hannover meldet, war dieser in Höhe der Gemarkung Apelern, aus bislang ungeklärter Ursache nach rechts von der Fahrbahn abgekommen und prallte gegen die Leitplanke. Von dort aus wurde das Fahrzeug zurück auf die Fahrbahn geschleudert und kollidierte mit einem in gleicher Richtung fahrenden Wohnmobil. Dieses geriet ins Schlingern und kollidierte wieder mit dem Pkw. Durch den erneuten Aufprall wurde eine 43-jährige Insassin aus dem Wohnmobil geschleudert und dabei schwer verletzt. Der Fahrer des BMW und die beiden anderen Insassen des Campers, der 68-jährige Fahrer und seine 66-jährige Beifahrerin, wurden bei dem Unfall ebenfalls leicht verletzt. Alle Verletzten wurden mit dem Rettungswagen in umliegende Krankenhäuser transportiert. Die Autobahn war auf Höhe der Unfallstelle für mehrere Stunden für Unfallermittlungsarbeiten voll gesperrt und sorgten für einen zwölf Kilometer Rückstau bis Luthe. Die Feuerwehr unterstützte die Polizei vor Ort und leuchtete die Unfallstelle aus. Der Verkehrsunfalldienst Hannover beziffert den entstandenen Gesamtschaden auf circa 165.000 Euro. Die Polizei ermittelt nun wegen fahrlässiger Körperverletzung infolge eines Unfalls. Foto: privat
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