BAD NENNDORF (Ka). Die CDU mit der Ortsverbandsvorsitzenden Marlies Matthias und ihrer Stellvertreterin Cornelia Jäger lud zum Stadtgespräch in das Bistro der Wandelhalle ein und löste in dem vornehmlich älteren Kreis der Anwesenden mit dem Thema „Kurparksanierung” eine Diskussionswelle aus. Mit von der Partie war Fraktionsmitglied Friedhelm Brandes, der als Vorsitzender des Finanzausschusses Stellung zur Haushaltslage, zur Investitionssumme und zum Kostenpaket „Kurparksanierung” wie auch die daraus resultierende Neu-Verschuldung bezog. Im Mittelpunkt der Diskussion stand die Kritik der CDU an der geplanten Kurparksanierung, gegen die die Wählergemeinschaft (WGN) zog. Während Matthias auf die Neugestaltung der Anlage einging und dem Publikum an Hand von Skizzen das anberaumte Projekt „Historischer Kurpark” näherbrachte, bezifferte Brandes die Kosten, die sich brutto auf 3,7 Millionen Euro belaufen werden. Kosten-Tendenz eher höher als geringer, wie die Investitionen der Vergangenheit, zum Beispiel mit der Wandelhalle/dem Haus Kassel (geplant für 2,6 Millionen Euro - tatsächlich 3,1 Millionen Euro), aufzeigen. Mit den Fördermitteln erhält die Stadt zwar rund 1,73 Millionen Euro, doch den Eigenanteil in Höhe von 1,57 Millionen Euro wird Bad Nenndorf tragen müssen, so Brandes. Der Weg in eine Verschuldung ist nicht vertretbar, so der Finanzausschuss-Vorsitzende. Zumal der Gesamtergebnishaushalt bereits jetzt einen Fehlbetrag von rund 982.000 Euro aufweist. Die Sanierung des Kurparks muss sein, da waren sich die Politiker und die interessierten Bürger einig, doch es stellte sich die Frage: „Zu welchem Preis?”. Noch mehr interessierte die Anwesenden: „Was kostet die Sanierung den Bürger?”. Die Antwort wollen sie nicht wirklich hören, so Brandes und Jäger weiter, eine Grundsteuererhöhung ist nicht auszuschließen. Was ist denn eigentlich ein „Historischer Kurpark mit wassergebundenen Wegen?”,kam die Frage aus dem Publikum. Sind nicht die Jahrzehnte alten Bäume, die für das Projekt gefällt werden müssen, bereits historisch? Wege die beim Laufen nachfedern, mögen gelenkschonend sein und auch die Verhinderung von einer Bodenversiegelung (in Form von Asphalt) ist der Natur dienlich, so ein Bürger. Wie sieht es aber für Kurpark-Nutznießer mit Gehilfen, Kinderwagen und für Rollstuhlfahrer aus? Es entwickelt sich ein höherer Rollwiderstand auf der wassergebundenen unbefestigten Decke, der eine höhere Kraftanstrengung vom Nutzer abverlangt. Aus der CDU-Frauen-Union-Richtung kam prompt die Frage: „Wer sich mit dem Historischen Kurpark ein Denkmal setzen will?” Projektbefürworter, Diplom-Ingenieur Hennig Dormann in Beraterfunktion der WGN, sprach sich sachlich für die historische Gesamtgestaltung aus und konnte fachlich manchen Kritiker zum Nachdenken oder auch Umdenken anregen. Ferner erläuterte er den Aufbau und Nutzen von wassergebundenen Wegen, die die Wesensbestimmung des Kurparks im historischen Sinn widerspiegelt. Der Beitrag vom WGN-Mitglied Michael Kosian kam in einer beleidigenden und belehrenden Haltung bei den Zuhörern an. Er wandte sich an die Kritiker und sprach ihnen in Sachen Landschaftsplanung ein qualifiziertes Meinungsbild ab. Die Beleidigung „Wer keine Ahnung hat, sollte sich nicht äußern!”, sorgte für Unmut im Saal, denn schließlich war die Öffentlichkeit von der CDU zur Informations- und Diskussionsveranstaltung eingeladen. Die CDU quittierte Kosians Äußerung mit einer mündlichen Abmahnung. Foto: ka
Die CDU Ortsverbandsvorsitzende Marlies Matthias fängt Meinungen aus dem Publikum auf.
Der Weg in die Verschuldung ist nicht vertretbar, so der Vorsitzende des Finanzausschusses, Friedhelm Brandes.