Testsieger ist die Linie 861 Nordend - Grabowstraße im brandenburgischen Eberswalde. Beim Testverlierer, der Linie 676 auf der Strecke Langwaden - Bensheim in Hessen, waren die Busfahrer viel zu schnell unterwegs. Schlimme Mängel neben den Tempoverstößen waren laut ADAC überfüllte und unpünktliche Busse, in denen Nothämmer fehlten oder scharfe Kanten und Stolperschwellen für Verletzungsgefahr sorgten. Keine oder fehlerhafte Fahrpläne und ungepflegte Haltestellen rundeten den insgesamt schlechten Eindruck ab. Problematisch war oft auch das Verhalten der Kinder: Sie drängelten beim Ein- und Aussteigen, standen auf verbotenen Flächen und nutzten im Bus nicht immer alle vorhandenen Sitze. Lebensgefährlich wird es, wenn sie - wie bei jeder vierten Fahrt erlebt - über die Fahrbahn laufen, bevor der Bus abgefahren ist.
Eine der drei in Niedersachsen getesteten Buslinien liegt unter den bundesweiten Top fünf. Die Strecke Vahlzen - Neuenkirchen (Linie 205) erhielt die Gesamtnote gut. Die Gründe für die positive Beurteilung waren die Nähe der Testhaltestelle zur Schule, ausreichend Platz an der Haltestelle sowie die Tatsache, dass der Bus pünktlich und nicht überfüllt war. Der Busfahrer zeichnete sich durch Freundlichkeit und gute Kenntnisse des Fahrzeugs aus.
Weiterhin getestet wurden die reine Schulbuslinie 2016 Rodenberg - Bad Nenndorf und die Linie 303 in Oldenburg (Krusenbusch - Von-Finckh-Straße), die beide das Urteil ausreichend erhielten. Zwar lagen die Test-Haltestellen jeweils in der Nähe der Schule, die Busse waren nicht überfüllt und die Busfahrer zum Teil freundlich und mit guten Kenntnissen über das Fahrzeug, aber beide Busse waren unpünktlich und überschritten die Höchstgeschwindigkeit deutlich.
Zudem gab es Gedränge beim Einsteigen, die Schüler standen im Bereich der Türen und hinterließen Müll im Bus. Der Fahrer des Bad Nenndorfer Schulbusses führte während der Rückfahrt sogar ein Telefonat.
Schuld an der Misere ist meist fehlendes Geld. Busunternehmer sind gezwungen, knapp zu kalkulieren und unrealistische Fahrpläne zu erstellen. Abhilfe können nur höhere Fördermittel schaffen, bessere Schulungen für Fahrer und Schüler, mehr Polizeikontrollen und runde Tische mit Vertretern von Kommunen, Schulen, Busunternehmen und Eltern.