„Comenius” ist der schulbezogene Teil des EU-Programms für lebenslanges Lernen, das von 2007 bis 2013 läuft und mit einem Budget von knapp sieben Millionen Euro ausgestattet ist. Im Rahmen der Schulpartnerschaften arbeiten mindestens drei Partner für die Dauer von zwei Jahren an einem selbst gewählten Thema von gemeinsamem Interesse zusammen und bekommen dafür Fördermittel von der Europäischen Union.
Während der jetzt durchgeführten Projekttage ging es für die Schüler des achten und neunten Jahrgangs aller Schulen unter anderem darum, bei Umfragen nach nationalen Stereotypen zu fragen, das „typisch europäische Lebensgefühl” zu zeigen oder dass, was die einzelnen Länder ganz klar voneinander unterscheidet. Die Themen und der Fragenkatalog für die Umfragen waren auf dem ersten Projektgruppentreffen im November 2009 in Manchester erstellt worden. Daran haben aus jeder Schule fünf Schülerinnen und Schüler mit zwei Lehrkräften teilgenommen.
Die Themen waren breit gefächert. Es ging um „Klischees und Vorurteile” genauso wie um das „Kulinarische Europa” oder „Große Europäer in der Geschichte”. Aber auch Wissenswertes über Rugby, sehr populär in Frankreich und Großbritannien, wurde thematisiert. Und ein Interview mit dem Fußballprofi Mikael Forsell bereicherte zusätzlich die Angebotspalette. Am Ende des Tages wurden die Ergebnisse aller Arbeiten in einer Postergalerie präsentiert und von den Mitschülern bewertet. Ziel des gesamten Projektes ist die Erstellung eines Buches, in dem die besten Ergebnisse der Projekttage veröffentlicht werden sollen.
Die Frage „Wie weit ist man selber europäisch?” ist eine von vielen, denen sich die Jugendlichen und ihre Interviewpartner im Laufe des Projektes fortwährend stellen. Nach Erfahrungen von Schulleiterin Dr. Irmtraud Gratza-Lüthen sind die Schüler am Gymnasium Bad Nenndorf vor allem durch das Angebot eines „Bilingualen Unterrichtes” bestens gerüstet, um „Europäisches Profil” zu entwickeln. Durch die besondere Sprachkompetenz in den Fächern Englisch, Französisch und Spanisch seien die Nenndorfer Schüler in der Lage, sich auf das Abenteuer „Europäische Vielfalt” einzulassen. Dabei käme es nicht nur darauf an, sich als ein Teil der europäischen Gemeinschaft zu fühlen, sondern auch die eigenen Stärken in dieser Vielfalt klar zu erkennen. „Alle können von diesem Projekt nur profitieren”, ist die Schulleiterin überzeugt. Foto:pd